Bad Homburger zeigte Kampfgeist: Tennis: Schüttler siegt - Peinlicher Auftakt für Agassi
zuletzt aktualisiert: 18.09.2001 - 13:24Schanghai (rpo). Rainer Schüttler hat durch ein 7:5, 6:4 gegen den US-Amerikaner Michael Russell das Achtelfinale beim ATP-Turnier in Schanghai erreicht. Der topgesetzte Andre Agassi (USA) kassierte dagegen eine peinliche Niederlage.
Der an Nummer eins gesetzte Amerikaner unterlag am Dienstag dem Georgier Irakli Labadze mit 6:7 (4:7), 5:7 und verabschiedete sich aus dem mit 400 000 Dollar dotierten Hartplatz-Tennisturnier. Der Bad Homburger Schüttler zeigte weit mehr Kampfgeist und hatte beim 7:5, 6:4 gegen Agassis Landsmann Michael Russell auch das nötige Glück. Im Achtelfinale trifft Schüttler auf den Schweizer Ivo Heuberger oder Neville Godwin aus Südafrika.
"Ich bin hier hergekommen, so gut vorbereitet, wie es eben ging", sagte der mit einer Wildcard angetretene 31-jährige Agassi, der sich bei den US Open noch einen spektakulären Tiebreak-Krimi mit Pete Sampras geliefert hatte. Die furchtbaren Ereignisse in seiner Heimat wollte er für die Niederlage nicht als Entschuldigung geltend machen. "Es ist eine schwierige Zeit für uns alle. Ich glaube, der Sport kann ein großer Heiler sein."
Während Agassi allein in diesem Jahr vier Turniere gewonnen hat, war es für Labadze erst der vierte Turnierauftritt auf der ATP-Tour überhaupt. Der Sieg gegen den "Tennis-Helden seiner Kindheit" kam für den 19 Jahre alten Linkshänder ziemlich überraschend. "Als Kind hatte ich Poster von Agassi in meinem Zimmer. Von meinem Vater habe ich mir Agassi-Shorts gewünscht, weil ich aussehen wollte wie er."
Nach dem gewonnenen Tiebreak geriet der Youngster im zweiten Durchgang gleich in Rückstand. Doch dann kämpfte sich der Georgier zurück ins Match und düpierte den großen Favoriten, der sich bei den Masters-Series-Turnieren in Stuttgart (15. bis 21. Oktober) und Paris (29. Oktober bis 4. November) den letzten Schliff für den Masters Cup in Sydney (12. bis 18. November) holen will. "Ich habe seinem Aufschlag zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet", ärgerte sich Agassi vor seiner frühen Abreise in Schanghai. "Er hatte aber auch einige Superschläge dabei. Mit dem Sieg hatte er aber glaube ich mehr Probleme als ich mit der Niederlage."
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