Australian Open in Melbourne: Tennis: Schüttler und Burgsmüller feiern überraschende Erfolge
zuletzt aktualisiert: 18.01.2001 - 14:35Melbourne (sid). Rainer Schüttler war gar nicht wirklich überrascht: "Der Lars hat schon seit langem sehr gut trainiert. Es freut mich für ihn, dass er das jetzt mal in einem Turnier umsetzen kann." Der deutsche Daviscup-Spieler muss es wissen, Lars Burgsmüller ist sein Trainingspartner. Gemeinsam feiern sie bei den Australian Open in Melbourne überraschende Erfolge. Die "Gruppe Hordorff" steht in der dritten Runde beim ersten Grnd-Slam-Turnier des Jahres, und der gemeinsame Coach Dirk Hordorff konnte am Donnerstagabend mit ihnen die Players Party besonders genießen.
"Der Sieg von Burgsmüller war für mich die Überraschung des Tages", sagte Hordorff. "Mit der Qualifikation hat er jetzt hier bereits fünf Matches gewonnen. Das ist eine tolle Leistung". Der 25 Jahre alte Essener, der das Jahr als Nummer 185 im Ranking-Computer begann, bezwang den an 48 notierten Österreicher Stefan Koubek mit 7:6 (7:3), 6:4, 6:3. Wenig später setzte sich Schüttler mit 6:3, 7:5, 4:6, 6:4 gegen Sargis Sargsian aus Armenien durch. "Das war eine konzentrierte Leistung", sagte Hordorff, "nicht glanzvoll, aber es ist wichtig für ihn, dass er solche Matches gewinnt."
Seit acht Jahren hat der finanziell unabhängige Bad Homburger Geschäftsmann den 24-jährigen Schüttler unter seinen Fittichen. Seit zwei Jahren trainiert auch Burgsmüller in der Gruppe, zu der auch noch der Schweizer Ivo Heuberger gehört, der in Melbourne ebenfalls die Qualifikation und die erste Runde überstanden hatte. Bei Turnieren werden die Spieler allerdings einzeln betreut, der Plan entsprechend abgestimmt. Und wenn es nicht anders geht, fahren die Profis auch mal allein auf Tour. Hordorff: "Das kann ihnen auch nicht schaden."
Schüttler wohnt mittlerweile im gleichen schweizer Dorf Altstätten wie sein Freund Heuberger: "Das ist für das gemeinsame Training perfekt." Seit Ende November allerdings hatte Hordorff seine Schützlinge in Bad Homburg zur Saisonvorbereitung mit einem Konditionstrainer versammelt. "Ich spiele eigentlich seit Ende des Jahres super Tennis", meinte Burgsmüller. "Ich hoffe, dass ich jetzt demnächst endlich mal unter die Top-100 vorstoße." Auf 109 war er bereits im November 1999 notiert, das Jahr 2000 war von Verletzungen überschattet. Runde drei bei einem Grand-Slam hatte er allerdings noch nie erreicht.
"Es ist sicher ein großer Ansporn für mich, die nächste Runde auf einem der großen Plätze zu spielen", sagt Burgsmüller, der es am Samstag entweder mit Gustavo Kuerten oder Greg Rusedski zu tun bekommt. "Ich habe ihm gesagt, er hat da ein schweres Quali-Match für den Einzug in die zweite Woche vor sich", so der Coach.
Rainer Schüttler trifft in der nächsten Runde auf den kanadischen Doppelspezialisten Daniel Nestor, auch noch eine lösbare Aufgabe für den 58. der Weltrangliste. Trotz seines Erfolges und dem gleichzeitigen Ausscheiden von Tommy Haas und Nikolas Kiefer betätigt sich Schüttler aber nicht als Lautsprecher oder fordert gar einen Platz im Daviscup-Team für das Match im Februar gegen Rumänien: "Wenn Kiwi und Tommy dabei sind, ist es klar, dass sie Einzel spielen."
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