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Los Angeles
Tennis-Star Scharapowa gesteht Doping

Fotos: Scharapowa macht positiven Dopingtest öffentlich
Fotos: Scharapowa macht positiven Dopingtest öffentlich FOTO: afp, tb
Los Angeles. Die Russin gibt zu, während der Australian Open positiv auf Meldonium getestet worden zu sein.

Eine Nachricht erschüttert das Damen-Tennis. Die russische Weltklasse-Spielerin Maria Scharapowa ist positiv auf Doping getestet worden. Während der Australian Open in diesem Jahr sei eine mittlerweile verbotene Substanz in ihrem Körper gefunden worden, sagte die 28 Jahre alte Tennisspielerin gestern in Los Angeles auf einer extra einberufenen Pressekonferenz. Bei der Substanz handele es sich um Meldonium. "Ich habe einen großen Fehler gemacht", räumte die Weltranglisten-Siebte ein. Das Glamour-Aushängeschild dieser Sportart ist somit schwer beschädigt.

Sie wisse noch nicht, welche Konsequenzen der Weltverband ziehe und könne nicht sagen, wann sie auf die WTA-Tour zurückkehre. Das Medikament mit der verbotenen Substanz nehme sie seit 2006. Jahrelang habe es nicht auf der Dopingliste gestanden, sagte Scharapowa. Inzwischen seien die Regeln der Welt-Anti-Doping-Agentur aber geändert worden. Darüber sei sie im Dezember schriftlich informiert worden. "Ich habe nicht auf die Liste geschaut", sagte sie. Unwissenheit schützt aber vor Strafe nicht.

Meldonium, bekannt unter dem Handelsnamen Mildronat, wird zur Behandlung von mangelnder Durchblutung und Sauerstoffversorgung im Körper eingesetzt. Sauerstoffmangel kann im schlimmsten Fall zum Absterben von Gewebe führen, etwa beim Herzinfarkt. Konkret verhindert Meldonium die Oxidation von Fettsäuren im Körper, die zu giftigen Ablagerungen im Gewebe führen kann. "Bei Sportlern führt Meldonium zu einer allgemeinen Leistungssteigerung, die Erholungsphase wird verkürzt und die Motivation gesteigert", erläutert Professor Mario Thevis von der Deutschen Sporthochschule Köln.

Ihren Humor hat Maria Scharapowa trotz des überraschenden Geständnisses aber noch nicht verloren. "Ich weiß, dass viele gedacht haben, dass ich mein Karriereende erkläre. Aber wenn ich irgendwann meinen Rücktritt bekanntgebe, wird es wahrscheinlich nicht in einem Hotel in der Innenstadt von Los Angeles sein mit diesem ziemlich hässlichen Teppich", sagte Scharapowa. Am Sonntag hatte sie zu einer Pressekonferenz mit einer "wichtigen Ankündigung" eingeladen und damit für Spekulationen über einen Rücktritt gesorgt.

"Ich will meine Karriere nicht so beenden. Ich hoffe, dass ich eine weitere Chance bekomme", sagte sie gestern. Scharapowa gilt als reichste Sportlerin der Welt und ist eine von zehn Spielerinnen, die jedes Grand-Slam-Turnier einmal gewonnen haben. Insgesamt kommt die in den USA lebende frühere Weltranglisten-Erste auf 35 Titel.

Ihre bislang letzte Partie spielte Scharapowa bei den Australian Open in Melbourne im Januar, als sie im Viertelfinale Serena Williams unterlag. Seitdem hat die Russin kein Turnier mehr bestritten. Erst am Donnerstag hatte sie ihre Teilnahme am Masters-Turnier in Indian Wells abgesagt, das morgen beginnt.

In den vergangenen Jahren musste die zweimalige French-Open-Siegerin immer wieder wegen Schulterverletzungen pausieren.

(erer/dpa/sid)
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