Deutsche Stars in Sydney dabei: Tennis: Star-Trio zeigt Olympia die kalte Schulter
zuletzt aktualisiert: 02.08.2000 - 13:35Toronto (dpa). Im Tennis-Zirkus scheiden sich die Geister am Olympia-Auftritt. Während die Super-Stars Pete Sampras (USA), Martina Hingis (Schweiz) und Anna Kurnikowa (Russland, Foto) den Spielen in Sydney die kalte Schulter zeigen, sind andere Asse mit heißem Herzen dabei. Nicolas Kiefer etwa hätte vor der Einigung mit seinem Präsidenten Georg von Waldenfels sogar die Hilfe der Gerichte in Anspruch genommen, um seinen Platz in der deutschen Olympia-Mannschaft einzuklagen.
Auch die US-Girls sind ganz wild auf den Kampf um Medaillen. Teamchefin Billy Jean King hatte sogar die Qual der Wahl: US-Open- Gewinnerin Serena Williams wurde von der Tennis-Legende für einen der drei Einzel-Plätze nicht berücksichtigt. Olympiasiegerin Lindsay Davenport, Wimbledon-Gewinnerin Venus Williams und Monica Seles schlagen stattdessen auf. Den spektakulären Sister-Act erlebt Sydney nun im Doppel: Die Williams-Schwestern kämpfen gemeinsam um Gold.
Auch Anke Huber, die zuletzt beim Hartplatz-Turnier in San Diego eine Auftaktniederlage (0:6, 6:7) gegen Amy Frazier (USA) einstecken musste, ist in Sydney dabei. In Kalifornien jedoch war sie neun Tage nach ihrem Turniersieg auf Sand gegen die Weltranglisten-26. aus den USA noch lange nicht in Olympia- oder US-Open-Form gewesen. "Das war mein erstes Spiel auf Hartplatz, deshalb bin ich nicht sehr geknickt. Sie hat mich gnadenlos weggeschossen", sagte die Weltranglisten- Neunte, ehe sie zum Schwimmen ging.
In Sydney darf die Karlsdorferin bislang jedoch nur im Einzel aufschlagen, denn eine Doppelpartnerin hat sich nicht aufgedrängt. Jana Kandarr, die sogar zu Fuß nach Australien laufen würde, hat zwar die nationalen Kriterien erfüllt, doch auf Grund ihrer schlechten Weltranglisten-Position (84) hat sie keinen Platz im olympischen Feld und muss auf eine Wildcard hoffen.
Deutsche Herren in "Bestbesetzung"
Die deutschen Herren dagegen könnten mit voller Mannschaftsstärke nach Sydney fliegen. Neben Kiefer stehen bei der Nominierungsrunde des NOK am Donnerstag noch Thomas Haas, David Prinosil, Rainer Schüttler und Alexander Popp für die vier Plätze zur Auswahl. Auch der Tennis-Weltverband ITF löst dann das Rätsel um die Olympia- Teilnehmer.
Sogar Andre Agassi, der Olympiasieger von Atlanta, könnte fehlen. Der Superstar klagte nach seiner Erstrunden-Niederlage beim Comeback nach seinem Autounfall beim Masters-Turnier in Toronto gegen Jerome Golmard (Frankreich) erneut über Rückenschmerzen. "Es ist schon einige Wochen her, dass ich richtig Tennis gespielt habe. Ich hoffe aber, dass ich diese Woche endlich wieder voll trainieren kann", gab sich der Freund von Steffi Graf optimistisch.
Pete Sampras dagegen, der wie sein Landsmann erstmals seit Wimbledon wieder aufschlug, verhinderte die Auftaktpleite. "Mir fehlt noch die Spielpraxis", sagte er nach seinem knappen Erfolg über Qualifikant Michael Llodra (Frankreich). Ebenfalls noch im Geschäft ist Kiefer (in Runde zwei gegen Jiri Novak/Tschechin).
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