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Darmstädterin im Halbfinale von Miami
Petkovic hat wieder Lust aufs Tanzen

Fotos: Petkovic zieht in Miami ins Halbfinale ein
Fotos: Petkovic zieht in Miami ins Halbfinale ein FOTO: dpa, esl cs
Key Biscane. Der Höhenflug von Andrea Petkovic geht weiter. Mit dem Sieg gegen Karolina Pliskova erreichte die Darmstädterin zum zweiten Mal nach 2011 das Halbfinale von Miami.

Im Großstadt-Moloch Miami findet Andrea Petkovic zur Ruhe. "Die goldene Linie" nennt Deutschlands beste Tennisspielerin den Mittelweg zwischen Chaos und Harmonie, den sie braucht, um erfolgreich zu spielen. "Die Stadt, so verrückt und chaotisch sie auch ist, entspannt mich einfach, das ist wichtig für mich", sagte Petkovic nach ihrem Halbfinaleinzug beim WTA-Turnier vor den Toren der Metropole Floridas.

Gewöhnliche Erklärungen für die Phänomene auf und neben dem Tennisplatz sind nicht Petkovics Ding, vor allem dann nicht, wenn es derart gut läuft wie in diesen Tagen auf der Palmen-Halbinsel Key Biscayne nur wenige Autominuten vom Stadtzentrum Miamis entfernt. Der Erfolg über die Tschechin Karolina Pliskova (6:4, 6:2) war ihr vierter Sieg ohne Satzverlust in Serie, Petkovic macht ihr Spiel derzeit so glücklich, dass sie nach ihren Matches sogar wieder tanzt.

"Vielleicht sind es die Frühlingsgefühle"

"Vielleicht sind es die Frühlingsgefühle", meinte die 27 Jahre alte Darmstädterin, die den Petko-Dance eigentlich schon eingemottet hatte. Zu Beginn der Saison gab es allerdings auch keinen Grund zur Ausgelassenheit, kaum zu glauben, dass der Albtraumstart mit drei Erstrundenpleiten nur zwei Monate zurückliegt. Damals habe sich alles wie ein "Ganz-Körper-Krampf" angefühlt, heute ist die Lockerheit zurück. So einfach ist manchmal das Tennis-Leben, zumindest für Petkovic.

Im Winter hatte sie sich gewohnt akribisch auf die Saison vorbereitet, Schmerz und Erschöpfung ausgeblendet, um das wirklich Letzte aus ihrem ohnehin gestählten Körper herauszukitzeln. Auch an ihrem Spiel hatte Petkovic gearbeitet, etwas mehr Variation und Witz der Wucht hinzugefügt. Alleine auf dem Court, als es wichtig wurde, konnte sie nichts von alldem umsetzen. "Ich habe mich davon aber nicht zu verrückt machen lassen, ich wusste ja: ich bin gut vorbereitet, ich muss es nur umsetzen", sagte Petkovic.

Fragiles Gesamtkunstwerk

Ihre beiden Siege im Fed-Cup-Viertelfinale gegen Australien in Stuttgart lösten die Verkrampfung, doch Bundestrainerin Barbara Rittner bleibt aufmerksam, sie weiß, wie fragil das Gesamtkunstwerk Petkovic trotz aller gegenteiliger Beteuerungen noch immer ist. Nach der Auftaktniederlage in Indian Wells knöpfte sich Rittner ihre Nummer eins daher vor. 

Die Resultate in Key Biscayne sprechen jedenfalls für sich, auch wenn bei den vier Erfolgen der ganz große Name unter ihren Gegnerinnen bislang fehlte. Während sich Fed-Cup-Kollegin Sabine Lisicki im Viertelfinale der Top-Favoritin Serena Williams mit 6:7 (4:7), 6:1, 3:6 geschlagen geben musste, wartet auf Petkovic auch im Halbfinale eine lösbare Aufgabe. Am Donnerstag trifft sie auf die Spanierin Carla Suarez Navarro. Behält Petkovic ihre "goldene Linie", wird sie am Samstag erstmals um den WTA-Titel von Miami spielen.

(sid)
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