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Djokovic abgelöst
Murray ab Montag die neue Nummer eins im Tennis

Fotos: Andy Murray: Schotte, Brite, Wimbledon-Held
Fotos: Andy Murray: Schotte, Brite, Wimbledon-Held FOTO: afp
Paris. Andy Murray stößt Novak Djokovic vom Tennis-Thron. Der Schotte hat kampflos das Finale des ATP-Turniers in Paris erreicht und wird somit ab Montag in der Weltrangliste an Position eins geführt.

Murrays Halbfinalgegner Milos Raonic (Kanada) konnte verletzungsbedingt zum Halbfinale nicht antreten. "Ich konnte heute morgen nicht aus dem Bett aufstehen", sagte Raonic, "es ist ein MRT gemacht worden. Ich habe einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel."

Der Serbe Djokovic, seit dem 7. Juli 2014 und 122 Wochen der Branchenführer, war am Freitag im Viertelfinale gescheitert und hatte darauf hoffen müssen, dass Murray nicht das Endspiel erreicht. Diese Hoffnung erfüllte sich nicht.

Der 29-Jährige, der in diesem Jahr die Grand-Slam-Turniere in Melbourne und Paris gewonnen hat, steckt augenscheinlich in einer Sinnkrise, die nach der Komplettierung seines Karriere-Grand-Slams begann. Im Juni hatte er erstmals die French Open gewonnen und damit den letzten noch fehlenden Major-Titel geholt. Danach knüpfte er aber nicht mehr an die bis dato gezeigte Form an und gewann nur noch ein Turnier (im Juli in Toronto).

Murray steht als 26. Spieler in der Geschichte der Rangliste auf Position ein, er ist zugleich der erste Brite überhaupt. Erstmals wurde ein Ranking am 23. August 1973 veröffentlicht, ganz oben stand damals der Rumäne Ilie Nastase. Murrays Mutter Judy, die ihn in seiner Jugend trainiert hatte, war eine der ersten Gratulantinnen bei Twitter. "Du hast es weit gebracht, Baby", schrieb sie.

"Die Nummer eins ist nicht das Ergebnis des heutigen Tages", sagte Murray in seiner gewohnt zurückhaltenden Art: "Es ist das Ergebnis der letzten zwölf Monate, die letzten davon waren die besten meiner Karriere." Er sei "sehr, sehr stolz, unglaublich stolz auf die Nummer eins. Es ist etwas, wovon ich seit Jahren geträumt habe." Ob Murray oder doch Djokovic als Weltranglistenerster ins Jahr 2017 geht, entscheidet sich beim ATP-Saisonfinale vom 13. bis 20. November in London.

Murray trifft im Finale von Paris auf den US-Amerikaner John Isner, der sich in der Vorschlussrunde mit 6:4, 6:3 gegen Djokovic-Bezwinger Marin Cilic (Kroatien) durchsetzte.

(areh)
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