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BMW Open
Andy Murray ist die Attraktion beim Turnier in München

Andy Murray heiratet Kim Sears im Schottenrock
Andy Murray heiratet Kim Sears im Schottenrock FOTO: afp, BF
Der Schotte Andy Murray ist der große Star beim kleinen Münchner Tennis-Turnier. Dass er überhaupt da ist, liegt unter anderem an seiner Hochzeit.

Andy Murray, so heißt es, habe von Beginn an Wert darauf gelegt, am Dienstagabend Fußball zu schauen. Und damit er auch ja nicht hetzen muss, um pünktlich zum Anpfiff zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund in der Arena zu sein, hatten sie beim ATP-Turnier in München am Nachmittag kurzerhand sein Doppel verschoben. Murray blieb selbstverständlich bis zum Schluss des Pokal-Thrillers. "Wir mussten doch die Elfmeter noch schauen", twitterte sein Trainer Jonas Björkman zu später Stunde.

In München sind sie stolz wie Oskar, dass Murray tatsächlich da ist, dass er den BMW Open die Ehre gibt, diesem kleinen, feinen 250er-Turnier auf der beschaulichen Anlage des MTTC Iphitos. Am Mittwoch, als das Doppel nachgeholt werden sollte, bildeten sich am Vormittag schon wieder lange Schlangen am nördlichen Ende des Englischen Gartens. Ist auch verständlich: Murray. Nummer drei der Tennis-Weltrangliste. Olympiasieger 2012. Wimbledonsieger 2013. Sappralott, das ist mal was.

Eine Attraktion wie Murray hatten sie lange nicht beim Iphitos. Stefan Edberg, Ivan Lendl, Boris Becker und Michael Stich waren in den 1990-ern da, später dann nutzten Turniersieger wie Roger Federer (2003) das Turnier als Sprungbrett. Zur 100. Austragung der Internationalen Tennismeisterschaften von Bayern wollten sich die Veranstalter dann was gönnen. Wie gut, dass Murray am 11. April heiratete und das Turnier von einem Mann wie Manfred Dirrheimer unterstützt wird.

In den vergangenen Jahren spielte Murray zu Beginn der Saison auf Sand stets in Monte Carlo, was diesmal aber aufgrund seiner Eheschließung mit Kim Sears nicht in Frage kam. Also suchte der Schotte eine Alternative und wurde in München fündig. Auch sein Bruder Jamie habe eine Rolle gespielt, sagte Murray, "er hat mir viel über das Turnier und seine großartige Atmosphäre erzählt". Jamie Murray hat beim Iphitos im vergangenen Jahr den Titel im Doppel gewonnen mit Colin Fleming. Er ist auch wieder da.

Murray, Andy Murray, ist allerdings nicht nur hier, weil es ihm gerade in den Kram gepasst hat, er von den Vorzügen dieser Stadt gehört hat und dieses Turnier so ein "fantastic event" ist, wie er am Montagabend auf der Jubiläumsgala artig sagte. Er ist auch hier, weil Dirrheimer, Chef eines Finanzdienstleisters (FWU), da ein bisschen was springen ließ. Murray erhält nach unbestätigten Schätzungen so um die 750.000 Euro für sein Erscheinen. Es gibt Spieler an der Weltspitze, die kassieren deutlich mehr.

Murray, davon ist auszugehen, wird sich reinhängen dafür, dass er die bei diesem Turnier die Attraktion ist und dafür ziemlich gut bezahlt wird. Zu seinem Auftakt-Einzel tritt der 27-Jährige erst am Donnerstagnachmittag an, er trifft auf Mischa Zverev aus Hamburg, der überraschend den höher eingeschätzten Jan-Lennard Struff (Warstein) bezwang. "Wenn er gleich ausscheidet", sagte der ziemlich reiche, zugleich aber auch ziemlich umgängliche Dirrheimer, "wäre das ein bisserl dämlich".

Vielleicht hat Dirrheimer seine Sorge am Dienstagabend auf die nette Art noch mitgeteilt: Ihm gehört die Loge in der Münchner Arena, von der aus Murray die Bayern ausrutschen sah.

(sid)
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