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Tennis in Madrid
Kerber meistert Auftakthürde – auch Scharapowa gewinnt

Kerber nach schwacher Vorstellung ausgeschieden
Kerber nach schwacher Vorstellung ausgeschieden FOTO: afp, tk/
Madrid. Die topgesetzte Angelique Kerber ist nach einer soliden Vorstellung in die zweite Runde des WTA-Premierturniers in Madrid eingezogen. Die zweimalige Grand-Slam-Siegerin zeigte sich beim 6:4, 6:2 gegen Timea Babos (Ungarn) gut erholt von ihrer Auftaktniederlage vor anderthalb Wochen beim Heimspiel in Stuttgart.

"Das war ein gutes Match von mir. Ich bin sehr zufrieden damit, wie ich von Beginn an gespielt habe", sagte Kerber und meinte: "Wir mussten beide viel laufen. Und das Ergebnis spiegelt nicht so recht wider, dass viele Spiele eng waren."

Nach 1:20 Stunden verwandelte Kerber auf der Anlage La Caja Mágica ihren ersten Matchball mit ihrem ersten Ass und feierte ihren ersten Sieg in der spanischen Metropole seit 2013. Mit einem weiteren Erfolg würde die Kielerin in den nächsten Woche wieder die Führung in der Weltrangliste von der schwangeren Serena Williams (USA) übernehmen, die 2017 nicht mehr spielen wird.

In den vergangenen drei Jahren war Kerber, die in dieser Saison noch auf ihren ersten Turniersieg wartet, bei den Mutua Madrid Open stets in der ersten Runde gescheitert.

Siegemund kämpft sich in Nachtschicht durch

Am frühen Sonntagmorgen hatte sich nach einer Nachtschicht bereits Stuttgart-Siegerin Laura Siegemund für die zweite Runde qualifiziert. Die Metzingerin schaltete die Weltranglistensiebte Johanna Konta (Großbritannien) mit 3:6, 6:4, 7:5 aus. Erst nach zwei Uhr nachts und nach 2:27 Stunden Spielzeit war die Partie vorbei.

Nächste Gegnerin von Kerber bei der mit 5,924 Millionen Euro dotierten Sandplatzveranstaltung ist entweder Katerina Siniakova (Tschechien) oder Qualifikantin Pauline Parmentier aus Frankreich. Siegemund bekommt es mit Coco Vandeweghe (USA) oder Anett Kontaveit (Estland) zu tun.

Höhepunkt der Aschesaison sind die French Open, die am 28. Mai in Paris beginnen. Kerber hat dort - wie auch beim nächsten Turnier in Rom (ab 15. Mai) - keine Punkte zu verteidigen, da sie 2016 bei beiden Events in ihrem Auftaktmatch ausgeschieden war.

Die 29-Jährige begann gegen Babos (WTA-Nr. 34) auf dem Manolo-Santana-Court hochkonzentriert und ging nach zwei Breaks schnell mit 3:0 in Führung. Doch die Ungarin wurde dominanter und konnte zwischenzeitlich auf 3:4 verkürzen. Kerber profitierte bei ihrem vierten Satzball nach 44 Minuten von einem verzogenen Schlag ihrer Kontrahentin. Auch im zweiten Satz machte sie Druck, schlug solide auf und hielt die Fehlerquote niedrig.

Julia Görges (Bad Oldesloe) und Andrea Petkovic (Darmstadt) verloren unterdessen ihre Erstrundenmatches gegen zwei Qualifikantinnen. Görges unterlag Mariana Duque Mariño (Kolumbien) 3:6, 4:6, bereits in der vergangenen Woche war sie in Prag an ihrer Auftakthürde gescheitert. Petkovic verlor gegen die Französin Oceane Dodin 3:6, 4:6.

Scharapowa siegt und trifft nun auf Bouchard

Maria Scharapowa hat ihre beeindruckende Form nach dem Ablauf ihrer 15-monatigen Dopingsperre auch in Madrid unter Beweis gestellt. Die 30 Jahre alte Wildcard-Inhaberin aus Russland schaltete in der ersten Runde Australian-Open-Halbfinalistin Mirjana Lucic-Baroni (Kroatien) in 2:12 Stunden mit 4:6, 6:4, 6:0 aus.

Beim Event in Stuttgart vor anderthalb Wochen hatte die Scharapowa ihr Comeback nach der Sanktion wegen Meldonium-Missbrauchs gefeiert. In der Schwabenmetropole war die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin nach drei Siegen erst im Halbfinale an Kristina Mladenovic (Frankreich) gescheitert, die dann das Finale gegen Lokalmatadorin Laura Siegemund (Metzingen) verlor.

In der zweiten Runde von Madrid trifft Scharapowa nun in einem brisanten Duell auf Eugenie Bouchard (Kanada). Die ehemalige Wimbledonfinalistin hatte jüngst über den russischen Superstar gesagt: "Scharapowa ist eine Betrügerin. Und ich finde, einer Betrügerin sollte es in keinem Sport erlaubt sein zu spielen."

Scharapowa war in Stuttgart dank einer Wildcard und ohne einen einzigen Weltranglistenpunkt im Hauptfeld gestartet - mittlerweile wird die frühere Nummer eins schon wieder auf Rang 262 notiert. Ob Scharapowa auch für die French Open (ab 28. Mai) eine Wildcard erhält, geben die Veranstalter des bedeutendsten Sandplatzturniers der Welt am 16. Mai via Facebook bekannt.

(sid)
 
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