| 17.35 Uhr

Publikumstraining in Hamburg
Kerber tauscht Tennis-Schläger mit Bratpfanne

Kerber spielt bei Schaukampf mit Bratpfanne
Kerber spielt bei Schaukampf mit Bratpfanne FOTO: dpa, chc lof cul
Hamburg. Angelique Kerber sang, sie tanzte zur Musik von Helene Fischer – und dann griff die neue deutsche Tennis-Königin auch noch zur Bratpfanne. Kerber präsentierte sich beim Publikumstraining mit dem Hamburger Tennis-Nachwuchs äußerst sympathisch und genoss den Trubel um ihre Person sichtlich. Bei einem ihrer Geständnisse drohte die Stimmung allerdings kurzzeitig zu kippen.

"Ich bin Bayern-Fan", sagte Kerber, blinzelte verlegen – und erntete bei dem Sponsoren-Termin vor rund 500 geladenen Zuschauern in der Hansestadt einige Buhrufe. Ansonsten wurde die Weltranglistenerste beim ersten öffentlichen Auftritt auf deutschem Boden nach der erfolgreichsten Saison ihrer Karriere natürlich frenetisch gefeiert.

Kreischende Teenager, unzählige Gratulanten und eifrige Autogramm-Jäger: Die einstündige Veranstaltung im Herzen Hamburgs geriet zum ultimativen Schaulaufen. Kerber, das machte der launige Nachmittag in einer Tennishalle in Hamburg-Winterhude deutlich, wandelt längst auf den Spuren ihres großen Vorbildes. Seit Steffi Graf war der Tennissport nicht mehr so populär in Deutschland.

Training bis Australien langsam steigern

Die vergangenen zwei Wochen taten Kerber gut. Nach einer kräftezehrenden Saison mit 81 Matches und 22 Turnieren erholte sie sich im zehntägigen Urlaub und tankte Kraft für neue Heldentaten. "Am Ende des Jahres war ich von der Reiserei und auch mental platt. Da war ich sehr müde", gestand Kerber am Mittwoch. Inzwischen habe sie aber schon wieder mit leichtem Fitnesstraining begonnen. "Ich werde es jetzt langsam steigern, bis Australien habe ich ja noch einige Wochen Zeit", sagte Kerber.

Bevor sie am 1. Januar 2017 beim Turnier in Brisbane in die neue Saison startet, warten allerdings noch einige gesellschaftliche Höhepunkte auf sie. Am Donnerstag erhält Kerber in Berlin den Sport-Bambi, und auch bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres dürfte sie ziemlich weit vorne landen.

Kerber kommt bei den Deutschen immer besser an. Wie eine Umfrage des Forschungsinstituts Human Brand Index kürzlich ergab, finden sie 81 Prozent der Personen, die sie kennen, sympathisch. 34 Prozent sogar sehr. Das ist kein Wunder: Zwar verlor Kerber zuletzt in Singapur das Endspiel des WTA-Saisonfinales, unter dem Strich aber steht ihr sportlich bislang erfolgreichstes Jahr.

Sie gewann die Australian- und die US-Open und erreichte die Finals in Wimbledon sowie bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro. Kerbers Vorsprung auf Serena Williams, 22-malige Grand-Slam-Siegerin und Nummer zwei der Tennis-Welt aus den USA, beträgt zum Jahreswechsel komfortable 2030 Punkte.

"Wichtig ist für mich, gesund zu bleiben", sagte Kerber auf eine Kinderfrage zu ihren persönlichen Prioritäten und unterstrich ihren Familiensinn. Zeit mit der Familie und mit Freunden zu verbringen, "das ist das Wichtigste im Leben".

(sid)
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