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WTA-Turnier
Kerber will in Singapur hoch hinaus

Kerber verpasst Titel in Hongkong
Kerber verpasst Titel in Hongkong FOTO: ap
Singapur. Bei der offiziellen Pressekonferenz durfte Angelique Kerber schon einmal einen Blick auf den Siegerpokal des WTA-Finals werfen. Die Kielerin gehört beim am Sonntag in Singapur beginnenden Saisonabschluss-Turnier zu den Mitfavoritinnen.

Für Angelique Kerber ging es schon vor Beginn des letzten Höhepunkts einer langen Saison hoch hinaus. Um dem Stress am Tag vor Beginn des WTA-Finals in Singapur (bis 1. November) zu entgehen, setzte sich die deutsche Nummer eins am Samstag in die Seilbahn und entschwebte für ein paar Stunden auf die vorgelagerte Insel Sentosa.

Es war auch eine Flucht vor dem Smog, der seit Wochen den pulsierenden Stadtstaat einhüllt. "Ich musste nochmal raus, um Kräfte zu tanken", sagte Kerber, die am Samstagmorgen noch im Indoor Stadium trainiert hatte und danach feststellte: "Der Court ist sehr langsam, und in der Halle ist es mega-heiß."

Vielleicht ein Vorteil für die topfitte Weltranglistensiebte, denn gerade ihre tschechischen Gruppenkonkurrentinnen Petra Kvitova (Nr. 5) und Lucie Safarova (Nr. 9) sind nach überstandenen Krankheiten körperlich noch nicht wieder bei 100 Prozent. Ihre Mission beginnt für Kerber am Montag ab 13.00 Uhr MEZ im Duell mit der zweimaligen Wimbledonsiegerin Kvitova, gegen die sie eine negative Bilanz hat (2:4).

Beim Blick auf ihre "Weiße Gruppe" kamen der Kielerin dann auch Revanchegelüste. Gegen Kvitova und Safarova hatte die 27-Jährige vor fast genau einem Jahr im Fed-Cup-Endspiel in Prag ihre Einzel verloren. Und im Vergleich mit Garbine Muguruza (Spanien/Nr. 3) hatte "Angie" zuletzt dreimal in Folge den Kürzeren gezogen - unter anderem in Paris und Wimbledon. "Ich will natürlich so viele Matches wie möglich gewinnen. Und ich weiß: Wer es noch einmal schafft, über seine Grenzen zu gehen, der hat die besten Chancen."

Bei der Pressekonferenz aller acht Spielerinnen im Convention Center des Marina-Bay-Sands-Komplex konnte Kerber das Objekt der Begierde schon einmal in Augenschein nehmen. Der pompöse Silber-Pokal mit den eingravierten Gewinnerinnen der inoffiziellen WM stand fast in Reichweite neben ihr.

Und die Reisestrapazen hatte Kerber auch schon fast weggesteckt. Unmittelbar nach ihrer Final-Niederlage in Hongkong am vergangenen Sonntag gegen Jelena Jankovic (Serbien) war sie nach Moskau geflogen, um wie vorgeschrieben persönlich ihre Teinahme am Turnier wegen Rückenbeschwerden abzusagen. Am Montagabend ging es dann noch einmal nach Hause - und am Mittwochabend wieder Richtung Asien. "Ich habe im Flieger die zwölf Stunden fast durchgeschlafen. Das macht mir nichts aus", sagte Kerber.

Bundestrainerin Barbara Rittner traut ihrer Vorzeigespielerin auf der Zielgeraden des Tennisjahres viel zu. "Wenn Angie das abruft, was sie kann", meinte Rittner, "dann gehört sie beim Finale zum Kreis der Mitfavoritinnen."

Kerber hat in diesem Jahr vier Turniere (Charleston, Stuttgart, Birmingham, Stanford) gewonnen. Nur die in Singapur fehlende Branchenführerin Serena Williams (USA) holte mehr Titel (5). Für Kerber ist die dritte Qualifikation für die inoffizielle WM nach 2012 und 2013 gleichermaßen Belohnung wie Herausforderung. Mit einem Halbfinal- oder Endspiel-Einzug könnte sie eine starke Saison krönen.

Und am Horizont sieht Kerber auch schon ihre wohlverdiente Pause. "Mein Fokus liegt voll auf Singapur. Aber es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass danach Urlaub ansteht." Die Wimbledon-Halbfinalistin von 2012 hat in dieser Saison 71 Matches (51:20 Siege) und 24 Turniere bestritten - und dabei 83.700 Flugkilometer zurückgelegt.

(ems/sid)
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