| 18.50 Uhr

Nach Australian-Open-Sieg
Kerber-Coach muss Tanzkurs machen und aus dem Flugzeug springen

Angelique Kerber: Coach muss Tanzkurs machen und aus dem Flugzeug springen
Torben Beltz (l.) muss nach dem Sieg von Angelique Keber Einiges auf sich nehmen. FOTO: dpa, sf ms
Melbourne. Hinter den Erfolgen von Angelique Kerber steht seit mehr als einem Jahrzehnt ihr Trainer Torben Beltz. Der Anteil des hochaufgeschossenen Norddeutschen mit der positiven Aura am jüngsten Erfolg von Kerber ist groß. 

Am Morgen nach dem wahr gewordenen Traum von Melbourne war der Glücksbringer verschwunden. Torben Beltz hatte seinen Bart abrasiert. Jenes haarige Teil, das seinen Schützling Angelique Kerber auf dem Weg zum Australian-Open-Titel so treu begleitet hatte. "Der hat ihn zuletzt schon ein bisschen gejuckt. Jetzt ist er ab", sagte die neue Nummer zwei der Tennis-Welt über den plötzlich glatt rasierten Beltz.

Doch mit oder ohne: Der Anteil des hochaufgeschossenen Norddeutschen mit der positiven Aura am jüngsten Erfolg von Kerber ist groß. "Torben hat auch hier jedes Match so gut analysiert. Wir haben es zusammen geschafft, die Spielerinnen zu schlagen", lobte die Kielerin den 39-Jährigen.

Kerber geht nach Triumph im Yarra River baden FOTO: dpa, sf ms

Kerber ist sich bewusst, was sie auch abseits des Courts an ihrem schlaksigen Coach hat. "Er weiß, wie ich ticke. Wir kennen uns schon so lange", sagte Kerber: "Torben kann auch mit meinen Emotionen umgehen und ist der positivste Mensch, den ich kenne." Wohlwissend, dass sie manchmal ein Dickschädel sein kann: "Wenn ich mir etwas in den Kopf setze, will ich es auch so durchziehen."

Frohnatur Beltz kann gut damit leben. Mit seiner lockeren und ausgleichenden Art hält er Kerber auch in schwierigen Momenten meist bei Laune. Bereits in ihren Juniorzeiten hatte der ehemalige Verbandstrainer aus Schleswig-Holstein die Linkshänderin auf der Tour begleitet. "Sie war ein Ausnahmetalent, ich war schon damals beeindruckt von Angies Spiel", erzählte Beltz. Der Vater von zwei Töchtern, der selbst den Sprung auf die ATP-Tour nicht geschafft hatte, führte Kerber stetig in die Weltspitze.

2014 kam es dann zur zwischenzeitlichen Trennung. "Wir wollten beide mal etwas anderes ausprobieren", begründete Beltz. Kerber (28) reiste fortan mit ihrem neuen Trainer Benjamin Ebrahimzadeh um die Welt, einem Motivationskünstler mit recht deutlicher Ansprache, der so ganz anders zu Werke ging als Beltz.

Kerber feiert im schicken Kleid und mit Champagner FOTO: afp, fk

Nach ihrer Niederlagenserie im Frühjahr 2015 trennte sich Kerber dann von Ebrahimzadeh - und kehrte zu Beltz zurück. "Damals habe ich Torben angerufen und gesagt: Du musst mir helfen". Und Torben, der längst zu "einem Freund" geworden ist, half. Vor dieser Saison haben sich beide zusammengesetzt und die Ziele für 2016 festgelegt. Es soll in dieser Saison bei den großen Turnieren "krachen", wie es Kerber formulierte. In Melbourne hat es schon mal gewaltig gekracht.

Was für Beltz Folgen hat. Er muss nicht nur einen Tanzkurs machen, sondern auch mit seiner "Chefin" aus dem Flugzeug springen. Mit Fallschirm versteht sich. Da vergeht vielleicht auch dem stets freundlichen Beltz mal das Lachen.

(sid)
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