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Australian Open
Kerber holt sich Inspiration bei Graf auf Youtube

Bilder: Kerber träumt vom Finale in Melbourne
Bilder: Kerber träumt vom Finale in Melbourne FOTO: ap, MDB KAJ
Melbourne. Nachdem sie ihren Asarenka-Fluch besiegt und erstmals den Sprung ins Halbfinale der Australian Open geschafft hatte, ließ Angelique Kerber ihren Schläger einfach aus der Hand fallen und blickte ungläubig zu ihrem Trainerteam auf der Tribüne.

Alle sechs Duelle mit der Weißrussin hatte sie zuvor verloren, doch nun war ihr Tag gekommen, sie gewann 6:3, 7:5. Lange feiern konnte Kerber ihren Coup aber nicht, schon in der deutschen Nacht zum Donnerstag steht für sie das Halbfinale gegen Johanna Konta an.

"Angelique Kerber, was war der Schlüssel zum Sieg gegen ihre Angstgegnerin Wiktoria Asarenka im Viertelfinale der Australian Open?"

Fotos: Angelique Kerber – Deutschlands Tennis-Hoffnung FOTO: dpa, ase

Angelique Kerber: "Sie hat das Match nicht verloren, ich habe es gewonnen. Ich bin auch beim Rückstand von 2:5 und 0:40 im zweiten Satz aggressiv geblieben und habe meinen Spielplan bis zum Ende durchgezogen. Ich bin einfach total happy."

"Sie haben auch immer wieder die Faust gezeigt. War das Teil der Strategie gegen die extrovertierte Asarenka?"

Kerber: "Das kommt zum einen aus mir heraus, denn für solche Matches trainiert man hart. Ich wollte deutlich machen, dass ich keine Angst vor denen habe, die die Besten sind. Ich gehöre auch dazu und bin selbstbewusst. Ich bin ein emotionaler Mensch und versuche, mehr Positives zu zeigen. Ich wollte ihr zeigen, dass ich das Spiel gewinnen möchte und an mich glaube."

"Sie könnten nach den Halbfinals bei den US Open 2011 und Wimbledon 2012 im dritten Anlauf zum ersten Mal in ein Grand-Slam-Endspiel einziehen. Wie groß ist die Vorfreude?"

Kerber: "Daran will ich gar nicht erst denken. Ich möchte im Halbfinale einfach so spielen, wie im Training. Ich habe nach dem Viertelfinale einige Nachrichten auf meinem Smartphone gehabt, zum Beispiel von meiner Schwester. Aber ich bin noch nicht dazu gekommen, sie alle zu lesen. Ich will das alles auch gar nicht so an mich heranlassen: Ich bin weiter im Turnier-Modus."

"Im Halbfinale wartet in der Weltranglisten-47. Johanna Konta aus Großbritannien nun eine vermeintlich leichte Gegnerin. Sehen Sie das genauso?"

Kerber: "Sie hat nichts zu verlieren und ist gefährlich. Johanna steht nicht umsonst im Halbfinale, sie hat hier fünf Matches gewonnen. Ich habe noch nie gegen sie gespielt."

"Sie haben im vergangenen Jahr nach einer Durststrecke mit Steffi Graf in Las Vegas trainiert. Welche Rolle spielt sie in ihrer Karriere?"

Kerber: "Steffi ist und war mein Idol. Ich schaue mir immer mal wieder bei Youtube Matches von ihr an. Sie hat mir damals gesagt, dass ich auf dem richtigen Weg sei und immer an mich glauben müsse."

"Ihnen wurde in der Vergangenheit oft mentale Schwäche vorgeworfen. Haben Sie sich Hilfe geholt?"

Kerber: "Ich weiß ja alles, was ich machen muss. Man selbst muss es ja auf dem Court in den wichtigen Momenten umsetzen."

(can/sid)
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