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Australian Open
Kerber holt sich Tipps bei Graf und Federer

Fotos: Kerber besiegt Beck im Achtelfinale
Fotos: Kerber besiegt Beck im Achtelfinale FOTO: dpa, sm ms
Melbourne. Angelique Kerber steht nach einer Grand-Slam-Durststrecke im Viertelfinale der Australian Open. Roger Federer könnte vor dem Duell mit Angstgegnerin Wiktoria Asarenka als Inspiration dienen.

Die Pflicht ist erfüllt, nun hat Angelique Kerber so richtig Lust auf ihre ganz persönliche Melbourne-Kür. "Meine Reise ist hier noch nicht zu Ende. Ich will weiter da rausgehen, gewinnen - und noch ein paar Matches haben", sagte die Weltranglistensechste Kerber nach ihrem Viertelfinal-Einzug bei den Australian Open.

Durch das 6:4, 6:0 im deutschen Achtelfinal-Duell gegen Annika Beck (Bonn) beendete Kerber eine 18-monatige, quälende Durststrecke: Seit Wimbledon 2014 hatte die Kielerin bei bei einem Grand-Slam-Turnier nicht mehr unter den letzten Acht gestanden. "Ich wollte dieses Viertelfinale so sehr", meinte "Angie", die es nach vier Turniersiegen 2015 in diesem Jahr endlich auch auf der großen Bühne "krachen lassen" möchte.

Aus der Erleichterung über den ersten Schritt dorthin wurde bei Kerber aber schnell Angriffslust. Die wird auch nötig sein, denn im Match um das Halbfinale wartet am Mittwoch ausgerechnet ihre Angstgegnerin Wiktoria Asarenka (Weißrussland/Nr. 14) auf die Linkshänderin.

Kerber hat Asarenka noch nie geschlagen

Alle sechs bisherigen Duelle gegen die zweimalige Melbourne-Siegerin hat Kerber verloren - zuletzt vor zwei Wochen das Finale von Brisbane (3:6, 1:6). Doch Asarenka hat trotzdem großen Respekt vor der deutschen Nummer eins. "Sie ist eine großartige Kämpferin, die dir keine Punkte schenkt. Ich muss mein bestes Tennis spielen, um zu gewinnen", sagte Asarenka.

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Die ehemalige Weltranglistenerste hat im bisherigen Turnierverlauf gerade einmal elf Spiele abgegeben. "Es wird eine intensive Partie werden. Ich muss gut aufschlagen und aggressiv spielen", meinte Kerber über ihren Matchplan, den Trainer Torben Beltz ausgearbeitet hat: "Er hat da ein, zwei neue Ideen."

Als Inspiration könnte ihr Superstar Roger Federer (Schweiz) dienen. "Ich bin ein Fan von ihm und habe mich hier mit Roger schon öfter unterhalten. Ich mag es, wie er sein Ding durchzieht", sagte die 28-Jährige, die sich seit ein paar gemeinsamen Trainingseinheiten auch jederzeit Tipps von Steffi Graf holen kann.

Kerber-Team muss zum Tanzkurs

Entspannung findet Kerber in diesen Tagen bei Spaziergängen am Yarra River und bei der Lektüre des neuen Chris-Carter-Thrillers mit dem beängstigenden Titel "Die stille Bestie".

Und auch die obligatorische Wette mit ihrem Coach ist bereits unter Dach und Fach. Wenn die zweimalige Grand-Slam-Halbfinalistin (Wimbledon 2012 und US Open 2011) in Down Under noch weiterkommt, muss ihr gesamtes Team einen Tanzkurs belegen. Dabei stand Kerber in der ersten Runde schon dicht vor dem Aus und musste gegen Misaki Doi (Japan) einen Matchball abwehren.

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In diesem Jahr wohnt die Kielerin in Melbourne erstmals seit langem im Spielerhotel - und nicht in einem Apartment. Bei dem Versuch, endlich den großen Wurf zu landen, setzt der Blondschopf auf neue Impulse.

Schon in der Saison-Vorbereitung war Kerber diesmal nicht in Dubai, sondern trainierte im Tennis-Center ihrer Großeltern im polnischen Puszczykowo. Beltz feilte vor allem am Aufschlag der Fed-Cup-Spielerin, der ihr eine offensivere Spieleröffnung ermöglichen soll.

Lobende Worte hatte nach dem deutschen Prestigeduell in der Rod-Laver-Arena auch die unterlegene Beck parat. "Angie hat gezeigt, warum sie in den Top Ten steht und dort auch hingehört", meinte die 21-Jährige. Sie selbst verließ Melbourne nach dem bislang größten Erfolg ihrer Karriere äußerst stolz: "Für mich war das ein Riesen-Turnier. Es geht jetzt darum, die positiven Sachen rauszuziehen", sagte Beck.

Johanna Konta gegen Zhang Shuai

In einem Überraschungs-Viertelfinale stehen sich die Engländerin Johanna Konta und die Chinesin Zhang Shuai gegenüber. Die 24-jährige Konta bezwang die an Nummer 21 gesetzte Russin Jekaterina Makarowa mit 4:6, 6:4, 8:6. Die im australischen Sydney geborene Konta ist die erste Britin seit Jo Durie 1983, die Down Under so weit gekommen ist.

Die Chinesin gewann gegen Madison Keys aus den USA mit 3:6, 6:3, 6:3 und setzte ihren völlig unerwarteten Siegeszug in Melbourne damit fort. Vor den diesjährigen Australian Open hatte die Qualifikantin bei 14 Versuchen nicht ein einziges Spiel bei einem Grand-Slam-Turnier gewonnen und ihre Karriere bereits beenden wollen. Nun steht sie unter den besten Acht.

(areh/sid)
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