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Australian Open
Kerber: "Mein Ziel ist es, etwas Großes zu holen"

Fotos: Angelique Kerber – die Nummer eins im Damen-Tennis
Fotos: Angelique Kerber – die Nummer eins im Damen-Tennis FOTO: ap, JJ PM FF
Melbourne. Angelique Kerber ist bei den am Montag beginnenden Australian Open die deutsche Hoffnungsträgerin. Die Kielerin hofft, 2016 endlich "etwas Großes zu holen".

Angelique Kerber überließ am Tag vor ihrem 28. Geburtstag nichts dem Zufall. Weil der Hochsommer mit Temperaturen von 34 Grad Celsius zurück ist in Melbourne, legte die deutsche Hoffnungsträgerin bereits um neun Uhr morgens eine Trainingseinheit mit Schweinsteiger-Freundin Ana Ivanovic ein.

Kerber ist nach ihrem starken Saisonstart mit dem Finaleinzug in Brisbane heiß auf die am Montag beginnenden Australian Open (bis 31. Januar). "Ich will 2016 voll angreifen, es soll bei den wichtigen Turnieren endlich krachen", sagte die an Position sieben gesetzte Kielerin dem SID und fügte an: "Mein Ziel ist es, etwas Großes zu holen."

Die erste Gelegenheit dazu bietet sich beim mit insgesamt 28,38 Millionen Euro dotierten Major im Melbourne Park, bei dem insgesamt 15 deutsche Profis (zehn Frauen, fünf Männer) im Hauptfeld stehen. Trotz aller Motivation ist Kerber nicht unglücklich darüber, ihr Erstrundenmatch gegen die 1,59 Meter kleine Misaki Doi (Japan) erst am Dienstag bestreiten zu müssen. "Ich finde es gut, an meinem Geburtstag am Montag spielfrei zu haben", sagte Kerber, die beim ersten Grand-Slam-Turnier der Saison auch Wiedergutmachung für 2015 betreiben will.

Kerber verliert gegen Safarova und verpasst Halbfinale FOTO: afp, DD

Wie ihre Fed-Cup-Kolleginnen Andrea Petkovic (Darmstadt/Nr. 22) und Sabine Lisicki (Berlin/Nr. 30) war die Linkshänderin vor zwölf Monaten gleich zum Auftakt der Australian Open gescheitert. Während Petkovic bereits am Montag gegen Elisaweta Kulitschkowa (Russland) ran muss, ist das Duell von Lisicki mit Petra Cetkovska (Tschechien)
auf Dienstag terminiert.

Petkovic (28), die zum Ende der abgelaufenen Spielzeit mit depressiven Verstimmungen zu kämpfen hatte, wirkte bei den Trainingseinheiten mit ihrem neuen Coach Jan de Witt in Down Under hochkonzentriert. "Ich habe den Spaß am Tennis wiedergefunden", sagte die deutsche Nummer zwei. Entgegen kommt ihr auch der Temperaturanstieg von 15 Grad Celsius in den letzten beiden Tagen.

Serena Williams gibt mit Knieproblemen auf FOTO: afp, ta/RAB/DD

Ein Fragezeichen steht hinter der Form von Sorgenkind Lisicki (26). Den drei Einzel-Pleiten beim Hopman Cup zu Jahresbeginn folgten ein Sieg und eine Niederlage beim Turnier in Sydney. "Ich muss weiter Spielpraxis sammeln", meinte die ehemalige Wimbledon-Finalistin.

Viel höher sind da Kerbers Ansprüche. Kein Wunder: In der vergangenen Saison gewann sie vier Titel und genauso viele Matches wie Branchenführerin Serena Williams (USA). Bei den Grand-Slam-Turnieren allerdings patzte die seit Jahren beständigste deutsche Spielerin: Drei Drittrunden-Niederlagen und eine Erstrunden-Schlappe konnten Kerber nicht zufriedenstellen.

In der Off-Season feilte sie an ihrem Aufschlag und setzt nun auf eine offensivere Spielweise. Bundestrainerin Barbara Rittner traut ihrem Aushängeschild sogar einen Grand-Slam-Coup zu. "Wenn sie ihr bestes Tennis spielt, hat Angie das Zeug dazu", sagte Rittner dem SID. Die Auslosung allerdings hat es in sich: Sollte Kerber ins Viertelfinale kommen, droht ein Duell mit der derzeit wohl stärksten Spielerin: Wiktoria Asarenka (Weißrussland).

Von den allesamt ungesetzten DTB-Männern erwischte Nachwuchshoffnung Alexander Zverev (Hamburg) das härteste Los. Der 18-Jährige, die Nummer 83 im Ranking, bekommt es am Dienstag mit dem Weltranglistenzweiten Andy Murray zu tun. Der Vorjahresfinalist aus Schottland allerdings ist beeindruckt vom 1,98-Meter-Hünen Zverev: "Er hat ein gutes Spiel, schlägt stark auf - und bewegt sich für seine Größe sehr gut", sagte Murray.

Auch die deutsche Nummer eins Philipp Kohlschreiber (Augsburg) ist gegen den ehemaligen US-Open-Finalisten Kei Nishikori (Japan/Nr. 7) klarer Außenseiter. Als haushoher Turnierfavorit gilt der topgesetzte Titelverteidiger Novak Djokovic. Der Serbe holte 2015 drei von vier Grand-Slam-Titeln.

(sid)
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