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Australian Open
Überraschungscoup: Friedsam ringt Vinci nieder

Bilder: Friedsam nach Überraschungssieg im Achtelfinale
Bilder: Friedsam nach Überraschungssieg im Achtelfinale FOTO: afp, FL
Melbourne. Anna-Lena Friedsam hat die Erfolgsserie der deutschen Tennisspielerinnen bei den Australian Open fortgesetzt und steht völlig überraschend im Achtelfinale von Melbourne. Die Weltranglisten-82. gewann gegen US-Open-Finalistin Roberta Vinci (Italien/Nr. 13) nach einem couragierten Auftritt mit 0:6, 6:4, 6:4.

"Das ist unglaublich. Ich kann es gar nicht beschreiben, wie gut ich mich gerade fühle", sagte die 21-jährige Friedsam und dachte an den so klar verlorenen ersten Satz zurück: "Danach habe ich mir einfach gesagt: 'Auf Anna, Du hast nichts zu verlieren. Bewege Dich einfach besser und genieße es'."

Nach 2:10 Stunden verwandelte Friedsam ihren ersten Matchball und feierte den größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere. Selbst von einer Schulterverletzung und einer medizinischen Auszeit im dritten Satz ließ sich die deutsche Meisterin nicht stoppen. Friedsams Gegnerin im Spiel um den Einzug ins Viertelfinale ist am Sonntag die Weltranglistenvierte Agnieszka Radwanska (Polen), die Monica Puig aus Puerto Rico mit 6:4, 6:0 bezwang.

Da es am Samstag in der dritten Runde zum Duell zwischen Annika Beck (Bonn) und Laura Siegemund (Metzingen) kommt, stehen beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres mindestens zwei Deutsche in der Runde der letzten 16. Zuletzt hatten bei den Australian Open 2013 zwei DTB-Starterin im Achtelfinale gestanden.

Siegemund überrascht gegen Jankovic FOTO: ap, MDB KAJ

Zudem hat am sechsten Turniertag auch die an Position sieben gesetzte Kielerin Angelique Kerber (Kiel) noch die Chance auf den Sprung ins Achtelfinale. Drei deutsche Frauen in der Runde der letzten 16 hatte es in Melbourne zuletzt 1988 gegeben.

Die Weltranglisten-55. Beck hatte sich am Donnerstag gegen die French-Open-Halbfinalistin Timea Bacsinszky (Schweiz/Nr. 11) durchgesetzt. Siegemund, die im WTA-Ranking an Position 97 geführt wird, hatte die frühere Weltranglistenerste Jelena Jankovic (Serbien/Nr. 19) ausgeschaltet.

Williams gewinnt Generationenduell

Serena Williams bleibt bei ihrer Mission Titelverteidigung auf Kurs: Die Branchenführerin aus den USA eilte durch ein 6:1, 6:1 im Generationenduell mit der 18-jährigen Daria Kasatkina (Russland) ins Achtelfinale.

In Melbourne benötigte Williams gegen die 16 Jahre jüngere Kasatkina gerade einmal 44 Minuten für ihren Erfolg. Ihr gelangen in der Rod-Laver-Arena 27 direkte Gewinnschläge.

"Es war einer dieser Tage, an denen alles klappte. Manchmal habe ich mich selbst über meine Winner gewundert", sagte die 34-Jährige. Sie trifft in der Runde der letzten 16 am Sonntag auf die ungesetzte Russin Margarita Gasparian.

Mit ihrem insgesamt siebten Coup im Melbourne Park könnte Williams ihr Grand-Slam-Konto auf 22 Titel aufstocken und so mit Rekordhalterin Steffi Graf gleichziehen.

In der vergangenen Saison hatte Williams eine beeindruckende Bilanz von 53:3 Siegen vorzuweisen. Sie gewann die Major-Turniere in Melbourne, Paris und Wimbledon, scheiterte bei den US Open in New York allerdings sensationell im Halbfinale an Roberta Vinci (Italien). Damit platzte auch der Traum von Williams, als erste Spielerin seit Steffi Graf 1988 den Grand Slam zu gewinnen.

Scharapowa gibt ersten Satz ab

Die Russin Maria Scharapowa steht trotz ihres ersten Satzverlustes im Achtelfinale. Die Vorjahresfinalistin benötigte für das 6:1, 6:7 (5:7), 6:0 gegen Lauren Davis (USA) 2:14 Stunden.

Die 28-jährige Scharapowa, die das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres 2008 gewonnen hatte, leistete sich in der Rod-Laver-Arena 42 unerzwungene Fehler (44 Winner). Zwischen der 1,88 Meter großen Scharapowa und Davis (1,57 m) lag ein Größenunterschied von 31 Zentimetern.

In der Runde der letzten 16 trifft die fünfmalige Major-Siegerin Scharapowa (Nr. 5) am Sonntag auf Belinda Bencic. Die 18-jährige Schweizerin, in Melbourne an Position zwölf gesetzt, hatte beim 4:6, 6:2, 6:4 in ihrem Drittrunden-Match gegen Katerina Bondarenko aus der Ukraine ebenfalls Probleme.

(sid)
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