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Australian Open
Friedsam weiter, Debakel für Herren, Lisicki verliert Rekord

Fotos: Friedsam bejubelt Zweitrunden-Sieg
Fotos: Friedsam bejubelt Zweitrunden-Sieg FOTO: dpa, mi ms
Melbourne. Anna-Lena Friedsam hat bei den Australian Open als erste deutsche Tennisspielerin die dritte Runde erreicht. Die 21-Jährige setzte sich am Mittwoch in Melbourne gegen die Chinesin Wang Qiang klar mit 6:3, 6:4 durch.

Damit hat die deutsche Meisterin erstmals bei einem Grand-Slam-Turnier die zweite Runde überstanden. Friedsam verwandelte nach 68 Minuten ihren ersten Matchball. Sie trifft nun auf die Italienerin Roberta Vinci.

Friedsam "Es gibt noch viel zu verbessern"

"Ich freue mich sehr, dass ich erstmals bei einem Grand Slam in der dritten Runde stehe", sagte Friedsam nach der Partie. "Das ist ein Schritt in die richtige Richtung, aber es gibt auch noch viel zu verbessern."

Gegen Wang Qiang, die in der ersten Runde überraschend Sloane Stephens aus den USA bezwungen hatte, zeigte Friedsam von Beginn an einer sehr konzentrierte Leistung. "Ich war sehr dominant, das hat mir sehr gut gefallen", sagte die Nummer 82 der Welt.

Im ersten Satz gelang Friedsam das entscheidende Break zum 3:1. Im zweiten Durchgang nahm sie der Chinesin gleich zweimal das Service ab. Zwar musste sie danach auch einmal ihren Aufschlag abgeben, der verdiente Erfolg geriet aber nicht mehr in Gefahr.

Brands scheitert

Qualifikant Daniel Brands hat den Einzug in die dritte Runde der Australian Open verpasst und ist in Melbourne als achter deutscher Profi ausgeschieden. Der Weltranglisten-151. aus Deggendorf unterlag dem Spanier Guillermo Garcia-Lopez (Nr. 26) in 2:29 Stunden mit 6:4, 1:6, 6:7 (0:7), 3:6.

Brands hatte zwei Tage zuvor erstmals seit Wimbledon 2013 wieder die Auftaktrunde eines Major-Turniers überstanden. Die frühere Nummer 51 der Welt war vor zwei Jahren am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt und danach nicht wieder richtig in Schwung gekommen.

Damit hat bei den Herren kein deutscher Spieler die zweite Runde überstanden. Es ist das schlechteste Abschneiden der DTB-Männer in Down Under seit 2011. In Wimbledon 2014 hatte zuletzt bei einem Grand Slam ebenfalls kein Deutscher in der dritten Runde gestanden.

Williams und Scharapowa ohne Mühe

Ohne Mühe zog Titelverteidigerin Serena Williams in die dritte Runde ein. Die Nummer eins der Welt gewann gegen Hsieh Su-Wei aus Taiwan klar mit 6:1, 6:2. "Ich war von Anfang an sehr fokussiert", sagte die Amerikanerin. Problemlos weiter kam ebenfalls Maria Scharapowa. Die Russin siegte gegen Aliaxandra Sasnowitsch aus Weißrussland mit 6:2, 6:1.

Die Weltranglisten-Sechste Petra Kvitova schied dagegen überraschend gegen die Australierin Daria Gavrilova mit 4:6, 4:6 aus.

Federer und Djokovic ohne Mühe

Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer hat derweil auch seine zweite Hürde bei den Australian Open locker genommen. Beim 6:3, 7:5, 6:1 gegen Alexander Dolgopolow (Ukraine) gelangen dem Schweizer unter anderem 25 Asse. In der 1:33 stündigen Partie in der Rod-Laver-Arena im Melbourne Park ließ der an Position drei gesetzte Federer keinen einzigen Breakpunkt zu.

Es war der insgesamt 299. Sieg des 34-Jährigen in einem Major-Turnier. Federer hat die Australian Open bislang viermal gewonnen - zuletzt 2010. Mit einem weiteren Triumph beim "Happy Slam" in diesem Jahr könnte er der älteste Grand-Slam-Gewinner seit 1972 werden.

Auch Titelverteidiger Novak Djokovic hat  ohne große Mühe die dritte Runde erreicht. Die serbische Nummer eins der Tennis-Welt gewann am Mittwoch bei den Australian Open gegen Quentin Halys aus Frankreich mit 6:1, 6:2, 7:6 (7:3). Djokovic benötigte 1:40 Stunden für seinen Erfolg. 

Pliskova holt sich Lisickis Rekord

Fed-Cup-Spielerin Sabine Lisicki ist nach sieben Monaten einen ihrer beiden Aufschlag-Rekorde los. Die tschechische Qualifikantin Kristyna Pliskova schlug in ihrem Zweitrundenmatch bei den Australian Open in Melbourne 31 Asse.

Damit übertraf die Schwester der Weltranglisten-Zwölften Karolina Pliskova die Berlinerin Lisicki um vier Asse. Den bisherigen Rekord hatte die Wimbledonfinalistin von 2013 im vergangenen Juni beim Turnier in Birmingham aufgestellt. Damals hatte Lisicki das Spiel gegen Belinda Bencic (Schweiz) gewonnen. Kristyna Pliskova verlor am Mittwoch die Partie gegen Monica Puig (Puerto Rico) in 2:20 Stunden mit 6:4, 6:7 (6:8), 7:9.

Die 26-jährige Lisicki kann sich damit trösten, dass sie seit Juli 2014 den Rekord für den schnellsten Aufschlag (211 km/h) hält.

(can/sid/dpa)
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