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"Unglaublich gespielt"
Djokovic gewinnt Gigantenduell gegen Federer

Bilder: Federer ohne Chance gegen Djokovic
Bilder: Federer ohne Chance gegen Djokovic FOTO: ap, MDB KAJ
Das Gigantenduell von Melbourne hielt nicht, was es versprach. Novak Djokovic ließ Roger Federer im Halbfinale keine Chance.

Boris Becker hatte sich auf einen Tennis-Leckerbissen gefreut. Was er geboten bekam, war eine eindrucksvolle Macht-Demonstration seines Schützlings Novak Djokovic. Nachdem der topgesetzte Titelverteidiger im Halbfinale der Australian Open seinen Dauerrivalen Roger Federer mit 6:1, 6:2, 3:6, 6:3 entzaubert hatte, gab Djokovic unumwunden zu: "In den ersten beiden Sätzen war es das Beste, was ich jemals gegen Roger gezeigt habe. Im Moment bin ich auf dem Höhepunkt meiner Schaffenskraft."

Auch Becker war tief beeindruckt von dem Serben. Noch Minuten nach dem verwandelten Matchball von Djokovic saß der dreimalige Wimbledonsieger in der Box der Rod-Laver-Arena und blickte fasziniert drein. "Novak war noch nie besser als in den letzten 18 Monaten", hatte Becker bereits vor dem Gigantenduell gesagt.

Im Endspiel am Sonntag (9.30 Uhr MEZ/Eurosport) greift Djokovic nach seinem sechsten Melbourne-Titel seit 2008. Gegner ist entweder der viermalige Finalist Andy Murray (Großbritannien/Nr. 2) oder Milos Raonic (Nr. 13), der als erster Kanadier im Semifinale von Melbourne steht.

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Der 34-jährige Federer wollte sich die Enttäuschung über die bittere Niederlage nicht anmerken lassen. Zwar hatte sich der Maestro das rote Basecap bei der Pressekonferenz tief ins Gesicht gezogen, am Boden zerstört wirkte er aber keineswegs. "Wenn es bei Novak läuft, ist er schwer zu stoppen. Seine Returns sind so gut wie die von Andre Agassi", lobte Federer, der im vergangenen Jahr bereits die Finals von Wimbledon und den US Open gegen den "Djoker" verloren hatte.

Seit seinem Coup auf dem Heiligen Rasen 2012 wartet der "FedExpress" bereits auf Major-Titel Nummer 18. "Aber ich fühle mich fit und freue mich auf die nächsten Wochen", sagte Federer, der das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres zuletzt 2010 gewinnen konnte.

Doch Branchenführer Djokovic scheint auch in der Saison nach seinem Traumjahr 2015 schwer zu bezwingen. "Robot-ovic" titelte am Donnerstag die Herald Sun, nachdem der einstige Wimbledonsieger Goran Ivanisevic gesagt hatte: "Nur einer kann Novak schlagen: Ein Roboter."

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Selbst nach seinen 100 unforced errors im Achtelfinale gegen Gilles Simon (Frankreich) ging Djokovic als Sieger vom Platz. "Das zeigt, wie gut er ist. Oder wie schlecht die anderen sind", meinte Ivanisevic.

Federer, der nur einen von vier Breakchancen nutzen konnte, hatte erst einmal in den vorherigen 44 Duellen einen Satz mit 1:6 gegen Djokovic verloren. "Ich habe trotzdem weiter Selbstvertrauen. Das verschwindet auch nicht so schnell", behauptete der Vierfach-Vater, der sich 52 unforced errors erlaubte - Djokovic kam nur auf 20.

Der Serbe genießt trotz seiner Dominanz aber weiterhin die Rivalität mit Federer und Rafael Nadal (Spanien). "Sie haben mich zu einem besseren Spieler gemacht. Ich habe hart dafür gearbeitet, sie herausfordern zu können", erklärte der 28-Jährige. Alles spricht derzeit für Melbourne-Titel Nummer sechs für "Robot-ovic".

(sid)
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