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Murray würde auf Finale verzichten
Baby-Alarm versetzt Melbourne in Angst

Djokovic triumphiert erneut in Melbourne
Djokovic triumphiert erneut in Melbourne FOTO: afp, DD
Melbourne. Melbourne fürchtet vor den Traumfinale zwischen Novak Djokovic und Andy Murray den Baby-Alarm von der Insel. Das Endspiel beim ersten Grand-Slam-Turniers des Jahres könnte sogar in letzter Sekunde noch platzen.

Melbourne fürchtet den Baby-Alarm von der Insel. In den Stunden bis zum Traumfinale zwischen Titelverteidiger Novak Djokovic und Andy Murray am Sonntag (9.30 Uhr MEZ/Eurosport) werden die Fans bangen müssen. Denn sollte Mister Murray einen dringenden Anruf aus London von seiner hochschwangeren Frau Kim erhalten, würde sich der werdende Vater sofort in den Flieger setzen - ohne auch nur einen einzigen weiteren Ball in der Rod-Laver-Arena zu schlagen.

"Ich werde sofort nach Hause fliegen, wenn es losgeht und Kim ins Krankenhaus muss. Für mich sind mein Kind und meine Frau wichtiger als ein Tennis-Match", sagte Davis-Cup-Sieger Murray. Noch nie ist ein Grand-Slam-Endspiel aus diesem Grund ausgefallen.

Doch Branchenführer Djokovic würde im Fall der Fälle Verständnis aufbringen für den Schotten. "Ich bin ja auch vor fast 15 Monaten Vater geworden. Die Familie geht vor, ich würde Andys Abreise verstehen", meinte der Topfavorit, der in den Tagen von Melbourne seinem neuen Spitznamen "The Perfect One" fast immer gerecht wurde.

Selbst als der 28-Jährige im Achtelfinale gegen Gilles Simon (Frankreich) 100 (!) unbedrängte Fehler fabrizierte, gewann er nach 4:32 Stunden in fünf Sätzen. "Eigentlich kann nur ein Roboter Novak schlagen", mutmaßte der frühere Wimbledonsieger Goran Ivanisevic.

Auch Djokovic-Trainer Boris Becker ist überzeugt vom sechsten Melbourne-Titel seines Schützlings, mit dem er zu Rekordgewinner Roy Emerson (Australien) aufschließen würde. "Novak war nie besser als in den vergangenen 18 Monaten", meinte Becker, der bei tennisnet.com gestand: "Ich erlebe ungeahnte Glücksmomente mit ihm. Es ist eine wunderbare Reise mit Novak."

Die Dominanz von "Robot-ovic" hatte nach seiner "brutalen Show" (The Herald Sun) im Halbfinale auch der gnadenlos unterlegene Schweizer Roger Federer anerkennen müssen. "Er ist derzeit die Herausforderung für alle anderen", sagte der Grand-Slam-Rekordsieger nach der Abreibung in vier Sätzen.

Der Hochgelobte fühlt sich momentan "auf dem Höhepunkt meiner Schaffenskraft". Energie gibt ihm seine Familie mit Frau Jelena und Sohn Stefan. Nach der vergangenen Traum-Saison mit dem Gewinn von drei Majors und insgesamt 82:6 Siegen legte er für ein paar Wochen den Schläger aus der Hand. "Das war wichtig", erzählte "Nole". Jetzt ist der Erfolgshunger zurück.

Und Murray weiß um die Stärken der Nummer eins. Trotzdem versuchte er, seinem fünften Melbourne-Finale in den vergangenen sieben Jahren positiv entgegenzublicken. Nicht leicht bei vier Endspiel-Niederlagen - drei davon gegen Djokovic. "Ich sehe keinen Grund, warum es nicht möglich sein sollte, diesmal zu gewinnen", meinte Murray Nach den Erfolgen bei den US Open 2012 und Wimbledon 2013 peilt der "Highlander" in Down Under seinen dritten Major-Coup an.

Die Statistik spricht vor der Neuauflage des letztjährigen Endspiels in der Rod-Laver-Arena aber klar für Djokovic. Der Serbe hat zehn der vergangenen elf Duelle gegen den sieben Tage älteren Murray gewonnen. "Es wird ein hartes Match, aber ich bin bereit", sagte die Nummer eins der Tennis-Welt am Samstag. Jetzt heißt es warten. Auf das Finale - oder den Anruf aus London.

(old/sid)
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