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Preisgeld-Rekord
Federer oder Djokovic: Wer knackt 100-Millionen-Grenze zuerst?

Die ewige Grand-Slam-Bestenliste
Die ewige Grand-Slam-Bestenliste
Melbourne. Wer wird der erste "100-Millionen-Mann" - Roger Federer oder Novak Djokovic? Die Preisgeld-Rekorde im Profitennis purzeln weiter.

Bei den Australian Open wird der erste "100-Millionen-Dollar-Mann" im Profitennis noch nicht gekrönt. Schade eigentlich, denn beim Grand-Slam-Auftakt des neuen Jahres mögen sie seit jeher Premieren der besonderen Art.

Doch das Preisgeld in Melbourne ist einfach nicht hoch genug, um Roger Federer oder Novak Djokovic schon in diesen Tagen den Sprung durch die historische Dollar-Schallmauer zu ermöglichen.

Grand-Slam-Rekordsieger Federer (Schweiz) hatte vor dem Startschuss in Australien bislang 97,34 Millionen Dollar verdient, sein Halbfinal-Gegner Djokovic (Serbien) strich 94,25 Millionen Dollar ein. Sieger und Siegerin des Majors in Down Under kassieren jeweils rund 2,33 Millionen Dollar.

Was andererseits aber die enorme Entwicklung der Preisgelder in den letzten zehn Jahren dokumentiert. Während das Turnier 2006 mit 13,5 Millionen Dollar dotiert war, sind es diesmal umgerechnet 30,8 Millionen Dollar - was eine Steigerung um mehr als das Doppelte bedeutet.

Die Profis können damit natürlich gut leben. "Die Summen klingen natürlich erst einmal sehr hoch", sagte die ehemalige Nummer eins Caroline Woznicki (Dänemark): "Aber wir haben ja auch einen enormen finanziellen Aufwand."

Die Besten haben im Jahr Kosten zwischen 300.000 und 500.000 Dollar für Hotels, Flüge und die Bezahlung von Trainern und Physiotherapeuten. "Außerdem muss man bedenken, dass man als Spieler einen hohen Preis zahlt - wir bezahlen mit unserer Gesundheit. Zudem hatten wir nicht die Möglichkeit, eine gute Ausbildung zu machen", meinte die deutsche Nummer zwei Andrea Petkovic (Darmstadt).

Als Martina Navratilova 1982 als erste Athletin der Welt mehr als eine Million Dollar Preisgeld in einem Jahr gewann, sagte sie: "Ich habe jetzt genug Geld für den Rest meines Lebens. Selbst wenn ich ab sofort keine Turniere mehr spiele." Die neunmalige Wimbledongewinnerin machte natürlich noch weiter - und bekam die rasante Entwicklung der Siegprämien mit.

Was die ehemalige Weltranglistenerste Kim Clijsters aus Belgien 2003 noch in einer Saison verdiente (vier Millionen Dollar), hatte die zweimalige Australian-Open-Gewinnerin

Wiktoria Asarenka neun Jahre später in vier Monaten eingespielt.

Die US Open wollen ihr Preisgeld bis zum Jahr 2017 auf mehr als 50 Millionen Dollar erhöhen. Damit hätte sich die Gesamtgage beim glamourösen Hartplatz-Event in Flushing Meadows vor den Toren New Yorks in fünf Jahren verdoppelt.

In Wimbledon allerdings werden die Profis ordentlich zur Kasse gebeten. Seit 2010 gibt es ein Gesetz, das besagt, dass Sportler nicht nur 50 Prozent ihres auf der Insel verdienten Preisgeldes dem Fiskus überlassen müssen, sondern auch noch die Hälfte der in diesem Zeitraum verdienten Sponsoring-Millionen.

Ein Schweizer Boulevardblatt hat ausgerechnet, dass Federer seit seinem ersten Wimbledon-Auftritt 1999 in Großbritannien rund 29 Millionen Euro an Steuern gezahlt hat. Der angehende "100-Millionen-Dollar-Mann", der am Donnerstag im Halbfinale von Melbourne auf seinen direkten Rivalen Djokovic trifft, wird es verkraften können.

(sid)
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