| 14.10 Uhr

Australian Open in Melbourne
Zuschauerin stürzt auf den Kopf – Kerber und Siegemund weiter

Zuschauerin stürzt bei Ivanovic-Sieg auf den Kopf
Zuschauerin stürzt bei Ivanovic-Sieg auf den Kopf FOTO: dpa, mi ks
Melbourne. Schock bei den Australian Open in Melbourne: Während des Zweitrundenmatches der Serbin Ana Ivanovic gegen die lettische Qualifikantin Anastasia Sevastova stürzte eine Zuschauerin mehrere Meter die Treppen in der Rod-Laver-Arena hinunter und fiel auf den Kopf.

Das Match wurde daraufhin für knapp 35 Minuten unterbrochen, damit die Verunglückte von Ärzten und Sanitätern behandelt werden konnte. "Uns wurde gesagt, dass sie atmet. Ich hoffe, ihr geht es bald wieder gut", sagte die ehemalige French-Open-Siegerin Ivanovic, die das Match 6:3, 6:3 gewann. "Ich habe den Schlag gehört, er war wirklich laut und ich war geschockt. Ich habe gezittert", sagte die an Position 20 gesetzte Ivanovic.

Angelique Kerber steht in der dritten Runde. Die deutsche Nummer eins setzte sich 6:2, 6:4 gegen die Rumänin Alexandra Dulgheru durch und trifft nun auf die US-Amerikanerin Madison Brengle. Das Aus beim ersten Grand-Slam-Turnier der Tennis-Saison kam dagegen für Tatjana Maria, die gegen die an Nummer 21 gesetzte Russin Jekaterina Makarowa beim 4:6, 2:6 ohne Chance war. Ebenfalls draußen ist Julia Görges (Bad Oldesloe), die ihrer Doppelpartnerin Karolina Pliskova aus Tschechien (Nr. 9) mit 6:7 (5:7), 1:6 unterlag.

Laura Siegemund sorgte unterdessen für eine große Überraschung. Die 27 Jahre alte Tennisspielerin aus Metzingen gewann am Donnerstag in Melbourne gegen die Serbin Jelena Jankovic mit 3:6, 7:6 (7:5), 6:4 und steht damit als zweite deutsche Tennisspielerin in Runde drei.

Annika Beck hat bei den Australian Open als vierte deutsche Tennisspielerin die dritte Runde erreicht. Die Bonnerin setzte sich am Donnerstag in Melbourne gegen die an Nummer elf gesetzte Schweizerin Timea Bacsinszky überraschend klar mit 6:2, 6:3 durch. Beck und Siegemund treffen nun am Samstag aufeinander, so dass in Melbourne eine Deutsche auf jeden Fall das Achtelfinale erreichen wird.

Siegemund machte ihren Erfolg gegen die ehemalige Nummer eins der Welt nach 2:29 Stunden perfekt. Vor ihr hatte am Mittwoch bereits Anna-Lena Friedsam die zweite Runde überstanden. Für Sabine Lisicki kam dagegen am Donnerstag in der zweiten Runde das Aus. Die Berlinerin verlor gegen Denisa Allertova aus Tschechien mit 3:6, 6:2, 4:6.

"Der Sieg bedeutet die Welt für mich", sagte Siegemund nach dem größten Erfolg ihrer bisherigen Karriere im Sieger-Interview auf dem Court der Hisense Arena. "Es war unglaublich, vor diesem Publikum zu spielen. Es hat so viel Spaß gemacht", sagte die Nummer 97 der Welt. Zuvor hatte sie erst zweimal überhaupt bei einem Grand-Slam-Turnier im Hauptfeld gestanden, bei ihrer dritten Teilnahme stürmte sie nun direkt in Runde drei.

Schon im ersten Satz hielt Siegemund gegen die US-Open-Finalistin von 2008 sehr gut mit, konnte ihre Chancen aber noch nicht nutzen. Im zweiten und dritten Durchgang legte sie dann aber ihre Nervosität ab und überzeugte mit druckvollem und variablem Spiel. "Ich bin überglücklich", sagte Siegemund.

Lisicki nicht fit genug

Vorbei sind die Australian Open dagegen für Lisicki. Gegen die Tschechin Allertova war der Berlinerin ihre Fitnessrückstand nach der langen Pause wegen einer Knieverletzung deutlich anzumerken. "Mir fehlen einfach noch die Matchpraxis und die Schläge aus dem Training", sagte Lisicki. "Aber das ist nach nur fünf Wochen Training auch nicht anders zu erwarten."

Nach der Rückkehr nach Deutschland will Lisicki daher einen weiteren Reha-Block einbauen, um ihre Defizite aufzuholen. Zudem hat sie sich für die nahe Zukunft etwas ganz Besonderes vorgenommen. In ihrem Garten in Köln will die ehemalige Wimbledon-Finalistin ihren eigenen Tennisplatz bauen und dafür rund 65.000 Euro investieren. "Damit ich dann spielen kann, wann ich will und solange wie ich möchte."

In Angelique Kerber, Julia Görges, Annika Beck und Tatjana Maria haben am Donnerstag noch vier weitere deutsche Spielerinnen die Chance, in die dritte Runde einzuziehen. Bei den Herren sind dagegen alle deutschen Vertreter ausgeschieden.

(seeg/can/dpa)
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