| 14.50 Uhr

Becker erhält neue Position beim DTB
Wichtiger Schritt für das deutsche Tennis

Becker kommt auf Krücken zu seiner Inthronisierung
Becker kommt auf Krücken zu seiner Inthronisierung FOTO: rtr, KP/MAT
Meinung | Frankfurt/Main. Der Deutsche Tennis Bund (DTB) hat Boris Becker als Head of Tennis installiert. Die Personalie ist ein deutliches Zeichen für die Branche und für die aufstrebenden deutschen Talente um Alexander Zverev. Von Gianni Costa

Boris Becker ist die Lichtgestalt im deutschen Tennis. In den vergangenen Jahren war es allerdings immer mal wieder zappenduster um ihn herum. Diverse Liebschaften, Steuerbetrügereien, eine insgesamt bemitleidenswerte Selbstdarstellung. Becker hat nie verstanden, warum ihm, dem Volkshelden, nicht uneingeschränkt zugejubelt wurde. Im Ausland ist man tatsächlich nicht so streng mit ihm ins Gericht gegangen. Dort ist er für immer 17 geblieben, das Alter, in dem er zum ersten Mal das Grand-Slam-Turnier in Wimbledon auf dem "Heiligen Rasen" gewinnen konnte.

Nun ist Boris Becker auch in Deutschland endlich wieder in seinem Metier präsent. Der Deutsche Tennis Bund (DTB) kann ein Aushängeschild wie ihn sehr gut gebrauchen. Gerade wächst Großes heran. Alexander Zverev ist auf dem Sprung zum Superstar der Branche – und Becker seit Jahren ein enger Vertrauter der Familie. Das ist keine unwichtige Konstellation, wenn es darum geht, Zverev auch weiterhin davon zu überzeugen, im Davis Cup anzutreten. Es ist für den Verband eine historische Chance, wieder bei den ganz Großen mitspielen zu können und so den Abstand zu anderen Tennisnationen zu verkleinern. Deutschland ist nur noch eine vergleichsweise kleine Nummer im internationalen Vergleich. Top-Talente wie Zverev konnten bislang nur mit geringen Summen gefördert werden – 60.000 Euro, mehr geht nicht. Andere Länder wie Australien oder Spanien investieren mehrere hundert Tausend Euro, um Spieler an die Weltspitze zu führen.

Die Personalie Becker ist nun der absolut richtige Schritt. Es ist ein Ausrufezeichen in der Branche, ein deutliches Signal an Talente, die in der Vergangenheit sich nicht im Klaren waren, ob sie beim DTB richtig betreut werden. Der Verband, und besonders DTB-Vize Dirk Hordorf als Strippenzieher, hat verstanden, dass man ein Aushängeschild dieser Gewichtsklasse braucht, um die Sportart wieder in der öffentlichen Wahrnehmung zu etablieren.

Becker hat diese Chance verdient. Er kann nun auch dem deutschen Publikum zeigen, was er im Tennis-Zirkus bewegen kann.

(gic)
 
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