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Fed Cup in Rumänien
Kerber: "Es kann losgehen, wir sind bereit"

Fed Cup: Angelique Kerber hat keine Angst vor dem Hexenkessel
Die deutschen Fed-Cup-Damen haben keine Angst vor dem Hexenkessel in Rumänien. FOTO: dpa, hak
Düsseldorf. Vor dem heißen Tanz im Hexenkessel von Cluj gab Angelique Kerber Entwarnung. "Der Jetlag ist zwar noch ein bisschen da, aber ich fühle mich ansonsten wieder gut.

"Es kann losgehen, wir sind bereit", sagte die Australian-Open-Siegerin mit Blick auf das schwierige Play-off-Spiel des Fed-Cup-Teams gegen Gastgeber Rumänien am Samstag und Sonntag (jeweils 12 Uhr/live im Radiostream bei RP ONLINE).

Gedanken an den ersten Abstieg seit 2012 versucht Kerber, die nach ihrer Rückkehr aus den USA erst am Mittwoch angereist war, einfach auszublenden. "Ich denke nicht an den 'worst case'", betonte die Weltranglistendritte, die in Draculas transsilvanischer Heimat die Hoffnungsträgerin der Gäste ist.

Fragen und Antworten zum Play-off-Spiel der DTB-Damen

Kerber eröffnet das Play-off-Duell

Deshalb könnte dem DTB-Quartett die Auslosung am Freitag im Untergeschoss des Mannschafts-Hotels auch in die Karten gespielt haben. Als Favoritin eröffnet Kerber am Samstag gegen Irina-Camelia Begu (WTA-Nr. 35) das Duell in der seit Wochen mit 7500 Zuschauern ausverkauften Sala-Polivalenta-Arena.

In Charleston hatte die Kielerin die rumänische Nummer zwei Begu jüngst besiegt. "Ich hoffe, das ist ein kleiner psychologischer Vorteil für mich", sagte Kerber: "Aber eigentlich fängt alles bei Null an."

Teamchefin Barbara Rittner hat zunächst nur einen Wunsch: "Es wäre schön, wenn wir im ersten Match vorlegen könnten." Wohl wissend, dass anschließend die fanatischen Fans ihre Volksheldin Simona Halep (WTA-Nr. 6) gegen Andrea Petkovic mit allen Mitteln zum Sieg treiben wollen.

Und Petkovic ist sich der besonderen Bedingungen in der modernen, aber dunklen Halle bewusst. "Es wird sehr stickig, und man wird viel schwitzen. Es ist wichtig, vorher viele Elektrolyte zu sich zu nehmen", meinte Petkovic, die Nummer 30 im Ranking.

Die eloquente Hessin sinnt gegen Halep auf Revanche. 2014 hatte Petkovic das Halbfinale der French Open gegen die Rumänin verloren. "Wenn ich mir aussuchen könnte, welches Match meiner Karriere ich noch mal spielen könnte, dann dieses in Paris", verriet "Petko", die bislang sämtliche fünf Vergleiche mit Halep verloren hat: "Zuletzt bin ich aber immer näher dran gewesen."

Petkovic bekommt Vorzug vor Beck

Petkovic bekam den Vorzug gegenüber Annika Beck (Bonn/Nr. 41), die im Februar ihr Einzel-Debüt im Erstrundenduell gegen die Schweiz (2:3) gewonnen hatte. Im Kampf um den Klassenerhalt will sich Petkociv an ihrem Lieblings-Fußballverein Darmstadt 98 ein Beispiel nehmen. "Ich glaube, dass sie den Willen zeigen, in der ersten Liga zu bleiben. Sie kämpfen um jeden Ball, rennen und spielen auch manchmal mit unfairen Mitteln. Sie machen alles, was geht, um zu gewinnen", sagte die Weltranglisten-30. Petkovic.

Ebenso wie die "Lilien" müsse man "die Leidenschaft und den Willen" zeigen, in der ersten Weltgruppe zu bleiben. "Der Rest", sagte die Darmstädterin Petkovic, "wird schon kommen".

Chancen für den Klassererhalt bei "50:50"

Rittner ("Die Tagesform wird entscheiden") sieht die Chancen für den Klassererhalt bei "50:50". "Der Gedanke an den Abstieg lähmt mich nicht, er motiviert mich eher", sagte die 42-Jährige. Für das Doppel am Sonntag sind Beck und Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 59) nominiert.

Die Stimmung im deutschen Team jedenfalls ist trotz der wachsenden Anspannung sehr gut. Für Lacher bei Kerber und Co. sorgte bei der Auslosung die Tatsache, dass sich auf dem Namensschild von DTB-Präsident Ulrich Claus gleich zwei Fehler ("Klaus Ulrich") eingeschlichen hatten.

Doch der Druck ist allseits präsent: Sollte das DTB-Quartett verlieren, könnte es wohl frühstens 2018 nach dem ersehnten Titel greifen, den eine deutsche Auswahl schon zweimal (1987 und 1992) gewonnen hatte. Allerdings gäbe es in diesem Fall noch die kleine Hoffnung, dass die Internationale Tennis-Federation (ITF) die Weltgruppe bereits Ende 2016 reformiert und von acht auf 16 Teams aufstockt. Dies ist seit einiger Zeit im Gespräch.

(sid)
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