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French Open
Zwei Mitfavoritinnen nach Aus im Regen stinksauer

French Open 2016: Agnieszka Radwandska schimpft nach Pleite im Regen
Agnieszka Radwandska war nach ihrem Aus im Achtelfinale mächtig angefressen. FOTO: dpa, sam
Paris . Die Weltranglistenzweite Agnieszka Radwandska (Polen) hat die Turnierverantwortlichen bei den French Open nach ihrem Achtelfinal-Aus harsch kritisiert.

Dicke Luft im Regen von Paris: Die Verantwortlichen der French Open sind wegen des Umgangs mit dem Wetterchaos schwer in die Kritik geraten. "Ich bin stocksauer. Wir mussten im Regen spielen, das kann nicht sein. Das hier ist schließlich ein Grand Slam", schimpfte die Weltranglistenzweite Agnieszka Radwanska (Polen) nach ihrer 6:2, 3:6, 3:6-Pleite im Achtelfinale gegen Zwetana Pironkowa (Bulgarien).

Die ansonsten so besonnene WTA-Weltmeisterin erhob schwere Vorwürfe. "Man denkt nicht daran, was wir wollen. Da spielen wohl andere Dinge ein Rolle", mutmaßte sie und spielte auf die wirtschaftlichen und logistischen Zwänge der mit 32 Millionen Euro dotierten Großveranstaltung an. Wegen der ständigen Verzögerungen herrscht Zeitdruck am Bois de Boulogne.

Auch die ebenfalls gescheiterte Madrid-Siegerin Simona Halep aus Rumänien (Nr. 6) zeigte sich erschüttert über den Umgang mit den Profis. "Ich bin sprachlos. Auf uns wird keine Rücksicht genommen. Es war eigentlich unmöglich zu spielen. Das war zu viel", meinte die ehemalige Paris-Finalistin nach dem 6:7 (0:7), 3:6 gegen Samantha Stosur (Australien/Nr. 21) und fügte an: "Ich musste aufpassen, dass ich mich nicht verletze."

Am Montag hatte es beim bedeutendsten Sandplatz-Tournament den ersten "Washout" seit 16 Jahren gegeben. Nur an vier der bisherigen zehn Spieltage fiel kein Regen - allerdings wird es erst 2020 ein Dach geben. Schirme waren auf der Anlage zeitweise ausverkauft. Im Internet gibt es schon eine Abstimmung, ob die 115. French Open die tristeste Major-Veranstaltung überhaupt sind.

Novak Djokovic als "Rainman" gefeiert

Wegen des erneut schlechten Wetters über dem Stade Roland Garros blieb am Dienstag auch noch die Krönung von Novak Djokovic zum ersten 100-Millionen-Dollar-Mann im Welttennis aus. Doch der Branchenführer aus Serbien ließ sich die Laune nicht verderben.

Grinsend lief der "Djoker" in einer Pause mit einem aufgespannten Schirm an der Grundlinie entlang und wurde als "Rainman" gefeiert. Weil sein Achtelfinale gegen Roberto Bautista Agut (Spanien/Nr. 14) beim Stand von 3:6, 6:4, 4:1 auf Mittwoch verschoben wurde, konnte Djokovic die magische Preisgeld Schallmauer von 100 Millionen Dollar noch nicht durchbrechen. Dazu fehlt dem Boris-Becker-Schützling noch ein einziger Erfolg.

Auf den topgesetzten Novak Djokovic könnten anstregenden Tage zukommen. Möglich wären vier Best-of-five-Matches in fünf Tagen. Wegen der ständigen Verzögerungen herrscht Zeitdruck. Aus diesem Grund zog Turnierboss Guy Forget sogar eine Verlegung des Männer-Finals um einen Tag auf Montag in Erwägung.

Wesentlich schlechter gelaunt waren indes die Mitfavoritinnen Radwanska und Halep. Nach ihrem Ausscheiden sind im Viertelfinale nur noch vier der zehn am höchsten gesetzten Spielerinnen vertreten.

Radwanska hatte in dem bereits am Sonntag wegen Regens unterbrochenen Match gegen die Weltranglisten-102. Pironkowa mit 6:2, 3:0 geführt, verlor dann bei der Fortsetzung am Dienstag aber gleich zehn Spiele in Folge. "Ich kann einfach bei solchen Bedingungen nicht spielen. Wie kann man erlauben, dass wir bei Regen da raus müssen?", fragte Radwanska wütend in die Runde. Mit den schweren Bällen und dem rutschigen Sand kam sie nicht zurecht.

Die 27-Jährige vergab durch ihren K.o. auch die theoretische Chance, Serena Williams (USA) in den Tagen von Paris als Nummer eins der Welt abzulösen.

Die krasse Außenseiterin Pironkowa trifft am Mittwoch im Viertelfinale auf die ehemalige US-Open-Siegerin Stosur, die 2010 im Endspiel von Roland Garros stand. Dort hatte sie allerdings gegen Francesca Schiavone (Italien) verloren.

(old/sid)
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