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French Open
Deutsche Damen in Paris so schlecht wie lange nicht

Beck als letzte Deutsche ausgeschieden
Beck als letzte Deutsche ausgeschieden FOTO: afp
Paris. Annika Beck hat durch ihr Drittrunden-Aus die schlechteste French-Open-Bilanz der deutschen Frauen seit 2010 besiegelt. Nicht nur Bundestrainerin Barbara Rittner war ernüchtert.

118 Tage nach der Sternstunde von Melbourne sind die deutschen Tennisspielerinnen in Paris überraschend unsanft gelandet. Annika Beck scheiterte durch ein 4:6, 6:2, 1:6 gegen Irina-Camelia Begu (Rumänien/Nr. 25) als letzte DTB-Starterin in der dritten Runde und besiegelte das schlechteste Abschneiden bei den French Open seit 2010.

"Die Bilanz ist schon ernüchternd, wir haben natürlich andere Ansprüche. Viele konnten aus unterschiedlichen Gründen einfach nicht ihr bestes Tennis abrufen", sagte Bundestrainerin Barbara Rittner dem SID, fügte aber an: "Das ist jetzt auch kein Weltuntergang."

Knapp vier Monate nach dem Australian-Open-Coup von Angelique Kerber (Kiel) ist Rittner auch nach dem Paris-Flop nicht bange für die anstehende Rasensaison. "In Wimbledon werden sich die Mädels wieder ganz anders präsentieren."

Zverev im Duell der Youngster gegen Thiem

Damit hat aus deutscher Sicht im Stade Roland Garros nur noch der 19 Jahre alte Alexander Zverev (Hamburg) die Chance, die Bilanz aufzupolieren. Der Nizza-Finalist trifft am Samstag im Spiel um den Einzug in sein erstes Grand-Slam-Achtelfinale auf Dominic Thiem (Österreich/Nr. 13).

Beck, die 2012 an selber Stelle den Juniorinnen-Titel gewonnen hatte, begann stark und nahm Begu früh den Aufschlag zur 2:0-Führung ab. Beim 4:3 konnte sie allerdings gleich fünf Breakbälle nicht nutzen und gab nach 47 Minuten den ersten Satz ab.

Davon ließ sich die variabel agierende Melbourne-Achtelfinalistin aber zunächst nicht beirren und blieb ihrer Taktik treu. Nach dem Gewinn des zweiten Durchgangs kassierte Beck bei ihrem Lieblings-Major dann allerdings zwei Breaks in Folge und lag vorentscheidend mit 1:4 im Hintertreffen. Auch die "Anni, Anni"-Rufe der zahlreichen deutschen Fans auf Court 2 halfen nichts mehr.

Hoffnungsträgerin Kerber war überraschend bereits in der Auftaktrunde an Nürnberg-Siegerin Kiki Bertens (Niederlande) gescheitert. "Angie muss emotional wieder ihre Balance finden. Ich bin aber zuversichtlich, dass sie sich in Wimbledon mental und physisch wieder frischer zeigen wird", sagte Rittner über die Weltranglistendritte, die an einer Schulterverletzung laboriert.

Zverev indes erwartet am siebten Turniertag in seinem ersten Drittrundenmatch bei einem Grand-Slam-Turnier ein "Déjà-vu"-Erlebnis: Der 1,98-m-Schlaks trifft im Stade Roland Garros auf seinen Kumpel Thiem. Gegen den Weltranglisten-15. hatte Zverev in den vergangenen vier Wochen bereits zweimal gespielt - und verloren. Zuletzt am vergangenen Samstag in seinem ersten ATP-Finale in Nizza.

Zverev rechnet sich gute Chancen aus

Doch glaubt man Zverev, dann sind die Voraussetzungen gänzlich andere: "Ich denke, dass ich diesmal bessere Chancen habe, weil ich nicht so müde wie in Nizza bin. Dort stand ich 13 Stunden auf dem Platz, Dominic nur drei", sagte Zverev, Nummer 41 im Ranking.

Thiem (22) jedenfalls hat großen Respekt vor seinem Freund: "Er ist 19, ein netter Kerl und spielt einfach unfassbar. Alex hat quasi keine Schwächen, das macht ihn so unangenehm", meinte Thiem, der vom früheren Boris-Becker-Coach Günter Bresnik betreut wird.

Viele Experten glauben ohnehin, dass die Matches zwischen "Sascha" Zverev und "Domi-Nator" Thiem künftig zum Dauerduell in den entscheidenden Turnierphasen werden könnten. "Ich hoffe, da entwickelt sich eine schöne Rivalität", meinte Thiem augenzwinkernd.

(areh/sid)
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