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Düsseldorf/Paris
Kerbers Jagd auf den zweiten großen Titel

Kerber bekommt ihren Pokal überreicht
Kerber bekommt ihren Pokal überreicht FOTO: dpa, ss ase
Düsseldorf/Paris. Die Tennisspielerin träumt nach ihrem Triumph in Melbourne vom nächsten Coup. Sabine Lisicki muss nach viel Kritik zurück in die Spur finden. Laura Siegemund könnte für eine Überraschung sorgen. Von Lukas Kober

Angelique Kerber hat bei ihrem Erfolg in Stuttgart ein neues Spielzeug gewonnen. Es ist orange-lavafarben und bietet knapp 350 PS auf - den neuen Porsche Boxster, geschmückt mit einem Preisgeld von 104.477 Euro. Allein von diesem Geld hätte sie sich einen zweiten Sportwagen leisten können. Sollte Kerber bei den French Open in Paris triumphieren, flössen weitere zwei Millionen Euro auf das Konto der Kielerin. Aber der Weg zum zweiten Grand-Slam-Sieg in Folge wird wieder viel Kraft und Nerven kosten. Bereits zum Auftakt stellt sich der Weltranglisten-Dritten eine schwere Aufgabe.

Nach den Erstrundenniederlagen in Madrid und Rom ist die Australian-Open-Siegerin wahrlich noch nicht in der Form, einen weiteren Grand-Slam-Titel zu gewinnen. Dabei stand die Teilnahme wegen einer Schulterverletzung beim größten Sandplatzturnier lange auf der Kippe. Die Entwarnung kam vor ein paar Tagen - die deutsche Tennis-Hoffnung kann wieder auf Titeljagd gehen. In der ersten Runde trifft sie auf die formstarke Kiki Bertens aus Holland. Die Nummer 89 der Welt sei "gefährlich, aber auch nicht so beweglich", stellte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner fest.

Der Start in ein Turnier und das schnelle Finden des eigenen Spielrhythmus sind extrem wichtig. Sollte Kerber dies gelingen, sieht der ehemalige Weltranglisten-Erste Mats Wilander die 28-Jährige als Titelanwärterin. "Sie ist eine perfekte Allrounderin, die sich auf jedem Belag zurechtfinden kann", lobte der Schwede. So blicken Tennis-Fans ab morgen mit viel Euphorie nach Paris. Neben der ersten deutschen Grand-Slam-Siegerin seit Steffi Graf ruhen die Hoffnungen auch auf Sabine Lisicki.

Seit ihrem Vorstoß ins Wimbledon-Finale 2013 zweifelt niemand mehr an den Fähigkeiten der Berlinerin. Doch in den vergangenen zwei Jahren leidet ihr Spiel sichtlich an den Trennungen von Managern, Trainern und Lebenspartnern. Laut Kritikern vermischt die 26-jährige ihr Berufsleben mit persönliche Angelegenheiten. Besonders nach der Trennung von ihrem Lover Oliver Pocher tritt Lisicki in Zeitschriften wie der Gala gegen ihren Ex nach. "Ich bin noch nicht in der Lage, jeden Tag mein bestes Tennis abzurufen", meinte Lisicki selbstkritisch. Hinzu kommt der Abschied von Trainer Christopher Kas, der sie knapp ein Jahr begleitete. Stellvertreter des ehemaligen Doppelspezialisten in Paris wird ihr Vater Richard sein. Die Bekanntgabe ihres neuen Coaches steht erst nach den French Open an. Angeblich ist der Spanier Salvador Navarro, der Flavia Pennetta (Italien) zum Gewinn der US Open führte, ein Kandidat.

Für eine Überraschung könnte Laura Siegemund sorgen. Vor ein paar Wochen hatte sie noch keiner auf der Rechnung, doch bei ihrem furiosen Ritt ins Finale von Stuttgart wurde allen deutlich, dass sie zu Deutschlands besten Tennisspielerinnen gehört. Die einst in der Jugend umjubelte Hochbegabte fand erst über Umwege zum Glück, nachdem sie aus Frust ihre Karriere zwischenzeitlich beendet hatte. Unvorstellbar wenn man Siegemund in den vergangenen Wochen Tennis spielen sah. "Lauras Geschichte ist tatsächlich ein bisschen die eines Wunderkindes, das am Druck und den Erwartungen scheiterte", erzählte Freund und Physiotherapeut Wilfried Lenz. Doch im Moment scheint ihr das Ausblenden des Drucks und der eigenen Erwartungen zu gelingen. In Eugenie Bouchard wartet aber auf die bereits 28-Jährige eine schwere Aufgabe gleich in Runde eins.

Quelle: RP
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