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French Open in Paris
Maria: "Das schlimmste Match, das ich je erlebt habe"

Bilder: Maria wettert nach Niederlage gegen Cornet
Bilder: Maria wettert nach Niederlage gegen Cornet FOTO: afp
Paris. Das Krampf-Drama von Paris war auch am Tag danach noch ein Thema. Tatjana Maria erhob nach ihrer Niederlage gegen Alizé Cornet schwere Vorwürfe.

Bundestrainerin Barbara Rittner wähnte sich nicht bei den French Open in Paris, sondern in der Filmfabrik Hollywood. Dem Ort der Tränen und Dramen. Die L'Equipe schrieb am Tag danach vom "Wind des Wahnsinns", der während der ebenso denk- wie diskussionswürdigen Partie über Court 2 gefegt sei.

Für die Leidtragende Tatjana Maria indes war es "das schlimmste Match, das ich je erlebt habe". Und sicher auch der bitterste K.o. ihrer Karriere.

Gegen eine von Krämpfen geplagte Alizé Cornet verlor die ehemalige Fed-Cup-Spielerin ihr Zweitrundenduell in 2:47 Stunden mit 3:6, 7:6 (7:5), 4:6. Der Französin wurde danach unterstellt, geschauspielert zu haben. Sie nahm zwei medizinsche Auszeiten – angeblich wegen einer Hüft- beziehungsweise Beinverletzung.

Wohlwissend, dass Krämpfe im Profitennis kein Grund sind, um den Physiotherapeuten auf den Court zu holen. "Ich habe mich komplett an die Regeln gehalten. Ich bin ja schließlich nicht eine von diesen Spielerinnen ...", meinte Cornet, Nummer 50 der Welt, am späten Abend in einer viel beachteten Pressekonferenz.

Die in Tränen aufgelöste Maria hatte den Medienvertretern zu diesem Zeitpunkt schon all ihren Frust mitgeteilt. Für die Weltranglisten-111. war es eine Niederlage gegen eine fragwürdig agierende Kontrahentin, das frenetische Publikum – aber auch gegen sich selbst.

Maria übt Selbstkritik

Maria übte durchaus Selbstkritik, als sie nur 20 Minuten nach dem Ende des Spiels angefressen im kleinen Interviewraum saß. Doch erst die Wut auf "Drama Queen" Cornet, wie die L'Equipe ihre Landsfrau betitelte, ließ die ansonsten so besonnene Maria richtig emotional werden. "Das war kein Fairplay. Ich weiß nicht, in welcher Welt dieses Mädel lebt. Es ist ja bekannt, dass sie manchmal Show macht", sagte die aus Bad Saulgau stammende und in Florida wohnende Rechtshänderin.

Die Tränen hatten sich ihren Weg da schon gebahnt. Reden wolle sie mit Cornet fortan nicht mehr, sagte Maria. Nie mehr. Allerdings wollte es der Tennis-Gott von Roland Garros, dass sich die beiden Spielerinnen am Freitagnachmittag im Doppel gegenüberstehen.

Für Rittner war Maria "die wahre Siegerin" des Einzelmatches. Doch die Mutter der kleinen Charlotte (2) vergab die Chance, zum zweiten Mal in ihrem Leben die dritte Runde eines Grand-Slam-Turniers zu erreichen. Oder wurde sie ihr genommen?

Cornet überschritt zwischen den Ballwechseln mehrfach die 20-Sekunden-Zeitregel - ohne Konsequenzen. Stuhlschiedsrichterin Tamara Vrhovec ließ den Publikumsliebling gewähren. "Sie hätte einschreiten müssen", schimpfte Maria. Allerdings versäumte sie es, Supervisor Stefan Fransson (Schweden) anzufordern. "Ich hatte eben so viele andere Dinge im Kopf", erklärte Maria.

Die Zuschauer jedenfalls pfiffen die Wahl-Amerikanerin gnadenlos aus, als sie versuchte, die angeschlagene Cornet mit Stopps zum Laufen zu bringen. Sie schlugen auch immer wieder Zeit heraus, indem sie unvermittelt und ohne Konsequenzen zu klatschen begannen.

Das französische Tennis-Publikum ist seit jeher ein spezielles. Diese Erfahrung musste auch Andy Murray machen. Der an Position zwei gesetzte Schotte wurde bei den 115. French Open recht unfreundlich empfangen, nachdem er seit kurzem nicht mehr mit der französischen Trainerin Amelie Mauresmo zusammenarbeitet.

(sid)
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