| 19.11 Uhr

Finaleinzug in Stuttgart
Helene Fischers Gassenhauer beflügelt Kerber

Kerber zieht wieder ins Finale von Stuttgart ein
Kerber zieht wieder ins Finale von Stuttgart ein FOTO: dpa, mut nic
Stuttgart. Angelique Kerber steht nach einer Energieleistung im Finale von Stuttgart. Die Melbourne-Siegerin könnte erstmals in ihrer Karriere einen Titel erfolgreich verteidigen.

Angelique Kerber lachte verschmitzt, als bei einem Wechsel die Klänge des Gassenhauers "Atemlos durch die Nacht" erklangen. Und die Animation zeigte Wirkung. Beflügelt von Schlager-Queen Helene Fischer und dem schwäbischen Tollhaus stürmte die deutsche Australian-Open-Siegerin ins Finale von Stuttgart.

Kerber ist nach dem 6:4, 4:6, 6:2 im Halbfinale gegen Petra Kvitova (Tschechien/Nr. 5) nur noch einen Sieg von einer erfolgreichen Titelverteidigung beim mit 759.000 Dollar dotierten WTA-Sandplatzturnier entfernt.

Nach 2:03 Stunden verwandelte die an Position zwei gesetzte Kerber ihren ersten Matchball und ließ sich von den 4600 Zuschauern in der ausverkauften Arena feiern. "Das tolle Publikum war der Schlüssel zum Sieg, es hat mich bis zum Limit gepusht. Ich spüre die Energie wie im vergangenen Jahr, vielleicht sogar noch ein bisschen mehr", sagte Kerber und meinte über ihr Erfolgsrezept: "Ich liebe es, zu gewinnen - und ich hasse es, zu verlieren."

Erste Titelverteidigung in Sichtweite

Im Finale am Sonntag (13.30 Uhr/SWR) trifft die deutsche Nummer eins entweder auf die topgesetzte Agnieszka Radwanska (Polen) oder Qualifikantin Laura Siegemund aus Metzingen. Es wäre das erste Mal, dass Kerber einen ihrer bisherigen acht Titel auf der WTA-Tour verteidigen kann.

Die 28-Jährige zeigte im Linkshänderinnen-Duell mit der zweimaligen Wimbledonsiegerin Kvitova erneut eine starke Leistung. Nach zwei frühen Breaks ging Kerber mit 4:1 in Führung, musste die Tschechin aber auf 4:5 herankommen lassen.

Doch mit ihrem insgesamt 14. unerzwungenen Fehler ermöglichte Kvitova dem Publikumsliebling den Satzgewinn nach knapp 45 Minuten. Kerber unterliefen im Vergleich gerade einmal vier sogenannte "unforced errors". In einer engen und kräftezehrenden Partie gelang Kvitova das einzige Break im zweiten Durchgang zum Satzgewinn.

"Die Musikauswahl hat geholfen"

Danach saß Kerber beim Wechsel auf der Bank, als plötzlich in der Halle der Hit "Atemlos durch die Nacht" erklang. Dem Helene-Fischer-Fan Kerber hatte dies bereits beim letztjährigen Heimspiel in Stuttgart Glück gebracht. Kerber schmunzelte und wippte mit, ehe sie zur Tat schritt. "Die Musikauswahl hat geholfen", sagte sie augenzwinkernd.

In der Folge durchbrach "Angie" den Aufschlag ihrer 1,82 Meter großen Konkurrentin gleich zweimal und ging vorentscheidend mit 5:2 in Führung. Nach dem Matchball streckte Kerber beide Arme nach oben und blickte erleichtert in ihre Box, in der ihre Großeltern dem Ruf als Glücksbringer erneut gerecht wurden.

Die obligatorische Turniersieg-Wette mit ihrem Trainer Torben Beltz lässt allerdings weiter auf sich warten. "Es war in den letzten Tagen so viel zu tun, dass wir noch gar nicht dazu gekommen sind, etwas zu finden", verriet die Fed-Cup-Spielerin.

Es war das erste Mal seit 1985, dass zwei deutsche Spielerinnen im Halbfinale des Stuttgarter Turniers standen. Zwei deutsche Finalistinnen hat es im Schwäbischen noch nie gegeben.

(ems/sid)
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