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Deutsches Duo beim Hopman Cup
Zverev und Kerber erstmals als Team auf dem Platz

Hopman Cup: Alexander Zverev und Angelique Kerber erstmals als Team auf dem Platz
Angelique Kerber und Alexander Zverev treten gemeinsam beim Hopman Cup an. FOTO: AFP / Reuters
Köln/Perth. Neues Jahr, neues Glück? Beim Hopman Cup in Perth starten Angelique Kerber und Alexander Zverev an Neujahr gemeinsam in die Saison. Kerber hofft auf die Wende, Zverev auf die Fortsetzung seiner Erfolgsgeschichte.

Die Bilder von der australischen Westküste sehen nicht gerade nach schweißtreibender Arbeit aus. Roger Federer grillt Meeresfrüchte. Roger Federer fliegt im Hubschrauber über Perth. Roger Federer knuddelt mit einem Quokka, einem possierlichen Mini-Känguru. Der Altmeister aus der Schweiz lässt sich die Urlaubsstimmung trotz des nahenden Saisonstarts nicht verderben.

Auch Alexander Zverev (20) und Angelique Kerber (29) gönnten sich vor Beginn des Hopman Cups ein bisschen Freizeit: Am Samstagmorgen ging es zum Surfen an den Trigg Beach. "Ich habe zum ersten Mal auf einem Surfbrett gestanden", sagte Kerber anschließend: "Es war wirklich toll."

Zverev musste dabei eingestehen, dass seine Teamkollegin ihm dabei ein wenig die Schau gestohlen hatte. "Ich war durchaus überrascht von Angie, es war ihr Debüt auf dem Brett, und sie war besser als ich", sagte der Weltranglistenvierte.

Danach ging es aber sofort wieder an die Arbeit. Zverev hofft, seine Erfolgsgeschichte aus dem vergangenen Jahr fortschreiben zu können, Kerber kämpft gegen ihren Abwärtstrend. Das Jahr 2017 sei für sie kein einfaches gewesen, sagte die Melbourne-Gewinnerin von 2016: "Aber ich habe daraus eine Menge gelernt."

2018 plant die ehemalige Weltranglistenerste, mittlerweile auf Platz 21 im Ranking zurückgefallen, die Rückkehr in die Top Ten: "Ich freue mich auf das, was kommt, und schaue nur noch nach vorne."

Duelle gegen Belgien, Kanada und Australien

Gemeinsam treten Zverev und Kerber an Neujahr bei der inoffiziellen Mixed-WM gegen Belgien an. In der Gruppe folgen zudem die Duelle mit Kanada und Australien. Ergebnisse stehen in Perth noch nicht im Vordergrund, nach der Saisonvorbereitung zählt die Matchpraxis. Immerhin beginnen die Australian Open, das erste Grand-Slam-Turnier der Saison, bereits wenige Tage später am 15. Januar.

Doch Zverev weiß, wie viel Rückenwind ein einziger Sieg geben kann. Vor einem Jahr bezwang der Hamburger in Perth sein Idol Federer und spielte anschließend eine herausragende Saison, gekrönt mit zwei Masterstiteln und der Qualifikation für das ATP-Finale in London.

Alexander Zverev: Deutschlands große Tennis-Hoffnung FOTO: afp

"Der Hopman Cup ist die ideale Vorbereitung, um bei den Australian Open bestens präpariert zu sein", sagt Zverev, der bereits zum dritten Mal in Perth am Start ist. Für ihn habe sich in den letzten Jahren viel verändert, sagte Zverev nun: "Als ich zum ersten Mal nach Australien kam, war ich die Nummer 80, jetzt bin ich die Nummer vier." Er sei mit seiner Entwicklung sehr zufrieden, dennoch wolle er sich stetig weiter verbessern "und nicht an diesem Punkt stoppen. Meine Ziele sind noch nicht erreicht."

Für seine Mixedpartnerin Kerber wird die 30. Auflage des Hopman Cup zur Premiere, die Kielerin geht bewusst neue Wege, um sich aus dem Tief zu befreien. Nach ihrem Absturz von Platz eins auf 21 des WTA-Rankings verpflichtete sie den Belgier Wim Fissette als neuen Trainer und hofft, an ihr Traumjahr 2016 anzuknüpfen.

Kerber startet mit neuem Trainer neues Kapitel

"Mit Wim fängt ein neues Kapitel an", sagt Kerber. Ihrer Aufbauphase auf Lanzarote und dem Endspurt in heimischen Puszczykowo soll der Feinschliff in Perth folgen. Kerber braucht Siege für ihr Selbstvertrauen und Selbstvertrauen für Siege. Durchbricht sie den Teufelskreis, kann die Rückkehr in den Kreis der Titelanwärterinnen durchaus bereits in Melbourne gelingen.

"Sascha" Zverev gehört spätestens seit seinen Masterserfolgen in Rom und Montreal bei allen Turnieren zu den Favoriten, auch wenn der Erfolg bei den Grand Slams noch auf sich warten lässt. Zwar will er sein persönliches Ziel für das Jahr 2018 noch nicht öffentlich formulieren, verrät allerdings: "Es hat nichts mit dem Ranking zu tun." Und vielsagend fügt er an: "Die Grand Slams sind die größte Bühne. Sie sind der Grund, warum wir alle spielen. Sie sind der Grund, warum wir so hart in der Off-Season arbeiten."

Das gilt übrigens auch für Roger Federer, der sich zwischen seinen sorgsam inszenierten Freizeitaktivitäten penibel auf seine Titelverteidigung in Melbourne vorbereitet. "Roger spielt und trainiert immer, als wäre es ein Grand-Slam-Finale", sagt Zverev anerkennend: "Er arbeitet immer am absoluten Limit." Und bleibt damit auch 2018 im beinahe biblischen Tennisalter von 36 Jahren der Mann, den es zu schlagen gilt.

(sid)
 
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