| 07.31 Uhr

Dopingsperre reduziert
Scharapowa darf früher wieder spielen

Porträt: Maria Scharapowa – Tennis-Ikone und Doping-Sünderin
Porträt: Maria Scharapowa – Tennis-Ikone und Doping-Sünderin FOTO: dpa, bwe jhe
Lausanne. Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die zweijährige Sperre gegen den russischen Tennis-Star Maria Scharapowa wegen Meldonium-Missbrauchs auf 15 Monate reduziert. Dies gab die oberste Sportgerichtsbarkeit am Dienstag in Lausanne bekannt.

Die Nachricht aus Lausanne sorgte bei Maria Scharapowa für große Erleichterung. "Nach einem der härtesten Tage meiner Karriere im März habe ich nun einen meiner glücklichsten Tage", sagte die 29-Jährige in einer Erklärung zu der Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofes CAS.

Die oberste Sportgerichtsbarkeit reduzierte am Dienstag die zweijährige Sperre gegen den russischen Tennisstar wegen Meldonium-Missbrauchs um ein Dreivierteljahr auf 15 Monate - und verstärkte bei der früheren Weltranglistenersten die Vorfreude auf das lang ersehnte Comeback.

"Tennis ist meine Leidenschaft und ich habe es vermisst", sagte Scharapowa: "Ich zähle die Tage, bis ich auf den Platz zurückkommen kann." Und dies wird früher sein als erwartet. Die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin ist bereits am 26. April 2017, viereinhalb Wochen vor Beginn der French Open, wieder spielberechtigt. Ursprünglich wäre ihre Sperre erst im Januar 2018 abgegolten gewesen.

Scharapowa trägt "Teilschuld"

In seiner Begründung schrieb der CAS, "dass Frau Scharapowa gegen die Anti-Doping-Regeln verstoßen hat. Obwohl es kein schwerwiegender Fehler war, trägt sie eine Teilschuld, wofür eine Sperre von 15 Monaten angemessen ist." Der CAS erklärte, dass der Weltverband ITF den veränderten Status der Substanz nicht klar genug kommuniziert habe. Zudem legte der CAS positiv aus, dass Scharapowa direkt die Verantwortung übernommen hatte.

Scharapowa war am 26. Januar dieses Jahres während der Australian Open in Melbourne positiv auf die seit Jahresbeginn verbotene Substanz getestet worden. Dies hatte sie auf einer Pressekonferenz am 7. März öffentlich gemacht.

Rund drei Monate später war die einst bestbezahlte Sportlerin der Welt vom Tennis-Weltverband ITF rückwirkend für zwei Jahre gesperrt worden, woraufhin sie fristgerecht Einspruch beim CAS einlegte. Scharapowa betonte stets, die Substanz seit zehn Jahren als Medikament eingenommen zu haben und kritisierte das Urteil als "unverhältnismäßig hart", da sie nichts vom Verbot gewusst habe.

Aufgrund der Dopingsperre hatte die 29-Jährige in dieser Saison das Turnier in Roland Garros, Wimbledon, die US Open sowie die Olympischen Spiele in Rio verpasst.

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada), die sich in der Bewertung der Substanz eine wissenschaftliche Fehleinschätzung geleistet hatte, reagierte nüchtern auf die CAS-Entscheidung. Man akzeptiere und respektiere die Reduzierung der Sperre, teilte die Wada in einem Statement mit.

Während sich Martina Navratilova im Vorfeld bei Twitter für eine Reduzierung der Sperre stark machte, hatten einige ihrer Kollegen wie Roger Federer und Andy Murray das rigorose Vorgehen der ITF gegen die auf der Tennis-Tour nicht sonderlich beliebte Russin begrüßt.

WTA-Boss zufrieden

Erfreut zeigte sich hingegen WTA-Chef Steve Simon: "Wir sind froh, dass der Prozess nun abgeschlossen ist und freuen uns, Maria 2017 wieder auf der Tour begrüßen zu dürfen."

Ganz ohne kritische Worte nahm Scharapowa das Urteil aber nicht hin und teilte gegen die ITF aus. "Ich habe gelernt, wie viel besser andere Verbände bei der Benachrichtigung ihrer Athleten bei Regeländerungen waren - vor allem in Osteuropa, wo Meldonium häufig von Millionen von Menschen genommen wird", sagte Scharapowa.

Auf das Herz-Kreislauf-Mittel, das Durchblutung und Ausdauer fördern soll, waren seit Jahresbeginn weit mehr als 100 Sportler zumeist aus Russland positiv getestet worden. "Ich hoffe, dass die ITF und andere Anti-Doping-Behörden im Tennis sich diesen Fall genau ansehen, dass kein Tennisspieler noch einmal das durchmachen muss, was ich musste."

(sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Maria Scharapowa: CAS reduziert ihre Sperre auf 15 Monate


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.