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Russische Tennis-Diva
Rätselraten um Scharapowa: Schon wieder streikt der Körper

2014: Scharapowa posiert im sexy Dress vor dem Eiffelturm
2014: Scharapowa posiert im sexy Dress vor dem Eiffelturm FOTO: afp, ag-gba
Wuhan. Maria Scharapowa kommt einfach nicht mehr in die Gänge. Nach zweieinhalb Monaten Verletzungspause musste die Weltranglistendritte ihr geplantes Comeback in Wuhan schon im ersten Match abbrechen. Dieses Mal bereitet das Handgelenk Probleme.

Am Morgen danach strahlte Maria Scharapowa schon wieder in die Kameras, als sei nichts gewesen. Auf ihrem Twitter-Account postete sie ein Foto, das sie beim fröhlichen Luftsprung auf einer Treppe vor dem Flughafen von Wuhan zeigt. "Ein angemessenes Bild vor dem Start", schrieb sie dazu - der Sinn dieser Botschaft bleibt von außen betrachtet so nebulös wie die gesamte momentane Situation der russischen Tennis-Diva.

Seit ihrer deutlichen 2:6, 4:6-Niederlage gegen Serena Williams im Halbfinale von Wimbledon hat Maria Scharapowa kein offizielles Match mehr über die Zeit gebracht. Ihr groß angekündigtes Comeback beim WTA-Turnier in Wuhan war bereits in der ersten Runde im dritten Satz gegen die Slowakin Barbora Strycova beendet - dieses Mal streikte anscheinend das linke Handgelenk. "Ich hatte Schmerzen im ganzen Unterarm, sie wurden mit zunehmender Spieldauer immer schlimmer", berichtete Scharapowa anschließend.

Ihre Gegnerin bedauerte das abrupte Ende einer bis dahin durchaus ansehnlichen Partie, die Scharapowa beim Spielstand von 7:6 (7:1), 6:7 (4:7), 2:1 wegen ihrer körperlichen Probleme abbrach. "Es war ein richtig gutes Match", sagte Strycova: "Maria hat so präzise und druckvoll wie immer gespielt, ich konnte keine Anzeichen von Schwäche bei ihr erkennen." Scharapowa selbst war untröstlich: "Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich zuletzt ein Match aufgegeben habe. Es ist ein schreckliches Gefühl."

French Open 2011: Scharapowa-Kleid versagt im Wind FOTO: AFP

Bevor sie sich am nächsten Morgen aus Wuhan verabschiedete, ließ sie sich noch zu einem fröhlichen Gruppenfoto mit den vielen freiwilligen Turnierhelfern überreden. Dann verschwand sie mit unbekanntem Ziel und ließ eine Menge offener Fragen zurück. Dass Maria Scharapowa in der kommenden Woche bei den China Open in Peking antritt, ist wohl eher unwahrscheinlich, danach stehen noch der Kreml-Cup in Moskau (19. bis 25. Oktober) und das Saisonfinale in Singapur (26. Oktober bis 1. November) auf dem Tour-Programm.

Maria Scharapowa hat ein für ihre Verhältnisse enttäuschendes Tennisjahr hinter sich. Sie holte nur zwei Turniersiege (in Brisbane und Rom), spielte einschließlich Fed Cup gerade mal 42 Matches zu Ende (Bilanz 34:8) und schaffte es bei den vier Grand-Slam-Turnieren lediglich in Melbourne bis ins Finale. Bei den French Open war das Achtelfinale Endstation, in Wimbledon das Halbfinale. Seither hatte die 28-jährige Russin wegen einer hartnäckigen Verletzung am rechten Bein pausiert.

Ohnehin verdient Maria Scharapowa seit langem schon viel mehr in der Werbung als im Sport. Mit 30 Millionen Dollar ist sie laut Forbes-Liste die mit Abstand bestbezahlte Sportlerin der Welt. Als Werbepartnerin wird die blonde Russin hochgeschätzt, das bestätigte zuletzt der neue VW-Chef Matthias Müller. Er hatte "La Schara" in seiner Zeit als Porsche-Vorstand zur Markenbotschafterin der Zuffenhausener Sportwagenschmiede gemacht.

"Maria ist diszipliniert, bodenständig. Es war die absolut richtige Entscheidung", sagte Müller im Gespräch mit dem tennis MAGAZIN. Er selbst habe am Rande der Autoshow im November 2014 in Los Angeles die Ehre gehabt, "sie in ihrem Trainingscamp besuchen zu dürfen. Wir haben eine halbe Stunde Bälle geschlagen. Es war der Höhepunkt meiner Tennislaufbahn."

(sid)
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