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Comeback nach Dopingsperre
Scharapowa ist bei den French Open Wettfavoritin

Scharapowa scheitert im Halbfinale an Mladenovic
Scharapowa scheitert im Halbfinale an Mladenovic FOTO: afp, tk/
Stuttgart. Maria Scharapowas Siegeszug endete im Halbfinale von Stuttgart. Doch die Russin meldete sich nach ihrer Dopingsperre eindrucksvoll zurück – und gilt als Wettfavoritin für die French Open.

Zum Abschluss eines eindrucksvollen Comebacks ließ es Maria Scharapowa knallen: Bei einer Flasche Champagner saß die Russin zusammen mit ihrem Team in einem Stuttgarter Restaurant und stieß auf ihre geglückte Rückkehr nach 15-monatiger Dopingsperre an. Ein Cheers auf die Zukunft, die für den Tennis-Superstar rosiger kaum sein könnte.

Drei überzeugende Siege, dann erst das knappe Halbfinal-Aus gegen die formstarke Französin Kristina Mladenovic (6:3, 5:7, 4:6) – Scharapowa war in den Stunden nach dem K.o. sichtlich zufrieden. "Ich liebe es, diese Müdigkeit nach den Matches wieder zu spüren", sagte sie: "Nur das, was auf dem Court passiert, zählt für mich."

Und als sich ihr Coach Sven Groeneveld und ihr Physio Jerome Bianchi immer wieder einen Gummiball quer über den Lokaltisch zuwarfen, ließ die Chefin Milde walten: "Ihr seid Kinder", rief sie in einem sanftmütigen Ton.

Scharapowa ist zurück – von 0 auf Weltranglistenrang 263 in vier Partien. "Und ich bin sehr glücklich mit der Art und Weise, wie ich gespielt habe. Es ist eine gute Basis, mit der ich gestartet bin", sagte die 30-Jährige, die für einige Wettbüros bereits die Topfavoritin für die French Open (ab 28. Mai) ist – noch vor Angelique Kerber (Kiel), die ihrer Form hinterherläuft und als Titelverteidigerin in Stuttgart bereits in ihrem Auftaktmatch scheiterte.

Kurios ist allerdings, dass Scharapowa noch gar keine Startberechtigung für Roland Garros besitzt. Mit einer Finalteilnahme in Stuttgart hätte sich die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin zumindest einen Platz für die Qualifikation des bedeutendsten Sandplatzturniers beziehungsweise Wimbledon gesichert.

Scharapowa darf auf Wildcard für Paris hoffen

Doch Scharapowa darf nach ihrer starken Vorstellung im Ländle mehr denn je auf eine Hauptfeld-Wildcard für Paris hoffen. Am 16. Mai werden die Verantwortlichen des zweiten Major-Events des Jahres ihre Entscheidung werbewirksam via Facebook bekannt geben.

Sportlich jedenfalls hat Scharapowa, in Stuttgart mit einem nicht unumstrittenen "Freifahrtschein" ausgestattet, Taten sprechen lassen. Die ehemalige Nummer eins, deren Vermögen auf 300 Millionen Dollar geschätzt wird, zeigte kaum Schwächen. Ihren Aufschlag zum Beispiel hat sie während der Zwangspause verbessert.

Die große Blonde aus Sibirien schuftete auch außerhalb des Courts und belegte zum Beispiel einen Yoga-Kurs in einem öffentlichen Fitnessstudio in ihrer Wahlheimat Los Angeles.

"Ich habe die Zeit außerdem genutzt, um zu studieren, mein Geschäft weiterzuentwickelt und Freundschaften zu pflegen", berichtete Scharapowa. Nach ihrer 456-tägigen Sperre wegen Meldonium-Missbrauchs war sie vom Publikum höflich, aber reserviert empfangen worden. Von den Gegnerinnen eher eisig. "Aber", betonte Scharapowa, "ich brauche keine Freundinnen auf der Tour."

Auf dem Court agierte die zweimalige French-Open-Siegerin meist so, als sei sie nie weg gewesen. "Maria hat schon wieder ein sehr hohes Niveau", meinte die einstige US-Open-Finalistin Roberta Vinci. Die Italienerin war das Erstrunden-Opfer von Scharapowa, die für die anstehenden Turnier in Madrid (ab 8. Mai) und Rom (ab 15. Mai) bereits eine Wildcard erhalten hat.

(sid)
 
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