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Tennis in Stuttgart
Mischa Zverev scheitert im Halbfinale an Lopez

Mischa Zverev scheitert im Halbfinale an Feliciano Lopez
Mischa Zverev im Spiel gegen Feliciano Lopez. FOTO: dpa, dm jhe
Stuttgart. Mischa Zverev hat beim Turnier in Stuttgart sein drittes ATP-Finale verpasst. Trotzdem bewies er im Halbfinale gegen den Spanier Feliciano Lopez erneut seine gute Form.

Mischa Zverev nickte seinem Bezwinger Feliciano Lopez anerkennend zu. Er wusste, er war selbst schuld. Ein Doppelfehler besiegelte die 7:6 (7:2), 6:7 (4:7), 5:7-Niederlage des Hamburgers im Halbfinale des Tennisturniers in Stuttgart gegen den spanischen Rasen-Spezialisten. Zverev muss somit weiter auf seinen ersten ATP-Titel warten. Im Duell der entfesselt aufschlagenden Linkshänder bewies der 31. der Weltrangliste jedoch erneut: Er spielt die Saison seines Lebens, auch wenn er sich dabei nicht nur Freunde macht.

"Ich sollte mir nichts vorwerfen", sagte Zverev: "Ich habe das erste Halbfinale auf Rasen erreicht, das ist gut für mich. Ich freue mich, dass ich ein paar Matches gewinnen konnte." Auf dem Stuttgarter Killesberg verpasste Zverev nach hartem Kampf sein drittes Endspiel nach Genf 2017 und Metz 2010. Lopez spielt indes am Sonntag (13.00 Uhr/SWR) im Finale gegen Lucas Pouille (Frankreich/Nr. 4).

Und das verdiente sich sich der dreimalige Wimbledon-Viertelfinalist redlich. Die Nummer 33 der Welt lieferte Zverev mit seinem unwiderstehlichen Service zum ersten Mal im laufenden Turnier, das dieser bis dahin ohne Satzverlust gestaltet hatte, eine wirklich knifflige Aufgabe. "Ich würde nicht sagen, dass Glück das Match entschieden hat, Lopez hat sehr gut gespielt", sagte Zverev.

Zugegeben: Die Auslosung und sein sechster Platz in der Setzliste spielten dem Bruder von Deutschlands Nummer eins Alexander Zverev bis zum Halbfinale in die Karten. Der Tunesier Malek Jaziri, Qualifikant Yannick Hanfmann aus Karlsruhe und Teilzeit-Profi Tommy Haas - der Weg ins unter die besten Vier war wenig beschwerlich. Doch in der aktuellen Form ist die deutsche Nummer zwei zu gut, um sich nur auf Fortuna zu verlassen.

Der in der Vergangenheit verletzungsanfällige Körper spielt mit, auch wenn sich Zverev im ersten Satz gegen Lopez kurz am rechten Knie behandeln ließ. Die Physis trägt Zverevs Serve-and-Volley-Stil, den er gegen den Spanier wie gewohnt prominent inszenierte. Es waren Nuancen, die am Ende den Ausschlag zu Lopezn Gunsten gaben. Er schaffte im dritten Satz mit seinem zweiten Matchball nach 2:04 Stunden das erste und einzige Break der Partie.

Zverev wird die insgesamt gute Turnierleistung als Ansporn für die kommenden Aufgaben werten. Nach seinem überraschenden Viertelfinaleinzug bei den Australian Open im Januar plant der 29-Jährige mit Blick auf Wimbledon (ab 3. Juli) und die darauffolgenden Hartplatzturniere noch den einen oder anderen Coup. Dafür riskiert er unter anderem den guten Ruf in seiner Heimatstadt Hamburg.

Beim traditionsreichen Sandplatzturnier am Rothenbaum (22. bis 30. Juli) wird er nicht an den Start gehen. Dafür wurde Zverev von Turnierdirekor Michael Stich harsch kritisiert. Auch Rom-Sieger Alexander Zverev, der am Samstag im niederländischen 's-Hertogenbosch ebenfalls im Halbfinale gegen den Luxemburger Gilles Muller 6:7 (5:7), 2:6 verlor, wird trotz Vertragsvereinbarung nicht nach Hamburg kommen.

Zverev erklärte seine Absage mit sportlichen Gründen, er habe im Herbst viele Weltranglistenpunkte zu verteidigen, wobei ihm der ungeliebte Sandplatz nicht entgegenkäme: "Wäre Hamburg ein Hartplatzturnier, würde ich natürlich spielen. Aber nach Wimbledon wieder auf Sand und dann auf Hartplatz zu gehen, ist sehr schwer."

(sid)
 
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