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"Das war eine tolle Erfahrung"
Nach Gala gegen Nadal: Bayern-Besuch für Djokovic

Bayern-Spieler sehen Djokovic-Sieg
Bayern-Spieler sehen Djokovic-Sieg FOTO: dpa, tmn hm
Novak Djokovic ist perfekt ins Tennis-Jahr 2016 gestartet und gilt seit seinem Turniersieg in Doha als "The Perfect One".

Die Stars von Bayern München staunten auf der Ehrentribüne über "The Perfect One" - und Rafael Nadal war nach der Lehrstunde von Novak Djokovic im Finale von Doha einfach nur bedient. "Ich habe noch niemanden auf diesem Level Tennis spielen sehen. Ich habe gegen jemanden gespielt, der alles perfekt gemacht hat", sagte der desillusionierte Nadal (Spanien/Nr. 2) nach seiner 1:6, 2:6-Schmach gegen Dominator Djokovic. Mehr Resignation geht nicht.

Der serbische Schützling von Boris Becker begann die neue Saison in Katar so, wie er die alte beendet hatte: Mit Tennis vom anderen Stern. Niemand zweifelt ernsthaft daran, dass Djokovic ein ähnlich überragendes Jahr wie 2015 spielen wird, in dem er 82:6 Siege feierte und drei der vier Grand-Slam-Titel (Australian Open, Wimbledon und US Open) holte. Einzig der Triumph bei den French Open fehlt ihm noch in seinem Major-Potpourri (bislang zehn Titel).

"Natürlich ist der Sieg in Paris ein Ziel. Ebenso wie die Olympischen Spiele in diesem Jahr", sagte Djokovic. Theoretisch könnte er der Zweite nach Steffi Graf 1988 werden, der den "Golden Slam" aus vier Major-Erfolgen plus Olympiasieg holt.

Djokovic deklassiert Nadal in Doha FOTO: dpa, tmn hm

Nichts scheint unmöglich, denn die momentane Dominanz des 28-Jährigen ist erdrückend. Im Ranking hat "Nole" knapp doppelt so viele Punkte (16.585) wie sein erster Verfolger, der Weltranglistenzweite Andy Murray aus Großbritannien (8945).

Und Djokovic machte auch keinen Hehl aus seiner Freude über seinen 60. Turniersieg, als er den als Siegestrophäe überreichten goldenen Falken in den Nachthimmel von Doha reckte. "Die Art, wie ich gespielt habe, gibt mir große Befriedigung. Jeder Schlag kam von Anfang an so, wie ich es wollte - ich habe perfektes Tennis gespielt", sagte der fünfmalige Australian-Open-Gewinner, der nach seiner Gala Besuch von einigen Bayern-Stars und Trainer Pep Guardiola in der Kabine bekam: "Das war eine tolle Erfahrung. Wir haben über unterschiedliche Dinge gesprochen", berichtete Djokovic.

Die "ewigen" Duelle FOTO: dpa, ar sam

Zuvor hatten auf der Ehrentribüne besonders Weltmeister Manuel Neuer und Stürmer Robert Lewandowski frenetisch geklatscht. Der Fußball-Rekordmeister befindet sich derzeit im Trainingslager im Emirat. Wenige Tage zuvor hatte Djokovic-Coach Becker bei den Bayern in der Aspire Academy vorbeigeschaut.

Nach dem 47. Duell mit Nadal ging Djokovic im direkten Vergleich erstmals überhaupt in Führung (24:23). Seit fast zwei Jahren hat der in Doha vollkommen chancenlose Sandplatz-König Nadal nicht mehr gegen den Branchenführer aus Serbien gewonnen. Zuletzt behielt Nadal im Finale der French Open 2014 die Oberhand. Am Ende des Tages aber machte "Rafa" sich und der Konkurrenz doch noch etwas Hoffnung.

"Es ist schwer, immer so zu spielen wie Novak heute", sagte der 14-malige Grand-Slam-Champion Nadal und gab zu: "Das einzige, was du tun kannst, ist warten, bis er nicht mehr so perfekt agiert."

In der "ewigen" Turniersiegerliste der ATP liegt Djokovic gemeinsam mit Andre Agassi (USA) auf Platz neun. Er ist in der bis 1968 zurückreichenden Open Era erst der zehnte Spieler mit 60 Turniersiegen. Angeführt wird diese Liste von US-Altstar Jimmy Connors (109), bester Deutscher ist auf Platz zwölf Boris Becker mit 49.

(sid)
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