| 12.57 Uhr

Glücklich im "50er"-Klub
Djokovic freut sich auf Dinner mit Becker

Djokovic schlägt Federer in Indian Wells
Djokovic schlägt Federer in Indian Wells FOTO: dpa, jgm axs
Indian Wells. Novak Djokovic hat in Indian Wells gegen Roger Federer seinen 50. Titel auf der ATP-Tour gewonnen. Damit überholte der Serbe seinen Trainer Boris Becker in der "ewigen" Bestenliste - und freute sich diebisch.

Nach Streich Nummer 50 saß Djokovic im Tennis Garden von Indian Wells und schickte mit breitem Grinsen besondere Grüße an die Adresse von Boris Becker. "Ich kann es kaum erwarten, nach Miami zu kommen und mit Boris zum Dinner zu gehen. Ich denke, diesmal ist er mit Bezahlen dran", sagte der topgesetzte Djokovic nach dem 6:3, 6:7 (5:7), 6:2 im Traumfinale gegen Grand-Slam-Rekordsieger Roger Federer (Schweiz/Nr. 2).

Und der Branchenführer aus Serbien machte nach seinem 50. Titel auf der ATP-Tour keinen Hehl daraus, dass er sich diebisch über das geglückte Überholmanöver in der "ewigen" Bestenliste freute. "Ich habe die 49 Titel von Boris übertrumpft. Das gibt diesem Sieg eine besondere Würze", sagte Djokovic, der als insgesamt zwölfter Profi in den "50er"-Klub der Open Era einzog.

Seinen Coach Becker wird der 27-Jährige erst beim anstehenden Turnier im Sonnenparadies Miami (ab Mittwoch) wiedersehen. Aus der Ferne zollte Becker seinem Schützling aber schon einmal höchsten Respekt. "The Champ #50", twitterte der dreimalige Wimbledonsieger und stellte ein altes Foto von sich und Djokovic dazu.

Abseits der Neckereien mit Becker war dem Australian-Open-Sieger die Bedeutung seines vierten Indian-Wells-Titels deutlich anzumerken. "Dieser Meilenstein ist eine zusätzliche Motivation für die Zukunft. Diese braucht man einfach, wenn man auf dem höchsten Level spielt", meinte der "Djoker" und gab sich in der kalifornischen Wüste demütig: "Ich sehe in meiner Karriere nichts als selbstverständlich an."

Schon gar nicht Siege gegen Federer (33), der seine fünfte Indian-Wells-Krone verpasste. Zusammen mit Rafael Nadal stellt der 17-malige Grand-Slam-Gewinner die "ultimative Herausforderung" für Djokovic dar. "Beide", sagte er, "haben aus mir einen besseren Spieler gemacht."

Im malerischen Coachella Valley wurde auch deutlich, dass die Zeit der "Fab Four" noch nicht abgelaufen ist. Bei 40 der vergangenen 44 Turniere der Masters-Serie, die eine Stufe unter den Grand-Slam-Events angesiedelt sind, triumphierte entweder Djokovic, Federer, Nadal oder Andy Murray. "Es ist eine goldene Ära in unserem Sport", meinte "Nole", und er sei stolz, "ein Teil davon zu sein".

Im Finale zeigte Djokovic auch Nerven, als ihm im Tiebreak des zweiten Satzes zwei Doppelfehler nacheinander unterliefen – und er Federer damit den Satzball auf dem Silbertablett servierte. Djokovic: "Wir sind alle nur Menschen. Wichtig ist, dass man danach wieder aufsteht."

Nach 2:17 Stunden verwandelte der Weltranglistenerste seinen zweiten Matchball. Federer blickte nach der 18. Niederlage im 38. Duell mit Djokovic bereits nach vorne. "Ich werde dieses Match in 25 Minuten vergessen haben", sagte der Schweizer etwas zerknirscht.

Djokovic indes fieberte bereits dem Abendessen mit Becker entgegen. Und der Nachtisch geht vielleicht dann doch auf die Rechnung des frischgebackenen Indian-Wells-Siegers. Immerhin kassierte er für den California-Coup umgerechnet rund 832.000 Euro.

(sid)
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