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Tennis in Indian Wells
Djokovic und Asarenka holen Titel

Williams streckt Asarenka nach Niederlage Zunge raus
Williams streckt Asarenka nach Niederlage Zunge raus FOTO: ap, MT
Indian Wells. Der Tennis-Weltranglistenerste Novak Djokovic hat sich mit seinem fünften Erfolg in Indian Wells zum Rekordsieger des Masters-Turniers in Kalifornien aufgeschwungen. Wirbel gab es nach der Finalniederlage von Serena Williams gegen Wiktoria Asarenka um sexistische Kommentare des Turnierdirektors.

Der topgesetzte Serbe bezwang im Endspiel Milos Raonic aus Kanada im Schnelldurchgang mit 6:2, 6:0 und stellte mit dem 27. Masters-Triumph seiner Karriere die Bestmarke von Rafael Nadal ein. Den Spanier hatte der elfmalige Grand-Slam-Champion im Halbfinale ausgeschaltet (7:6, 6:2).

Der dritte Erfolg nacheinander in der kalifornischen Wüste ist zugleich der 62. Turniersieg für den "Djoker", der auch im sechsten Vergleich mit Raonic problemlos die Oberhand behielt. Der Schützling von Trainer Boris Becker strich zudem die Siegprämie in Höhe von 1.028.300 Dollar ein, der Weltranglisten-14. Raonic erhält 501.815 Dollar.

Asarenka schlägt Williams

Zuvor hatte bei den Frauen Asarenka (Weißrussland/Nr. 13) zum zweiten Mal nach 2012 triumphiert. Die zweimalige Australien-Open-Siegerin setzte sich gegen die Weltranglistenerste Serena Williams (USA/Nr. 1) überraschend souverän mit 6:4, 6:4 durch und feierte ihren 19. Sieg auf der WTA-Tour.

Für die 26-Jährige war es der erste Turniersieg seit Cincinnati 2013. Auch damals hatte sich Asarenka im Endspiel gegen Serena Williams behauptet. Sie ist nun die erste Spielerin, die den seit Jahren dominierenden Branchenprimus viermal in Endspielen besiegen konnte.

Djokovic besiegt Nadal in Indian Wells FOTO: dpa, mn cs

"Mein Team hat immer an mich geglaubt, war immer an meiner Seite, hat mich nach vorne gebracht. Dieser Sieg ist auf jeden Fall ein Teamerfolg", betonte Asarenka, die in den vergangenen beiden Jahren auch verletzungsbedingt viele Rückschläge hinnehmen musste.

In der Vergangenheit war sie bekannt dafür, in den entscheidenden Momenten Nerven zu zeigen. Diesmal hingegen blieb sie stark, wehrte insgesamt elf von zwölf Breakbällen ab. Nur bei einer 5:1-Führung im zweiten Satz wackelte Asarenka kurz, als sie erstmals ihr Service abgab, Williams auf 5:4 herankommen ließ.

Als die Amerikanerin dann zwei Breakbälle zum 5:5 hatte, blieb die Weißrussin konzentriert, holte vier Punkte nacheinander und gewann somit zum zweiten Mal nach 2012 in der kalifornischen Wüste. "Ich hatte keine Zweifel, dass ich alles geben werde, wollte einfach hart arbeiten und das hat geklappt", sagte Asarenka.

Serena Williams musste sich zum zweiten Mal in diesem Jahr in einem Endspiel geschlagen geben. Bei den Australian Open hatte sie gegen Angelique Kerber verloren. Serena Williams verpasste es somit, alleinige Rekordgewinnerin bei der mit 6,844 Millionen Dollar dotierten Veranstaltung in Indian Wells zu werden. Williams hatte hier 1999 und 2001 triumphiert – ebenso oft wie unter anderen Steffi Graf und Martina Navratilova. 

Bilder: Die Spieler mit den meisten Turniersiegen FOTO: dapd, Elise Amendola

Williams kontert sexistische Kommentare von Turnierdirektor

Nach ihrer Final-Niederlage konterte Williams sexistische Kommentare des Turnierdirektors Raymond Moore. "Wenn ich eine Spielerin wäre, würde ich jeden Abend auf die Knie gehen und Gott dafür danken, dass Roger Federer und Rafael Nadal geboren wurden, weil sie diesen Sport getragen haben", hatte der 69-Jährige am Sonntagmorgen vor der versammelten Presse erklärt.

Auf diesen Kommentar angesprochen, antwortete die Weltranglistenerste: "Ich bin natürlich der Meinung, dass keine Frau irgendwem auf den Knien danken sollte. Wenn ich ihnen jeden Tag sagen würde, wie viele Menschen sagen, dass sie nur Tennis schauen, wenn meine Schwester oder ich spielen, könnte ich die Zahl nicht mal nennen."

Die 21-malige Grand-Slam-Siegerin fügte an: "Wie bei den Frauen gibt es auch viele männliche Profis, bei denen es Spaß macht, zuzuschauen." Moores Äußerungen seien schlichtweg "beleidigend, sehr unangebracht und sehr, sehr, sehr unrichtig". Der Südafrikaner hatte sich bereits für seine Kommentare entschuldigt.

(seeg/dpa)
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