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Tennis
Kohlschreiber scheitert nach Auf und Ab in Hamburg

Philipp Kohlschreiber scheitert nach Auf und Ab in Hamburg
Nach dem Aus von Philipp Kohlschreiber muss das ATP-Turnier in Hamburg am Finalwochenende ohne deutsches Zugpferd auskommen. FOTO: dpa, dbo kno
Hamburg. Ausgeschieden nach einer Achterbahnfahrt: Wegen erheblicher Leistungsschwankungen hat Deutschlands Nummer eins Philipp Kohlschreiber bei den German Open der Tennisprofis am Hamburger Rothenbaum die Vorschlussrunde verpasst.

Der topgesetzte Augsburger verlor gegen Renzo Olivo aus Argentinien mit 6:1, 0:6 und 5:7 und wartet weiter auf seinen ersten Turniersieg in der Hansestadt.

"Das ist eine Niederlage, die wirklich wehtut. Jetzt würde ich meinen Schläger gern eine zeitlang weglegen", sagte Kohlschreiber, der mit der gesamten Turnierwoche nicht zufrieden war: "Ich habe nie mit der nötigen Leichtigkeit gespielt und bin an mir selbst gescheitert."

Mit konzentriertem Spiel und druckvollen Schlägen dominierte Kohlschreiber den ersten Satz von der ersten Minute an. Der Südamerikaner, der noch nie bei einem ATP-Turnier die Vorschlussrunde erreicht hat, wirkte nahezu hilflos. Schon nach einer Viertelstunde führte Kohlschreiber 4:0, nach 31 Minuten war der erste Satz unter Dach und Fach.

Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild total. Die Fehlerquote der vorher so überlegenen Kohlschreibers stieg rapide an, ihm gelang fast nichts mehr. Sein 24 Jahre alter Gegner musste kaum mehr tun, als den Ball im Spiel zu halten und auf den Fauxpas des Kontrahenten auf der anderen Seite des Netzes zu warten. Dieser Satz dauerte gar nur 25 Minuten - mit völlig veränderten Vorzeichen.

Im letzten Satz setzte sich die größere Physis von Olivo durch, der den größten Erfolg seiner Karriere feierte. Der Südamerikaner, Nummer 153 der Weltrangliste, kam immer öfter erfolgreich aus Netz und ließ Kohlschreiber, der drei Matchbälle nicht nutzen konnte, mehrfach ganz schlecht aussehen.

Dabei schienen Kohlschreiber Argentinier zu liegen. In den ersten beiden Runden hatte er Olivos Landsleute Carlos Berlocq und Nicolas Kicker ausgeschaltet.

Damit liegt der letzte deutsche Turniersieg an der Alster nun schon 23 Jahre zurück. 1993 hatte Wimbledonsieger Michael Stich, mittlerweile Turnierdirektor der German Open, das traditionsreiche Turnier gewonnen.

Zumindest finanziell hat sich die Reise an die Elbe für die Nummer 22 der Weltrangliste gelohnt. Kohlschreiber kassierte ein Preisgeld von 73.690 Euro, der Turniersieger allerdings wird sogar 316.000 Euro einstreichen.

Alle übrigen deutschen Profis waren bereits in den ersten Runden ausgeschieden, besonders enttäuschend war das frühe Scheitern des Hamburger Lokalmatadoren Alexander Zverev. Positiv überrascht hatte der erst 17 Jahre alte Louis Weßels aus Detmold, der sich bis ins Achtelfinale durchkämpfte.

(sid)
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