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Nadal im Viertelfinale
Deutsches Debakel am Rothenbaum

Rafael Nadal im Viertelfinale: Deutsches Debakel am Rothenbaum
Florian Mayer hat sich als letzter deutscher Spieler am Hamburger Rothenbaum verabschiedet. FOTO: dpa, dbo nic
Hamburg. Florian Mayer träumte vom Halbfinale gegen Nadal, nun war schon im Achtelfinale gegen Seppi Schluss. Damit schied der letzte Deutsche in Hamburg aus. Nadal, der "Sandplatzkönig" aus Mallorca, wurde seiner Favoritenrolle gerecht und steht im Viertelfinale.

Der spanische Tennisstar Rafael Nadal hat die Pflichtaufgabe gegen den Tschechen Jiri Vesely erledigt und das Viertelfinale am Hamburger Rothenbaum erreicht. Der 29-jährige Spanier gewann am Donnerstag in 2:11 Stunden mit 6:4, 7:6 (7:2) gegen den 22-jährigen Tschechen Jiri Vesely. In der dritten Runde des ATP-Turnieres trifft der Mallorquiner am Freitag auf Pablo Cuevas aus Uruguay. Damit bleibt dem auch bei Herbstwetter treuen hanseatischen Publikum zumindest der ehemalige Weltranglisten-Erste erhalten, nachdem der Bayreuther Florian Mayer als letzter Deutscher ausgeschieden war. Der lange verletzte 31-Jährige scheiterte im Achtelfinale mit 6:4, 2:6, 3:6 gegen Andreas Seppi aus Südtirol.

Der nach zuletzt bitteren Niederlagen verunsicherte Nadal hatte leichte Startschwierigkeiten – allein die ersten drei Spiele dauerten 24 Minuten und gingen immer wieder über Einstand. Doch mit dem Break zum 2:1 war der Bann gebrochen: der Zehnte der Welt peitschte der Nummer 45 die Vorhandbälle nur so um die Ohren. Zwar konnte Vesely im zweiten Durchgang zwei Aufschlagverluste wieder ausgleichen und rettete sich in den Tiebreak – für mehr reichte es gegen den flinken Linkshänder aber nicht.

"Die letzten Monate ging es bei mir viel auf und ab, ich kämpfe darum, mein Level wieder zu erreichen. Tage wie heute helfen auch", sagte der erleichterte Nadal, der die 500 Punkte für den Turniersieg dringend braucht. Wie sehr er seiner Form noch hinter hinkt, zeigten zwei Doppelfehler bei seinem ersten Matchball: "Das war nicht lustig", meinte er.

7000 Zuschauer fieberten auch mit Mayer auf dem Centre Court mit.
Gegen den an Nummer vier gesetzten Italiener Seppi ging er mit einem Break zum 4:3 in Führung. "Das war eine Topleistung, viel besser kann ich nicht spielen, ich habe unglaublich aufgeschlagen", meinte er. Danach habe die Kraft etwas nachgelassen, er wurde passiver.

Ein richtiger Winner-Schlag und das Selbstbewusstsein fehlte dem Halbfinalisten von 2010 nach seiner langwierigen Schambeinentzündung und einem Jahr Pause. Als die Nummer 26 der Welt das Tempo anzog, konnte Mayer nicht mehr mithalten. "Eine wichtige Erkenntnis ist, dass ich absolut konkurrenzfähig bin. Ich brauche mehr Matches auf dem Niveau", sagte er nach seinem Aus bei der mit 1,285 Millionen Euro dotierten Sandplatz-Veranstaltung.

Damit platzte nach 1:37 Stunden auch der Traum von einem möglichen Halbfinale gegen Nadal. "Ja klar, ich war lange draußen und muss mir alles wieder hart erarbeiten", sagte Mayer, der bei seinem zehnten Hamburg-Start eine Runde weiterkam als Philipp Kohlschreiber (Augsburg) und der Hamburger Alexander Zverev.

Wegen seiner Verletzung hat er noch eine medizinische Ausnahme-Erlaubnis, die er aber nur für neun Turniere in Anspruch nehmen darf. In der Hansestadt gab ihm Turnierdirektor Michael Stich eine der vier Wild Cards – die er mit seinem Kampfgeist rechtfertigte. "Bis zum Jahresende will ich wieder unter die Top 100, dann komme ich direkt in die Australien Open", sagte Mayer.

(dpa)
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