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Tennis-Legende beim Reitsport-Klassiker
Stevens gewinnt vor den Augen von Graf in Hamburg

Steffi Graf trifft Ludger Beerbaum beim Derby
Steffi Graf trifft Ludger Beerbaum beim Derby FOTO: dpa, lus vfd
Hamburg. Beklatscht von Steffi Graf, bejubelt vom Publikum: Vor den Augen der 22-maligen Grand-Slam-Siegerin hat Außenseiter Mario Stevens die zweite Qualifikation zum deutschen Spring-Derby in Hamburg-Klein Flottbek gewonnen.

Ungeachtet seines überraschenden Erfolges verzichtet der Cloppenburger auf einen Start im Derby-Finale am Sonntag (14.30 Uhr/NDR).

"El Bandiata ist erst zehn Jahre alt und noch nicht soweit, diese erneute Belastung zu meistern. Ich setze mit meiner Stute auf das nächste Jahr", erklärte der Niedersachse, der in 97,38 Sekunden die schnellste fehlerfreie Runde hinlegte. Stevens am nächsten kamen die beiden Briten William Whitaker mit Briliant (0/101,88) und Nigel Coupe mit Golvers Hill (0/102,84)

Die mittlerweile 46-jährige Graf, die seit ihrem Karriereende in Las Vegas lebt, war in Hamburg zu Besuch, um sich über die Entwicklungen ihrer dort ansässigen Stiftung "Children for tomorrow" zu informieren. Auch um direkt mit ihren Mitarbeitern in Kontakt zu treten, ist Graf einmal im Jahr in der Hansestadt zu Gast.

Vor der Prüfung hatte sich die Olympiasiegerin von 1988 während einer Begehung des Derbyplatzes vom ehemaligen Derbysieger Ludger Beerbaum die kniffligisten Abschnitte des längsten Parcours der Welt erklären lassen. Interessiert musterte Graf unter anderem den Großen Wall und Pulvermanns Grab.

Anschließend verließ sie begleitet vom Applaus der knapp 20.000 Zuschauer das Geläuf. Interviewwünsche der Medien lehnte sie ausnahmslos ab.

Eine Schrecksekunde mit glücklichem Ausgang erlebte Carsten-Otto Nagel. Der Derbysieger von 2010 rutschte mit seinem routinierten Pferd Lex Lougar seitlich vom Großen Wall herunter, beide blieben aber unverletzt.

"Man weiß ja, wie Hengste so sein können. Ich bin gerade noch rechtzeitig seitlich in die Hecke abgesprungen", sagte der Wedeler, der entsprechend des Reglements disqualifiziert werden musste und damit auch beim Kampf ums Blaue Band am Sonntag nicht startberechtigt ist.

Am Abend endete das Mannschaftsspringen der neuen und umstrittenen Global Champions League mit einem Sieg von Valkenswaard United vor den Antwerp Diamonds und den Rome Gladiators. In keinem der drei Equipen stand ein deutscher Reiter. Wegen Rechtsstreitigkeiten mit dem Reitweltverband FIE fand die Deutschland-Premiere des mit 200.000 Euro dotierten Springens außerhalb des eigentlichen Derby-Meetings statt.

Bereits am Mittag hatte ein Reiter-Trio aus Belgien das erste S-Springen des Tages dominiert. Der Sieg ging an Pieter Devos mit Espoir vor Nicola Philippaerts mit Quenzo de la Roque sowie Jerome Guery mit Grand Cru. Als bester deutscher Teilnehmer kam Holger Wulschner aus Groß Viegeln mit Cavity auf den sechsten Platz.

Das Derby-Meeting wird am Samstag fortgesetzt, sportlicher Höhepunkt des vorletzten Wettkampftages ist der Große Preis von Hamburg (14.00 Uhr/N3), einziges Springen der Global Champions Tour auf deutschem Boden.

(sid)
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