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Tennis
Serena Williams: Grand-Slam-Gerede steht auf dem Index

Fotos: Serena Williams albert mit der "Salatschüssel" herum
Fotos: Serena Williams albert mit der "Salatschüssel" herum FOTO: dpa, hm
Serena Williams hat mit dem Titelgewinn in Cincinnati die Generalprobe für die in der kommenden Woche beginnenden US Open bestanden. Dort könnte sie den Kalender-Grand-Slam besiegeln – als erste Spielerin nach Steffi Graf 1988.

Der Druck steigt stündlich – der Countdown für den ultimativen Triumph im Big Apple hat längst begonnen. Und Serena Williams spürt das, sucht sekündlich nach Fluchtwegen aus dem Dilemma.

"Ich habe meinen Leuten schon gesagt, dass ich jetzt nicht mehr so viele Interviews geben will. Jeder fragt mich nach dem Grand Slam, aber ich will eigentlich nichts darüber hören", meinte Superstar Williams nach dem 6:3, 7:6 (7:5) im Finale von Cincinnati/Ohio gegen die Rumänin Simona Halep.

Die Generalprobe für die anstehenden US Open in New York (31. August bis 13. September) hat die Branchenführerin bestanden. Eine knappe Woche ist nun noch Zeit, bis für Williams die zweiwöchige Mission Kalender-Grand-Slam in Flushing Meadows beginnt. Es wird ein Spießrutenlauf werden, denn gerade in der Stadt, die niemals schläft, ist die charismatische Nummer eins gefragter denn je.

Sieben Matches muss die 33-Jährige auf der größten aller Tennis-Bühnen noch gewinnen, um Geschichte zu schreiben und als erste Spielerin nach Steffi Graf 1988 alle vier Major-Titel in einem Jahr zu holen. "Serena hat viel Druck, jeder spricht über diese wahrscheinlich einmalige Chance", sagte die Weltranglistenzweite Halep, die ihrer Konkurrentin den historischen Coup aber zutraut - und gönnt: "Serena ist im Stande, es zu schaffen. Viel Glück dabei!"

Auch Andrea Petkovic setzt auf Williams: "Serena ist der geborene Champion. Wenn es jemand schafft, dann sie", sagte Fed-Cup-Spielerin Petkovic dem SID.

Der Turniersieg in Cincinnati hat Williams, die bislang 73,3 Millionen Dollar an Preisgeld eingestrichen hat, in die Karten gespielt. Nachdem sie noch in der Woche zuvor im Halbfinale von Toronto gegen die 18-jährige Belinda Bencic (Schweiz) verloren hatte, präsentierte sich die 21-malige Major-Siegerin bei der Generalprobe für die US Open in starker Verfassung.

Es passt irgendwie ins Bild, dass Williams derzeit auf dem Court graue knöchelhohe Schuhe trägt. Wie ein Boxer, der um die ganz große Sache kämpft.

Dass der zuvor lädierte Ellenbogen hält, bewiesen ihre 15 Asse im Finale. Immer, wenn es brenzlig wurde, packte Williams ein krachendes Service aus. Die Psyche ist also in Takt kurz vor der besonderen Grand-Slam-Herausforderung.

Eigentlich kann sich Williams bei ihrer Mission nur selbst im Weg stehen. Die Zahlen jedenfalls sprechen für sich. Auf den US-Hartplätzen hat sie seit zwei Jahren nicht mehr verloren und dabei 44:0 Siege eingefahren. Den Titel bei den US Open gewann Williams zuletzt dreimal in Folge. In dieser Saison hat die Power-Spielerin aus Florida nur zwei Matches verloren.

Doch Williams weiß genau, dass der Druck ihr wohl größter Gegner ist. Das Gerede vom ersten Kalender-Grand-Slam einer Spielerin seit 27 Jahren und dem 22. Major-Titel, der sie auf eine Stufe mit Steffi Graf bringen könnte. "Ich muss das alles ausblenden und entspannt sein", beschrieb Williams ihre Verdrängungstaktik, die die US-Amerikanerin auch schon prächtig anwendet: "Ich würde es hassen, in New York zu verlieren. Aber mir geht es dabei einzig darum, die US Open zu gewinnen."

Das will auch Roger Federer, der in Cincinnati den Weltranglistenersten Novak Djokovic (Serbien) mit 7:6 (7:1), 6:3 entzauberte. Der Schweizer Rekord-Champion greift bei den US Open nach seinem 18. Grand-Slam-Titel.

(sid)
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