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Tennis-Diva beendet Saison
Serena Williams: frustriert und mit "verletztem Herzen"

Fotos: Serena Williams verpasst den Grand Slam: Aus im Halbfinale
Fotos: Serena Williams verpasst den Grand Slam: Aus im Halbfinale FOTO: dpa, msc
Serena Williams hat nach dem verpassten Grand Slam ihre Saison vorzeitig beendet. Die Enttäuschung sitzt bei der 34-Jährigen immer noch tief.

Bei Serena Williams ist die Luft raus. Nach dem verpassten Grand Slam hat die erfolgreichste Tennisspielerin unserer Zeit frustriert und demotiviert ihre Saison beendet. "Ich habe fast das ganze Jahr verletzt gespielt - ob es mein Ellenbogen oder mein Knie oder in den finalen Momenten nach einem bestimmten Match in Flushing Meadows mein Herz war", teilte Williams am Donnerstag mit.

Auch noch drei Wochen nach ihrer herben Enttäuschung bei der US Open, wo sie an der vorletzten Hürde auf dem Weg zum Grand Slam gescheitert war, sitzt der Stachel der Enttäuschung noch tief. Die Halbfinal-Pleite gegen die Italienerin Roberta Vinci muss noch verarbeitet werden, die 34-Jährige will Körper und Seele wieder etwas Zeit geben.

Fotos: Novak Djokovic macht Tänzchen mit Serena Williams FOTO: dpa, cs

"Ich mache einen proaktiven Schritt und sage meine Starts bei den Turnieren in Peking und Singapur ab, um mich ausführlich um meine Gesundheit zu kümmern und mir Zeit zu geben, um zu heilen", erklärte Williams. Die US-Amerikanerin verzichtet somit auf die China Open in der nächsten Woche und das WTA-Finale in Singapur (26. Oktober bis 1. November).

Für ihren Trainer Patrick Mouratoglou war die Entscheidung keine Überraschung. Schon am Mittwoch hatte der Franzose über ein vorzeitiges Saisonende spekuliert. "Nach diesem Jahr mit drei gewonnenen Grand-Slam-Turnieren ist die Frage, wie hoch die Motivation bei ihr ist, die restlichen Turniere in 2015 zu spielen", sagte Mouratoglou, seit 2012 ihr Trainer, gegenüber ESPN. "Nachdem sie das US-Open-Halbfinale gegen Vinci verloren hat, sagte sie mir, ihre Saison sei nicht gut. Ich mag diese Einstellung, es geht dabei um hohe Ansprüche, und die braucht ein Champion", sagte er weiter.

Die Weltranglistenerste hat seit der Pleite gegen Vinci, gegen die sie vor den US Open noch nie einen Satz verlor, kein Spiel mehr bestritten. Der Frust war verständlich, schließlich hätte sie in New York mit einem Sieg als erste Spielerin seit Steffi Graf 1988 alle vier Grand-Slam-Turniere in einem Kalenderjahr gewinnen können. Zudem hätte sie mit 22 Grand-Slam-Titeln mit Graf gleichgezogen.

Fotos: Serena Williams albert mit der "Salatschüssel" herum FOTO: dpa, hm

Nun liegt der Schläger erst einmal in der Ecke. Auch das Preisgeld konnte sie nicht mehr locken. In China winken 4,7 Millionen Dollar Preisgelder, beim WTA-Finale - nach Punkten und Preisgeld hinter den vier Grand Slams das höchstdotierte Turnier - werden sieben Millionen Dollar ausgeschüttet.

Doch was ist schon der schnöde Mammon im Vergleich zu einer geschundenen Seele. Verschmerzen kann sie den möglicherweise millionenschweren Verdienstausfall ohnehin problemlos. In ihrer Karriere hat Serena Williams schon gut 74 Millionen Dollar verdient.

(sid)
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