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"Jede Zweite ist lesbisch"
Stachowski droht Ärger wegen Aussagen über Damen-Tennis

Sergej Stachowski droht Ärger wegen Aussagen über WTA: "Jede Zweite ist lesbisch"
FOTO: dpa, Tom Hevezi
Dem ukrainischen Tennisprofi Sergej Stachowski droht nach seinen homophoben Aussagen Ärger mit der Spielervereinigung ATP. Deren Präsident Chris Kermode kündigte an, den Fall untersuchen zu lassen, und bezeichnete Stachowskis Interview als "beleidigend und inakzeptabel".

Der Weltranglisten-49. war auf einer ukrainischen Internetseite mit den Worten zitiert worden: "Auf der WTA-Tour ist fast jede Zweite lesbisch. Ich werde meine Tochter sicherlich nicht auf die WTA-Tour schicken." Unter den Top 100 bei den Männern gebe es dagegen keine Homosexualität: "Auf der ATP-Tour haben wir eine normale Atmosphäre. Wenn da was wäre, würden wir sicherlich darüber Bescheid wissen, weil es ein sehr geschlossener Kreis ist."

WTA-Chefin Stacey Allaster kritisierte Stachowski scharf: "Es ist traurig, dass es in der heutigen Zeit Leute gibt, die engstirnig sind und verächtlich über Frauen basierend auf deren sexueller Orientierung sprechen."

Die 18-malige Grand-Slam-Siegerin Martina Navratilova, die seit Jahrzehnten offen mit ihrer Homosexualität umgeht, hatte sich via Twitter direkt an Stachowski gewandt, ihm Homophobie vorgeworfen und um ein Gespräch unter vier Augen gebeten. Am Samstag entschuldigte sich der 29-Jährige, ebenfalls über das soziale Netzwerk: "Es tut mir leid. Ich wollte niemanden beleidigen."

Stachowski liegt in der Weltrangliste auf Platz 49 und war in Wimbledon in der ersten Runde ausgeschieden. Vor zwei Jahren hatte der Ukrainer mit seinem Zweitrunden-Sieg gegen Roger Federer für Aufsehen gesorgt. Besonders brisant: Der Ukrainer ist Mitglied des Spielerrates der ATP.

(sid)
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