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Tennis
Kreuzbandriss – Laura Siegemund droht das Saisonaus

Fotos: Siegemund entzaubert Pliskova in Stuttgart
Fotos: Siegemund entzaubert Pliskova in Stuttgart FOTO: dpa, bwe soe
Laura Siegemund trug die Hoffnungen auf einen ersten deutschen Erfolg beim WTA-Tennisturnier in Nürnberg. Dort wollte sich die Stuttgart-Siegerin auf die French Open in Paris einstimmen. Doch dann kam für die 29-Jährige das bittere Aus. Monatelang wird sie fehlen.

Die bittere Nachricht von ihrem wahrscheinlichen Saisonende wollte Tennisspielerin Laura Siegemund selbst verbreiten. Mit einem Kreuzbandriss fällt die deutsche Nummer zwei auch nach den French Open noch monatelang aus. Keine vier Wochen nach ihrem Triumph von Stuttgart muss die 29-Jährige damit einen Verletzungsschock verdauen. "Ich bin natürlich sehr enttäuscht und traurig, dass ich dadurch die kommenden Turniere - insbesondere die French Open, auf die ich mich sehr gefreut hatte - nicht werde spielen können", erklärte die Metzingerin am Donnerstagabend via Facebook, "aber mein Blick geht jetzt nach vorne und ich werde all meine Kraft in eine schnellstmögliche Genesung stecken!"

Das deutsche Damen-Tennis hat für das damit nicht nur für das am Sonntag beginnende zweite Grand-Slam-Turnier des Jahres eine formstarke Hoffnungsträgerin neben der formschwachen Angelique Kerber weniger. Auch Wimbledon und die US Open, die Ende August starten, dürfte Siegemund aller Voraussicht nach verletzungsbedingt verpassen.

Kerber konnte nach ihren Oberschenkelproblemen "wieder voll gesund" nach Paris reisen. Dauerpatientin Sabine Lisicki kündigte nach einer Schulterverletzung ihr Comeback für das Rasenturnier auf Mallorca Mitte Juni an - Siegemund war unterdessen am Mittwoch im Achtelfinale von Nürnberg der folgenschwere Ausfallschritt passiert. Barbara Rittner hatte sofort befürchtet, dass die French Open ohne Siegemund ablaufen. Siegemund habe "einen Knall im Knie" gespürt, berichtete die Bundestrainerin. "Es hat geknackt, sie hat Schmerzen."

Mit besorgten Blicken hatte Rittner verfolgt, wie Siegemund vom Center Court getragen wurde. Beim Stand von 6:4, 5:5 gegen die Tschechin Barbora Krejcikova war die Weltranglisten-32. mit dem Bein weggeknickt. Sie schrie auf, blieb mit Schmerzen liegen.

Rittner hatte der Sandplatz-Spezialistin aus Metzingen das Halbfinale in Paris zugetraut - und reagierte beim fränkischen WTA-Turnier dementsprechend betroffen. "Laura hat die Form ihres Lebens. Sie ist auf dem Zenit ihrer Karriere", sagte die Fed-Cup-Teamchefin.

Der Sandbelag habe das Verletzungspech aber nicht begünstigt. "Ich bin der sicheren Meinung, dass der Platz keine Rolle gespielt hat", sagte die 44-Jährige, die in Nürnberg auch als Turnierbotschafterin fungiert: "Die Plätze sind in gutem Zustand."

Wie Kerber hatte auch Siegemund mit Problemen in den ersten Monaten des Jahres gekämpft, in denen sie auch eine Armblessur behindert hatte. Frühe Niederlage reihte sich an frühe Niederlage. Der Erfolg kam erst mit dem Wechsel auf Sand zurück. Ende April überraschte sie als Lokalmatadorin und Wildcard-Inhaberin in Stuttgart und feierte mit dem Gewinn des wichtigsten deutschen Damen-Turniers ihren größten Triumph.

In Paris wird die Schwäbin nun nicht daran anknüpfen können. Nur als Zuschauerin wird die Spätstarterin verfolgen, wie Kerber ihre Krise in Roland Garros abschütteln will. Die Kielerin will gerade aus den verpatzten vergangenen Wochen Motivation ziehen, schließlich ist sie die von ihr nicht geliebte Favoritenrolle nach den vielen frühen Pleiten los. "Ich mache kein großes Drama draus", sagte die Nummer eins der Welt in München bei einem Sponsorentermin. "Wenn man mit einem nicht rechnet, kann man vielleicht zuschlagen." Anders als Siegemund mag Kerber die Sandplätze aber nicht besonders.

(dpa)
 
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