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"Habe einen Fehler gemacht"
Scharapowa positiv auf Doping getestet

Fotos: Scharapowa macht positiven Dopingtest öffentlich
Fotos: Scharapowa macht positiven Dopingtest öffentlich FOTO: afp, tb
Tennis-Superstar Maria Scharapowa ist bei den Australian Open im Januar positiv auf die verbotene Substanz Meldonium getestet worden. Das gab die 28 Jahre alte Russin am Montag in Los Angeles auf einer extra einberufenen Pressekonferenz bekannt.

Scharapowa erklärte, eine Änderung in den Doping-Regularien der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA sei für den Verstoß verantwortlich. Die WADA hatte die Substanz zum 1. Januar dieses Jahres auf die Verbotsliste gesetzt. Laut Mitteilung des Tennis Anti-Doping Programms (TADP) wird die fünfmalige Grand-Slam-Siegerin mit Wirkung vom 12. März vorläufig suspendiert. Über die Dauer der Sperre wurde zunächst nichts bekannt.

Verzicht auf B-Probe

Twitter-Reaktionen zu Scharapowas positivem Dopingtest

Nach Angaben ihres Anwalts wird Scharapowa auf die Öffnung der B-Probe verzichten. Das sagte John Haggerty am Montag der "New York Times".

Der Vorsitzende der Spielerinnenvereinigung WTA, Steve Simon, erklärte: "Ich bin sehr traurig, davon zu hören. Ich habe Maria immer als Frau mit großer Integrität gekannt. Dennoch ist es in der Verantwortung eines jeden Spielers, was sie zu sich nehmen."

"Ich habe einen Fehler gemacht und meine Fans und meinen Sport im Stich gelassen", sagte Scharapowa: "Ich will meine Karriere so nicht beenden, ich hoffe, ich bekomme noch eine weitere Chance." Sie könne niemand anderes als sich selbst für den positiven Test verantwortlich machen, sie habe die neue Liste der WADA, die ihr am 22. Dezember des vergangenen Jahres zugeschickt worden war, nicht gelesen.

Die prominentesten Dopingfälle der Tennis-Geschichte waren bislang die früheren Branchenführer Mats Wilander aus Schweden und Martina Hingis aus der Schweiz. Beide wurde positiv auf Kokain getestet. Hingis bestreitet bis heute die Einnahme.

Gesammelt: Die spektakulärsten Dopingfälle der Sportgeschichte FOTO: The Canadian Press, AP

Anflug von Galgenhumor

Nach der Ankündigung der Pressekonferenz wenige Tage vor dem Start des Turniers in Indian Wells hatten zahlreiche Medien über Scharapowas Rücktritt spekuliert. "Ich weiß, dass viele gedacht haben, dass ich mein Karriereende erkläre. Aber wenn ich irgendwann meinen Rücktritt bekanntgebe, wird es wahrscheinlich nicht in einem Hotel in der Innenstadt von Los Angeles sein mit diesem ziemlich hässlichen Teppich", sagte Scharapowa mit einem Anflug von Galgenhumor. 

Bei einer längeren Sperre könnte Scharapowa möglicherweise auch die Olympische Spiele im August in Rio de Janeiro verpassen, die sie zuletzt als ihr großes Saisonziel bezeichnet hatte.

Die 28-jährige Russin liegt derzeit auf Platz sieben der WTA-Weltrangliste. Scharapowa gilt als die reichste Sportlerin der Welt und ist eine von nur zehn Spielerinnen, die jedes Grand-Slam-Turnier einmal gewonnen hat. Insgesamt kommt die in den USA lebende frühere Weltranglisten-Erste auf 35 Titel.

(old/sid)
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