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Nach dem US-Open-Sieg
Wie geht es jetzt weiter mit Kerber?

Kerber posiert im Sommerkleid mit ihrem Pokal
Kerber posiert im Sommerkleid mit ihrem Pokal FOTO: rtr, sm
New Yorrk. Nach ihrem US-Open-Sieg wird es für Angelique Kerber vor allem im nächsten Jahr schwierig. Bevor 2017 beginnt, könnte der Kielerin noch eine weitere Ehre zuteil werden. 

377 Wochen stand Steffi Graf insgesamt an der Spitze und lieferte sich einst ein Duell mit Monica Seles. Angelique Kerber geht am Montag in ihre erste Woche als Weltranglistenführende und wird mit der einstigen Graf-Gegnerin Serena Williams vermutlich noch um den einen oder anderen großen Titel kämpfen. Fragen und Antworten nach Kerbers Triumph bei den US Open in New York.

Wird das Duell zwischen Kerber und Serena Williams weitergehen?

Davon ist auszugehen. Serena Williams hat seit einer Ewigkeit eine beherrschende Rolle inne. Grand-Slam-Titel sammelt sie seit den US Open 1999. In Wimbledon stellte die Amerikanerin mit ihrem 22. Triumph bei einem Major den Rekord von Steffi Graf ein. Obwohl die jüngere Williams-Schwester am 26. September 35 Jahre alt und anfälliger für Verletzungen wird, ist sie heiß auf die alleinige Bestmarke. "Wenn eine Serena ihr bestes Tennis spielt, ist fast nichts zu machen", sagte Bundestrainerin Barbara Rittner vor kurzem. Kerber zählt seit fünf Jahren konstant zu den Besten der Branche. Ihre Auftritte geben keinen Anlass zur Befürchtung, sie könnte zurückfallen.

Wer kann Kerber und Williams gefährlich werden?

Karolina Pliskova fertigte Kerber in Cincinnati ab, warf Venus und Serena Williams bei den US Open raus, ehe sie dann nur knapp ihren ersten Grand-Slam-Titel verpasste. Auf die Tschechin wird wohl auch in Zukunft zu achten sein. Eine Konkurrentin mit der Konstanz von Williams und Kerber hat sich zuletzt nicht hervorgetan. Für Garbiñe Muguruza war nach ihrem French-Open-Sieg in Wimbledon, bei den Olympischen Spielen in Rio und bei den US Open jeweils früh Schluss. Potenzial hat die Spanierin allerdings.

Auch die üblichen Verdächtigen wie Simona Halep, Agnieszka Radwanska oder die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova gelten oft als Mitfavoriten. Die frühere kurzzeitige Nummer eins Caroline Wozniacki will sich zurückkämpfen. "Eine Halep, Radwanska oder Kvitova werden immer schwer zu schlagen sein", urteilte Rittner. Auf einer Stufe mit Serena Williams und Kerber stehen sie im Moment aber nicht. Die Weißrussin Wiktoria Asarenka macht erst einmal Babypause.

Kerber bekommt Auszeichnung als Weltranglisten-Erste FOTO: ap, DC

Was muss Kerber tun, um die Nummer eins zu bleiben?

Erstrebenswert ist vor allem, das Jahr als Nummer eins abzuschließen. Besonders viele Punkte hat die Linkshänderin bis zum Saison-Finale Ende Oktober in Singapur nicht zu verteidigen. Leichter könnte Serena Williams allerdings Punkte gutmachen, weil sie 2015 nach den US Open ihre Saison beendete. Schon jetzt ist klar, dass Kerber ein kniffliges Jahr 2017 bevorsteht. Dann muss die Kielerin ihre Leistungen bestätigen, um nicht abzurutschen. Schon bei den Australian Open fängt es mit der Jagd auf die Titelverteidigung an.

Wird es jetzt einen Tennis-Boom in Deutschland geben?

Das hofft zwar DTB-Präsident Ulrich Klaus, die Frage ist aber relativ eindeutig mit Nein zu beantworten. Die Zeiten haben sich geändert - und Kerber tritt nicht als eine schillernde Persönlichkeit wie Steffi Graf auf. Einen Boom wie mit Boris Becker, Graf und Michael Stich in den 80ern und 90ern wird es nicht mehr geben.

Auf welche deutschen Damen ist noch zu achten?

Nicht mehr die frühere French-Open-Halbfinalistin Andrea Petkovic oder die einstige Wimbledon-Finalistin Sabine Lisicki, sondern Laura Siegemund hat sich zur deutschen Nummer zwei gemausert. Die Metzingerin feierte in New York den Mixed-Titel. Siegemund ist allerdings wie Kerber schon 28, für die Zukunft ruhen die Hoffnungen auf Annika Beck (22), Carina Witthöft (21) und Antonia Lottner (20).

Wie geht es für Kerber jetzt weiter?

Erst einmal ausspannen und den Erfolg genießen. Zwei Wochen Urlaub hat die Schleswig-Holsteinerin nach dem Rückflug aus New York eingeplant. Erst im chinesischen Wuhan, wo sie 2015 ins Halbfinale vordrang, will sie ab dem 25. September wieder antreten. Vom 1. bis 9. Oktober stehen die China Open in Peking an. Ehe die WTA im November traditionell pausiert, beginnt am 23. Oktober die WM der besten acht Spielerinnen der Saison in Singapur. Einen weiteren Preis darf Kerber womöglich am 18. Dezember in Baden-Baden in Empfang nehmen. Es spricht viel dafür, dass die Tennisspielerin als Deutschlands Sportlerin des Jahres ausgezeichnet wird.

(dpa)
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