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Tennis
Maria Scharapowa sagt Teilnahme bei US Open ab

Porträt: Maria Scharapowa – Tennis-Ikone und Doping-Sünderin
Porträt: Maria Scharapowa – Tennis-Ikone und Doping-Sünderin FOTO: dpa, bwe jhe
New York. Maria Scharapowa musste ihre Teilnahme an den US Open wegen einer Verletzung absagen. New York wird "La Schara" vermissen – und umgekehrt.

Den besonders frustrierten Fans hilft in den kommenden zwei Wochen nur noch der Gang über die Fifth Avenue. Zumindest auf der legendären Einkaufsstraße im Herzen von Manhattan ist Maria Scharapowa auf diversen Werbeplakaten noch präsent. Ebenso wie im New Yorker Shopping-Tempel Bloomingdale's, in dem die Süßwaren-Linie der blonden Russin mit Namen "Sugarpova" sogar eine eigene kleine Abteilung besitzt.

Unfortunately I will not be able to compete in this years US Open. I have done everything possible to be ready but it...

Posted by Maria Sharapova on  Sonntag, 30. August 2015

Auf die leibhaftige Maria Scharapowa aber werden die Tennis-Fans bei den seit Montag laufenden US Open (bis 13. September) verzichten müssen. Rund 17 Stunden vor dem Turnierauftakt am Montagvormittag Ortszeit musste die Weltranglistendritte ihre Teilnahme am letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres wegen einer Verletzung am rechten Bein absagen.

"Leider bin ich nicht in der Lage teilzunehmen. Ich habe alles getan, um rechtzeitig fit zu werden", schrieb Scharapowa bei Facebook und fügte an: "Die Zeit hat einfach nicht gereicht."

Dabei hatte die fünfmalige Major-Siegerin noch am Sonntagmittag nach Angelique Kerber (Kiel) im Louis-Armstrong-Stadium trainiert. Doch Scharapowa plagt sich schon länger mit der Beinblessur herum und hatte seit ihrer Halbfinal-Niederlage in Wimbledon gegen ihre Erzrivalin Serena Williams (USA) vor rund sieben Wochen kein Match mehr bestritten.

Bevor die laut Forbes-Liste mit knapp 30 Millionen Dollar per anno bestverdienende Sportlerin der Welt New York verließ, schickte sie noch eine Botschaft an ihre Anhänger: "Ich werde in ein paar Wochen zurückkehren und freue mich darauf, das Jahr gesund und glücklich zu beenden." Bei der Asien-Tour ab Mitte September will sich Scharapowa unbedingt die nötigen Qualifikations-Punkte für das WTA-Finale der besten acht Saisonspielerinnen im Oktober in Singapur besorgen.

Auch 2013 hatte "La Schara" ausgerechnet das schrillste und glamouröseste Grand-Slam-Turnier im Big Apple wegen einer Schulterverletzung verpasst - wie schon fünf Jahre zuvor an gleicher Stelle.

New York wird Scharapowa vermissen - und umgekehrt. Die 1,88 Meter große Athletin mit der kühlen Attitüde macht jedenfalls keinen Hehl aus der feurigen Beziehung zu den US Open. "Ich liebe die Energie bei diesem Turnier. Und ich liebe es, wenn die wirklichen Sport-Enthusiasten dir hier zuschauen. Ihre Leidenschaft ist unbezahlbar", meinte die Flushing-Meadows-Siegerin von 2006, die den Kampf von Williams um den Kalender-Grand-Slam jetzt nur noch vom TV aus verfolgen kann.

Ihre Hochachtung für die sportliche Leistung der Erzrivalin hatte Scharapowa, die eine vernichtende Bilanz (18:2 Niederlagen) gegen Williams vorweist, bereits vor Turnierbeginn unterstrichen. "Serena hat diese Fähigkeit, die sich jeder wünscht: Sie kann einfach noch diesen Extra-Gang hochschalten in Situationen, in denen es auch für sie schlecht läuft", sagte die Russin.

Branchenführerin Williams (33) könnte mit einem Titelgewinn bei den US Open den Kalender-Slam perfekt machen. Den "echten" Grand Slam mit den Triumphen in Melbourne, Paris, Wimbledon und New York hatten bisher nur Maureen Connolly (1953), Margaret Court (1970) und zuletzt Steffi Graf (1988) perfekt gemacht.

(sid)
 
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