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"Es war ein harter Kampf"
Becker-Schützling Djokovic erreicht Viertelfinale der US Open

Fotos: Djokovic erreicht Viertelfinale der US Open
Fotos: Djokovic erreicht Viertelfinale der US Open FOTO: afp, cb
New York . Boris Becker musste mehr zittern als erwartet, bis sein Schützling Novak Djokovic das Viertelfinale der US Open erreichte hatte.

Becker kaute immer wieder nervös an seinen Nägeln und blickte besorgter drein als sonst. Erst nach gut drei Stunden erlöste ihn sein Schützling Novak Djokovic mit einem 6:3, 4:6, 6:4, 6:3 gegen Roberto Bautista Agut (Spanien/Nr. 25) und dem Einzug ins Viertelfinale der US Open in New York.

Auf dem Weg dorthin hatte sich der topgesetzte Serbe so sehr über sich selbst geärgert, dass er nach dem verlorenen zweiten Satz seinen Schläger zerbrach - und dafür folgerichtig eine Verwarnung kassierte.

Erst nach dem hart umkämpften Erfolg im mit 23.771 Zuschauern ausverkauften Arthur-Ashe-Stadium war Spaßvogel Djokovic wieder zum Scherzen zu Mute. "Ein zerstörtes Racket? Ich habe keins gesehen. Und der Schiedsrichter hat mich auch nicht verwarnt. Er hat mich nur gefagt, wie es mir geht", witzelte der Flushing-Maeadows-Sieger von 2011, der erstmals im Turnierverlauf einen Satz abgeben musste.

Nur die Hälfte seiner Breakpunkte (7 von 14) konnte der Branchenführer gegen den mutig aufspielenden Bautista Agut nutzen. "Es war ein harter Kampf, Roberto hat mir alles abverlangt", sagte Djokovic - und outete sich als Nachtschwärmer: "Diese Night Sessions sind die besten in unserem Sport."

Djokovic will im Big Apple seinen dritten Grand-Slam-Titel des Jahres holen. Die Australian Open und Wimbledon hat "Nole" in der laufenden Saison bereits gewonnen.

In der Runde der letzten Acht wartet auf den Becker-Schützling am Dienstag in Linkshänder Feliciano Lopez (Nr. 18) ein weiterer Spanier. Der 33-Jährige steht nach eine 6:3, 7:6 (7:5), 6:1 gegen Fabio Fognini (Italien/Nr. 32) erstmals im Viertelfinale von Flushing Meadows. Fognini hatte in der dritten Runde den zweimaligen Turniersieger Rafael Nadal (Spanien/Nr. 8) in fünf Sätzen ausgeschaltet.

In einem weiteren Viertelfinale bekommt es Titelverteidiger Marin Cilic (Kroatien/Nr. 9) mit dem Franzosen Jo-Wilfried Tsonga (Nr. 19) zu tun.

Auch dank 23 Assen besiegte Cilic Jeremy Chardy (Frankreich/Nr. 27) mit 6:3, 2:6, 7:6 (7:2), 6:1. Tsonga kam gegen seinen ungesetzten Landsmann Benoit Paire (6:4, 6:3, 6:4) weiter.

Bei den Frauen machte die topgesetzte Serena Williams mit dem Viertelfinal-Einzug das 27. Sister-Act-Duell mit ihrer Schwester Venus perfekt gemacht. Nach zwei wackligen Auftritten zuvor präsentierte sich die 21-malige Grand-Slam-Gewinnerin beim 6:3, 6:3 gegen ihre Landsfrau Madison Keys (USA/Nr. 19) in stark verbesserter Verfassung.

"Ich bin froh, dass der Aufschlag wieder besser kam. Ich habe keinen Druck gespürt und wollte Spaß haben", sagte der Superstar. Mit ihrem siebten Titelgewinn in New York könnte Williams als erste Frau nach Steffi Graf 1988 den Kalender-Grand-Slam komplettieren.

Von den bisherigen 26 Familienduellen mit Venus hat Serena Williams 15 gewonnen. "Ich bin stolz auf sie. Und ich hoffe, Serena ist stolz auf mich. Wir inspirieren uns gegenseitig", sagte Venus Williams, die durch ein 6:2, 6:1 gegen die Qualifikantin Anett Kontaveit (Estland) erstmals seit fünf Jahren wieder im Viertelfinale der US Open steht.

In Flushing Meadows hatte die 35-Jährige, die an der Autoimmunerkrankung Sjögren-Syndrom leidet, 2000 und 2001 triumphiert.

Pech hatte Eugenie Bouchard. Die Kandierin konnte zum Achtelfinale gegen Roberta Vinci (Italien) nicht antreten. Bouchard hatte sich bei einem Sturz eine Gehirnerschütterung zugezogen. Vinci spielt im Viertelfinale gegen die Französin Kristina Maldenovic, die Jekaterina Makarowa (Russland/Nr. 13) mit 7:6 (7:2), 4:6, 6:1 besiegte.

(sid)
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