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"Sehr, sehr schlecht gespielt"
Alexander Zverev scheidet bei US Open völlig frustriert aus

Borna Coric schaltet Alexander Zverev aus
Borna Coric schaltet Alexander Zverev aus FOTO: dpa, hjb
Alexander Zverev verließ wutentbrannt den Grandstand von New York: Der als Mitfavorit gehandelte Hamburger hat bei den US Open eine böse Überraschung erlebt und ist in der zweiten Runde ausgeschieden.

Der an Position vier gesetzte Hamburger war nach der 6:3, 5:7, 6:7 (1:7), 6:7 (4:7)-Niederlage gegen den Weltranglisten-61. Borna Coric (Kroatien) völlig frustriert.

"Ich habe im zweiten und dritten Satz sehr, sehr schlecht gespielt. Das ist einfach enttäuschend, aber mein Leben geht weiter", sagte der sichtlich wütende Zverev in der Pressekonferenz und meinte: "Ich weiß, dass ich hier große Dinge hätte erreichen können. Dinge, die ich bislang noch nicht erreicht habe." Im vierten Durchgang vergab er beim Stand von 6:5 drei Satzbälle in Folge.

Bruder Mischa Zverev und Julia Görges sind weiter

Dafür erreichten sein Bruder Mischa Zverev (Hamburg/Nr. 23) sowie Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 30) als erste deutsche Profis die dritte Runde von Flushing Meadows. Am Donnerstag kann ein DTB-Quartett nachziehen.

Im vierten Durchgang vergab Alexander Zverev beim Stand von 6:5 drei Satzbälle in Folge gegen den stark auftrumpfenden Coric. Nach 3:26 Stunden besiegelte ein Vorhandfehler das frühe Aus von Zverev. Es war sein 58. Unforced Error in einer wechselhaften Partie.

Der 20-Jährige war nach seinen Erfolgen bei den Hartplatzturnieren in Washington und Montréal als heißer Titelanwärter gehandelt worden. Auch weil Zverev in dieser Saison genauso viele Masters-Siege (2) auf dem Konto hat wie Rafael Nadal (Spanien/Nr. 1) und Roger Federer (Schweiz/Nr. 3).

Doch gegen den gleichaltrigen Coric, ebenfalls ein Gesicht der sogenannten "NextGen" (nächsten Generation) im Welttennis, wirkte Zverev nicht auf der Höhe und nutzte nur eine von elf Breakchancen.

Auch 22 Asse konnten die Niederlage nicht verhindern. Damit wartet der Weltranglistensechste Zverev weiterhin auf sein erstes Viertelfinale bei einem Grand-Slam-Turnier. "Ich hatte mir schon einiges ausgerechnet und war der Favorit in meiner Tableau-Hälfte", sagte "Sascha" Zverev.

Sein Bruder Mischa Zverev musste beim 6:3, 6:2, 3:6, 6:7 (3:7), 7:5 gegen Benoit Paire aus Frankreich über die volle Distanz gehen. Görges indes erledigte ihre Aufgabe beim 6:2, 6:1 gegen Zheng Saisai (China) sehr souverän und stellte ihre gute Verfassung erneut unter Beweis.

Während der ältere Zverev-Bruder nun auf den Aufschlagriesen John Isner (USA/Nr. 10) trifft, bekommt es Görges mit Aleksandra Krunic (Serbien) zu tun. Ausgeschieden ist in Runde zwei der Bayreuther Florian Mayer, der beim 3:6, 3:6, 3:6 gegen den Wimbledonfinalisten Marin Cilic (Kroatien/Nr. 5) auf verlorenem Posten stand. Elf deutsche Profis sind somit bereits auf der Strecke geblieben - darunter auch Titelverteidigerin Angelique Kerber (Kiel/Nr. 6).

Scharapowa übersteht zweiten Härtetest

Dagegen bestand Superstar Maria Scharapowa auch den zweiten Härtetest und steht in Runde drei. Die 30-jährige Russin, die erst im April nach 15-monatiger Dopingsperre auf die Tour zurückgekehrt war, besiegte Timea Babos (Ungarn) nach Anlaufproblemen mit 6:7 (4:7), 6:4, 6:1.

Zwei Tage zuvor hatte Wildcard-Inhaberin Scharapowa bei ihrem ersten Grand-Slam-Match seit Januar 2016 die Weltranglistenzweite Simona Halep (Rumänien) in drei mitreißenden Sätzen bezwungen.

Auch Wimbledonsiegerin Garbine Muguruza (Spanien/Nr. 3) gab sich beim 6:4, 6:0 gegen die Chinesin Ying-Ying Duan keine Blöße und kann weiter auf den Sprung an die Weltranglistenspitze hoffen.

Bei den Männern schockte der kanadische Qualifikant Denis Shapovalov den an Position acht gesetzten Franzosen Jo-Wilfried Tsonga beim 6:4, 6:4, 7:6 (7:3).

Lisicki verpasst eine Überraschung

Sabine Lisicki (Berlin) hat derweil eine Überraschung verpasst und ist in der ersten Runde ausgeschieden. Die ehemalige Wimbledonfinalistin unterlag trotz eines starken Beginns der an Position 27 gesetzten Chinesin Zheng Shuai am Ende doch recht deutlich mit 6:7 (4:7), 3:6, 0:6.

Die 27-jährige Lisicki war nach einer siebenmonatigen Verletzungspause wegen einer Schulterblessur erst beim Turnier in Mallorca im Juni auf die Tour zurückgekehrt. Auf der spanischen Ferieninsel und beim Event in Washington wenig später hatte sie im Viertelfinale gestanden.

Mit Hilfe eines "Protected Rankings" hatte die auf Platz 170 der Weltrangliste abgerutschte Lisicki im Hauptfeld der US Open gestanden. 2011 und 2015 hatte sie beim letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres das Achtelfinale erreicht.

(sid)
 
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