| 11.52 Uhr

US Open 2017
Kohlschreiber spielt gegen Federer und die Zuschauer

Kohlschreiber steht im Achtelfinale
Kohlschreiber steht im Achtelfinale FOTO: ap, JJ
New York . Philipp Kohlschreiber steht im Achtelfinale der US Open vor der ultimativen Herausforderung. Doch der Augsburger glaubt gegen Roger Federer an seine Chance.

Kohlschreiber saß sichtlich zufrieden im Bauch des Arthur-Ashe-Stadiums und musste bei der ultimativen Frage nicht lange überlegen. "Meine Rückhand ist besser und schöner als seine", antwortete der US-Open-Achtelfinalist - und lächelte keck.

Es ging im kleinen Presseraum 3 um den großen Roger Federer. Und um eine etwaige winzige Schwäche im nahezu perfekten Spiel des Schweizer Superstars, die Kohlschreiber auf latentes Drängen hin benennen sollte.

Natürlich hat der 33-Jährige wie jeder andere Spieler auch eine gehörige Portion Respekt vor Federer. Aber er glaubt auch an seine Chance im Achtelfinale von Flushing Meadows am Montag gegen den Grand-Slam-Rekordsieger.

"Wenn Roger gut spielt und ich gut spiele, dann gewinnt er. Aber wenn er nicht gut spielt, dann bin ich da. Ich werde ihm einen riesigen Fight liefern", betonte Kohlschreiber, der ohne Satzverlust und zum insgesamt vierten Mal in die Runde der letzten 16 von New York einzog.

Bei keinem Major war er bislang erfolgreicher. Das gibt Selbstvertrauen - auch wenn es nach dem überzeugenden 7:5, 6:2, 6:4 über John Millman (Australien) nun gegen "den vielleicht größten Champion" geht, wie Kohlschreiber Federer nennt.

Federer ist gewarnt

Doch auch der 36-Jährige ist gewarnt. "Philipp hat durch seine Siege hier Selbstvertrauen getankt", meinte Federer und lobte die Rückhand des Herausforderers: "Sie ist auch einhändig. Das liebe ich zu sehen."

Bezeichnenderweise am Labor Day, dem Tag der Arbeit in den USA, könnte die große Stunde des Augsburgers auf der mächtigsten aller Tennis-Bühnen schlagen. "Für so ein Match arbeitet man jeden Tag. Und vielleicht ist jetzt die beste Chance, gegen Roger zu gewinnen. Er hat sich zu Beginn des Turniers noch nicht so in die Ecken bewegt", sagte Kohlschreiber. Wohlwissend um die Bilanz, die da lautet: Elf Niederlagen in elf Duellen mit dem "Maestro".

Der Weltranglisten-37. Kohlschreiber erwartet auch auf den Rängen ein ungleiches Duell. "23.900 Zuschauer werden für Roger sein - und 100 für mich. Da hat er eine Monsterwand hinter sich", sagte Kohlschschreiber, "aber ich werde versuchen, so viele Leute wie möglich auf meine Seite zu ziehen." Der Schuss Lockerheit, den die Erfahrung möglich macht, soll der Schlüssel zum Erfolg werden.

Vielleicht wird sich der Bayer vor dem Spiel gegen Federer auch ein paar Ratschläge von Boris Becker holen. Der dreimalige Wimbledonsieger ist als Eurosport-Experte vor Ort, aber eben auch in seiner neuen Funktion als Head of Men's Tennis im DTB: "Boris ist ein cooler Typ, der einem immer helfen kann. Sein Knowhow ist unbestritten", schwärmte Kohlschreiber, der als dritter deutscher Profi nach Mischa Zverev (Hamburg/Nr. 23) und Julia Görges (Bad Oldesloe/Nr. 30) das Achtelfinale erreichte. Zwei deutsche Männer hatten gemeinsam zuletzt 2006 dort gestanden.

Kohlschreiber setzt bei der ultimativen Herausforderung gegen Federer auch auf seinen neuen Coach Markus Hipfl. Der Österreicher hatte vor einigen Wochen Stephan Fehske abgelöst. Mit Hipfl holte die deutsche Nummer drei gleich den Titel in seiner Wahlheimat Kitzbühel.

(sid)
 
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