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US Open
Kerber spart Kraft, Petkovic quält sich, Lisicki scheidet aus

Kerber-Gegnerin muss aufgeben
Kerber-Gegnerin muss aufgeben FOTO: afp, sr
New York. Angelique Kerber sparte in ihrem Auftaktmatch im hochsommerlichen New York Kraft für den Angriff auf den Tennis-Thron. Fed-Cup-Kollegin Andrea Petkovic quälte sich dagegen bei Temperaturen um 30 Grad mehr als zwei Stunden lang, um bei den US Open die nächste Grand-Slam-Enttäuschung zu verhindern - anders als Sabine Lisicki erfolgreich.

Kerbers erster Auftritt dauerte exakt 33 Minuten, bevor ihre Gegnerin Polona Hercog aus Slowenien angeschlagen aufgab.

Die Weltranglistenzweite aus Kiel führte zu diesem Zeitpunkt im spärlich besetzten Arthur-Ashe-Stadium mit 6:0, 1:0. An diesem Tag hätte Hercog die ebenso selbstbewusst wie souverän spielende Kerber aber auch völlig gesund und in Bestform nicht gefährden können. "Im ersten Satz habe ich mich richtig gut gefühlt. Das Gefühl nehme ich mit in die nächste Runde, auch wenn ich ntürlich kein Spiel so beenden möchte", sagte Kerber, die nun auf die Kroatin Mirjana Lucic-Baroni trifft.

Während Kerber die beste Saison ihrer Karriere nach dem Triumph bei den Australian Open, dem Finale in Wimbledon und der Silbermedaille in Rio krönen kann, kämpft Petkovic um die Trendwende eines bislang verkorksten Jahres. Gegen die Slowakin Kristina Kucova wankte die frühere Top-10-Spielerin aus Darmstadt zwischenzeitlich gewaltig, ehe sie mit 7:6 (7:3), 6:3 gewann und sich zur Freude der Fans zu einem Tänzchen auf dem Court hinreißen ließ.

Petkovic stöhnt über Hitze

"Es war heute sehr, sehr heiß", stöhnte Petkovic: "Aber ich bin zufrieden mit meiner Einstellung. Natürlich war es ein Auf und Ab, aber ich habe vieles, woran ich gearbeitet habe umgesetzt." Die ehemalige Weltranglistenneunte, die in dieser Saison in Melbourne, Paris und Wimbledon spätestens in der zweiten Runde ausgeschieden war, bekommt es nun mit Belinda Bencic aus der Schweiz zu tun. Gegen die 19-Jährige hatte Petkovic im Fed Cup im Februar klar verloren.

Für einen gelungen deutschen Auftakt sorgte Carina Witthöft (Hamburg), die 21-Jährige bezwang die an Position 30 gesetzte Japanerin Misaki Doi 6:4, 6:1. In Runde zwei trifft sie auf die Kasachin Julia Putinzewa, die Lisicki (Berlin) 6:1, 6:2 schlug. Die frühere Wimbledonfinalistin stürzt nun aus den Top 100. "Ich bin nicht zufrieden, alles andere wäre gelogen", sagte Lisicki, die sich in der Akademie von Trainer-Legende Nick Bollettieri in Florida auf die US Open vorbereitet hatte: "Wir haben viel gearbeitet und ein paar Dinge verändert. Es ist traurig, dass es sich noch nicht auszahlt." Ausgeschieden sind zudem Anna-Lena Friedsam (Neuwied) und Mona Barthel (Neumünster).

Mischa Zverev gewinnt erstes Grand-Slam-Match seit sieben Jahren

Der frühere Davis-Cup-Spieler Mischa Zverev hat in der Herren-Konkurrenz sein erstes Grand-Slam-Match seit sieben Jahren gewonnen. Der ältere Bruder des deutschen Top-Talents Alexander Zverev (19) setzte sich in Runde eins gegen den Franzosen Pierre-Hugues Herbert 6:4, 7:6 (8:6), 4:6, 6:0 durch. Ausgeschieden ist dagegen Dustin Brown, der gegen Wimbledonfinalist Milos Raonic (Kanada/Nr. 5) 5:7, 3:6, 4:6 unterlag.

Zverev hatte sich durch die Qualifikation ins Hauptfeld gespielt, derzeit belegt der 29-Jährige Rang 127 im ATP-Ranking. "Dieser Sieg fühlt sich großartig an, ich genieße alles, was jetzt noch kommt", sagte Zverev.

Seine beste Platzierung (45) datiert aus dem Jahr 2009, damals war der Linkshänder für die deutsche Nationalmannschaft beim World Team Cup in Düsseldorf und im Davis Cup in Spanien zum Einsatz gekommen. Zahlreiche Verletzungen ließen Zverev anschließend in der Weltrangliste abrutschen.

Kohlschreiber und Alexander Zverev spielen am Dienstag

Insgesamt sind 18 deutsche Tennisprofis bei den US Open am Start, die mit 46,3 Millionen Dollar (41,7 Millionen Euro) so hoch dotiert sind wie kein anderes Turnier in der Tennisgeschichte zuvor. Zehn Spieler, darunter Alexander Zverev (Hamburg) und die deutsche Nummer eins Philipp Kohlschreiber (Augsburg), greifen erst am Dienstag ins Geschehen ein.

Die größte und wahrscheinlich auch einzige deutsche Hoffnung auf den Titel ist Kerber, die gegen Hercog bereits ihren 48. Saisonsieg feierte. Mehr Matches hat keine andere Spielerin auf der WTA-Tour gewonnen, auch nicht French-Open-Siegerin Garbine Muguruza. Die Spanierin, die wie Kerber die Chance besitzt, Serena Williams (USA) nach den US Open an der Spitze der Weltrangliste abzulösen, hatte im Big Apple mit der Hitze zu kämpfen, ehe sie die Belgierin Elise Mertens 2:6, 6:0, 6:3 bezwang.

(sid)
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