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Ohne Satzverlust ins Halbfinale
Kerber demonstriert gegen Vinci eindrucksvoll ihre Stärke

Kerber macht mit Vinci kurzen Prozess
Kerber macht mit Vinci kurzen Prozess FOTO: dpa, msc
Angelique Kerber hat ihren Siegeszug in New York fortgesetzt und darf weiter vom zweiten Grand-Slam-Titel ihrer Karriere träumen. Die Olympia- und Weltranglisten-Zweite zog gegen Vorjahresfinalistin Roberta Vinci aus Italien nach 1:17 Stunden zum zweiten Mal nach 2011 ins Halbfinale der US Open ein.

Kerber ist nach dem zumindest im ersten Durchgang hart erkämpften 7:5, 6:0 noch immer ohne Satzverlust.

"Es ist immer schwierig gegen Roberta zu spielen, daher bin ich umso glücklicher, in zwei Sätzen durchgekommen zu sein", sagte Kerber: "Es bedeutet mir unheimlich viel, hier zurück im Halbfinale zu sein."

Die deutsche Nummer eins legte vor, Serena Williams muss am Mittwoch nachziehen, um ihre Führung in der Weltrangliste vor Kerber zu behaupten. Die Branchenführerin aus den USA trifft in ihrem Viertelfinale auf die Weltranglistenfünfte Simona Halep aus Rumänien. Kerber spielt am Donnerstag gegen die frühere Weltranglistenerste Caroline Wozniacki, die sich 6:1, 6:2 gegen die Lettin Anastasija Sevastova durchsetzte, um den Einzug ins Finale.

Kerbers Selbstvertrauen könnte vor dem Halbfinale kaum größer sein, der Sieg über die trickreiche Vinci wird ihr weiter Auftrieb geben. Anders als die zweimalige Wimbledonsiegerin Petra Kvitova (Tschechien) in der Runde zuvor schenkte Vinci Kerber zunächst kaum einen Punkt. Die Kielerin musste von ihrer Linie abrücken und selbst in die Offensive gehen. 22 Fehler unterliefen ihr dabei im ersten Satz, den Glauben in die eigenen Qualitäten verlor Kerber trotz einiger Unmutsäußerungen jedoch nie.

"Ich versuche gelassen zu bleiben, wenn es eng wird und meine Chance zu nutzen, wenn sie sich bietet", erklärte sie nach dem Match: "Das ist mir heute gut gelungen. Ich glaube, das war der Schlüssel zum Sieg. Es war nicht einfach, weil das Dach heute früh noch geschlossen war und erst später aufgemacht wurde. Aber das ist letztlich egal."

Noch vor einem Jahr hätte Kerber die Aussicht auf die Nummer eins gelähmt, immerhin kann die 28-Jährige als erst zweite Deutsche nach Steffi Graf den Tennis-Thron erklimmen. Unter dem geschlossenen Dach des gigantischen Arthur-Ashe-Stadiums zeigte Kerber jedoch erneut, wie sehr sie sich nach den bitteren Niederlagen der Saison 2015 gewandelt hat. Nachdem Vinci ihr mit einem Fußfehler beim Aufschlag den ersten Satz nach 54 Minuten überlassen hatte, marschierte Kerber beinahe fehlerfrei Richtung Halbfinale. Die 33-jährige Vinci, die im vergangenen Jahr im Halbfinale völlig überraschend Williams' Grand-Slam-Träume beendet hatte, war chancenlos.

In der Nacht vor Kerbers Triumph hatte sich Agnieszka Radwanska aus dem Rennen um Platz eins verabschiedet. Die Polin, die mit Außenseiterchancen auf Williams' Thron ins Turnier gestartet war, unterlag der 18 Jahre alten Kroatin Ana Konjuh 4:6, 4:6. French-Open-Siegerin Garbine Muguruza hatte bereits in der zweiten Runde verloren.

Vieles deutet nun auf das Traumfinale zwischen Kerber und Williams hin, die bereits in Melbourne und Wimbledon um den Titel gespielt hatten. "Natürlich können andere an guten Tagen auch eine Rolle spielen. Aber Angie und Serena sind die Konstanten", sagt Bundestrainerin Barbara Rittner. Kerber kam in New York bislang kaum in Bedrängnis, Williams gab noch nicht einmal ihren Aufschlag ab. Es ist lange her, dass zwei Spielerinnen das Grand-Slam-Jahr derart geprägt haben: Vor 14 Jahren standen sich Serena und Venus Williams in drei Endspielen gegenüber.

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